Fragen und Antworten

Allgemeine Fragen

Wann finden die zentralen Abiturprüfungen statt?

Die jeweils aktuellen Abiturtermine werden drei Jahre im Voraus festgelegt und sind in diesem Angebot ausgewiesen.

Auf welcher unterrichtlichen Grundlage werden Abiturprüfungen geschrieben?

Grundlage für die zentral gestellten schriftlichen Aufgaben der Abiturprüfung sind in allen Fächern die aktuell gültigen Kernlehrpläne für die gymnasiale Oberstufe. Die im jeweiligen Kernlehrplan festgeschriebenen Kompetenzbereiche (Prozesse) und Inhaltsfelder (Gegenstände) sind obligatorisch für den Unterricht in der gymnasialen Oberstufe. In der Abiturprüfung werden daher grundsätzlich alle Kompetenzerwartungen vorausgesetzt, die der Lehrplan für das Ende der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe vorsieht.

Die Kernlehrpläne geben den Lehrerinnen und Lehrern aber Freiräume zur eigenverantwortlichen Auswahl von Inhalten und Gestaltung von Lerngelegenheiten für den Kompetenzerwerb. Um dennoch gleiche Voraussetzungen für die Vorbereitung aller Schülerinnen und Schüler auf die zentralen Prüfungen zu schaffen, werden für jeden Abiturjahrgang drei Jahre im Voraus verbindliche Unterrichtsvorgaben für die Qualifikationsphase festgelegt, auf die sich die Prüfungsaufgaben beziehen. In den Unterrichtsvorgaben werden Fokussierungen vorgenommen. Die Verpflichtung zur Beachtung der gesamten Obligatorik des Faches gemäß Kapitel 2 des Kernlehrplans bleibt von diesen Fokussierungen allerdings unberührt. Die Realisierung der Obligatorik insgesamt liegt in der Verantwortung der Lehrkräfte.

Kann bei den zentral gestellten Abituraufgaben ein Rückgriff auf die Inhaltsfelder mit ihren inhaltlichen Schwerpunktsetzungen und konkretisierten Kompetenzerwartungen in der Einführungsphase erfolgen?

Grundlegende konkretisierte Kompetenzerwartungen aus der Einführungsphase und auch der Sekundarstufe I haben Bedeutung für Abituraufgaben, soweit sie für das Verständnis obligatorischer Themen der Qualifikationsphase notwendig sind.
Eine Übertragung der Inhalte aus der Einführungsphase in die Qualifikationsphase oder umgekehrt ist jedoch nicht zulässig, da insbesondere alle konkretisierten Kompetenzerwartungen aus der Qualifikationsphase Grundlage für eine Abituraufgabe darstellen.  Der Kernlehrplan für die Sekundarstufe II Gymnasium/Gesamtschule stellt diese Trennung deutlich dar.

Wie sind die sogenannte „Fokussierungen“ in den Vorgaben zu den unterrichtlichen Voraussetzungen für die schriftlichen Abiturprüfungen zu verstehen?

Für die Abiturprüfung sind die im jeweiligen Kernlehrplan festgelegten Kompetenzbereiche und  inhaltlichen Schwerpunkte in ihrer Gesamtheit obligatorisch. Die Prüfungsaufgaben können sich auf jede der übergeordneten Kompetenzerwartungen sowie auf jede der konkretisierten Kompetenzerwartungen zu jedem inhaltlichen Schwerpunkt beziehen.

Die Kernlehrpläne lassen den Lehrkräften Freiräume zur eigenverantwortlichen Auswahl von Inhalten und zur Gestaltung von Lerngelegenheiten für den Kompetenzerwerb. Um vergleichbare Voraussetzungen für die Vorbereitung aller Schülerinnen und Schüler auf die zentralen Prüfungen zu schaffen, werden für jeden Abiturjahrgang drei Jahre im Voraus verbindliche Vorgaben zu den unterrichtlichen Voraussetzungen für die schriftlichen Abiturprüfungen für die Qualifikationsphase festgelegt, die fachbezogene Modalitäten der schriftlichen Prüfung (u. a. Aufgabenarten, Hilfsmittel, Auswahlmöglichkeiten von Aufgaben) ausweisen.

Darüber hinaus werden auf bestimmte inhaltliche Schwerpunkte des Kernlehrplans bezogen „Fokussierungen“ vorgenommen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn im Zusammenhang mit den konkretisierten Kompetenzerwartungen zu einem inhaltlichen Schwerpunkt mehrere Möglichkeiten der Umsetzung gegeben sind (z. B. unterschiedliche Systeme, Theorien oder Modelle), landesweit aber eine gemeinsame Schnittmenge auch auf der Inhaltsebene grundgelegt werden soll. Davon unbenommen bleibt die Notwendigkeit einer umfassenden unterrichtlichen Abdeckung des entsprechenden inhaltlichen Schwerpunktes auf der Grundlage des Kernlehrplans.

Beziehen sich die zentral gestellten Abituraufgaben jeweils auf ein Inhaltsfeld oder werden sie inhaltsfeldübergreifend sein?

Abituraufgaben sind in der Regel inhaltsfeldübergreifend (vgl. Konstruktionsvorgaben Abiturprüfungsaufgaben: https://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/zentralabitur-gost/faecher/). Dies bezieht sich auf die Inhaltsfelder der Qualifikationsphase, aber auch auf Grundlagen aus der Einführungsphase, die von nicht unerheblicher Bedeutung für Themen der Qualifikationsphase sind, da auf ihnen aufgebaut wird.

Wie werden die Schülerinnen und Schüler auf die besondere Situation der Abiturprüfungen vorbereitet?

Um die Bedingungen der schulischen Praxis angemessen zu berücksichtigen, knüpfen die Prüfungsaufgaben an die gängige Praxis der Klausuren in der Oberstufe an. Sie werden von erfahrenen Kolleginnen und Kollegen entwickelt. Für viele Fächer wurden im Bildungsportal des Landes NRW Beispielaufgaben eingestellt (https://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/zentralabitur-gost/faecher/ ). Darüber hinaus können die Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler im geschützten Bereich dieser Webseite die Aufgaben der letzten drei Abiturjahrgänge einsehen. Die Schulleitungen werden gebeten, die Zugangsdaten den Lehrkräften sowie den Schülerinnen und Schülern bekannt zu machen.

Bei der Vorbereitung auf zentral gestellte Prüfungsaufgaben kommt den Klausuren unter Abiturbedingungen eine besondere Bedeutung zu. "Unter Abiturbedingungen" heißt:

  • Die Klausuren orientieren sich an den Aufgabenformaten der Kernlehrpläne, die auch Grundlage für die Abituraufgaben sind.
  • Inhaltlich beziehen sich die Aufgaben auf den Unterricht des vorangegangenen Quartals.
  • Falls im Abitur eine Auswahl von Aufgaben in dem jeweiligen Fach vorgesehen ist, so ist auch in der vorbereitenden Klausur eine Aufgabenauswahl vorgesehen. Die Anzahl der Auswahlmöglichkeiten muss aber nicht der im Abitur vorgesehenen entsprechen.
  • Die Dauer der Klausuren richtet sich nach den Vorgaben für die Abiturklausuren.
  • Die Beurteilung sollte auf der Basis eines kriterienorientierten Bewertungssystems vorgenommen werden.

Prüfungsaufgaben

Gibt es die Möglichkeit, Prüfungsaufgaben auszuwählen?

Ja. Für nahezu alle Fächer ist eine Aufgabenauswahl für die Lehrkräfte und/oder für die Schülerinnen und Schüler vorgesehen. Details sind den jeweiligen fachspezifischen Unterrichtsvorgaben zu entnehmen.

Durch die Möglichkeit der Aufgabenauswahl wird sichergestellt, dass bei einheitlichen Prüfungsaufgaben eventuell vorhandene schulische Besonderheiten weitgehend berücksichtigt werden können. Schülerinnen und Schüler oder Lehrerinnen und Lehrer können so auf vertraute Formate und Inhalte zurückgreifen.

Wer erstellt die Prüfungsaufgaben?

Die Aufgabenerstellung erfolgt durch Fachausschüsse, die mit erfahrenen Lehrkräften besetzt sind. Im Vorlauf zur Erarbeitung der Prüfungsaufgaben werden ausgewählte Lehrkräfte gebeten, Vorschläge einzureichen, die bei der Aufgabenentwicklung genutzt werden. Die Aufgabenentwicklung wird in ca. 20 Fächern wissenschaftlich begleitet. In einem sogenannten Praxis-Check durch bisher am Verfahren unbeteiligte Lehrkräfte werden die von den Aufgabenkommissionen entwickelten Aufgaben abschließend auf ihre Praxistauglichkeit hin geprüft.

Auf welcher Grundlage werden die Prüfungsaufgaben bewertet?

Für die zentral gestellten Prüfungsaufgaben gelten die Anforderungen und Vorgaben der aktuell gültigen Kernlehrpläne. Um ein möglichst hohes Maß an Vergleichbarkeit der Anforderungen und Einheitlichkeit der Bewertung zu gewährleisten, wird mit den Prüfungsaufgaben ein verbindliches kriterienorientiertes Bewertungssystem entwickelt, in dem für jede Teilleistung (Item) Wertungspunkte vergeben werden. Aus der Summe der erreichten Wertungspunkte ergibt sich verbindlich die Note.

Die Bewertung orientiert sich an den einheitlichen Prüfungsanforderungen der Länder. Als allgemeine Orientierung ist davon auszugehen, dass eine ausreichende Leistung (5 Notenpunkte) mit annähernd der Hälfte der jeweiligen Gesamtpunktzahl erreicht werden kann. Oberhalb und unterhalb dieser Schwelle werden die Anteile der erwarteten Gesamtleistung den einzelnen Notenstufen jeweils ungefähr linear zugeordnet. Für die Note "gut" (11 Punkte) müssen annähernd vier Fünftel der Höchstpunktzahl erreicht werden. Wenn weniger als 20 Prozent der Höchstpunktzahl erreicht werden, ist die Note "ungenügend" zu vergeben.

Welche Aufgaben werden in den mündlichen Prüfungen gestellt?

Auch die mündlichen Prüfungen basieren auf den Kernlehrplänen. Jedoch werden weder die einzelnen Prüfungstermine noch die Prüfungsaufgaben zentral festgelegt. Die Aufgaben der mündlichen Prüfungen im 4. sowie  im 1. – 3. Fach orientieren sich an den Unterrichtsinhalten des jeweiligen Kurses. Die Vorgaben für die zentral gestellten schriftlichen Prüfungsaufgaben sind hierfür nicht maßgebend. Es ist zu beachten, dass in den mündlichen Prüfungen andere inhaltliche Schwerpunkte gesetzt werden als bei den schriftlichen Prüfungen und dass der Umfang der gestellten Aufgabe den zeitlichen Rahmen sowohl der Vorbereitung als auch der Prüfung selbst berücksichtigt.

„Besondere Regelungen“

Welche Regelung gilt für Schülerinnen und Schüler, die eine Jahrgangsstufe wiederholen?

Schülerinnen und Schüler, die eine Jahrgangsstufe in der Einführungsphase wiederholen, machen das Abitur entsprechend den Unterrichtsvorgaben, die für das Wiederholungsjahr gelten.

Schülerinnen und Schüler, die eine Jahrgangsstufe in der Qualifikationsphase wiederholen, machen in der Regel das Abitur entsprechend den Vorgaben, die für das Wiederholungsjahr gelten (s. Runderlass „Vorgaben zur Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungen“, BASS 13-32 Nr. 6). Im Abiturjahr 2017  werden Wiederholern auch eigene Aufgaben bzw. Aufgabenformate im erforderlichen Umfang zur Auswahl gestellt. Dies ist jeweils vom Fach abhängig. Die Schulen erhalten diesbezüglich rechtzeitig nähere Informationen.

Für Schulen ergibt sich auf jeden Fall die Notwendigkeit, im schulinternen Curriculum inhaltliche Schwerpunkte verlässlich bestimmten Halbjahren zuzuordnen. Damit haben auch Schülerinnen und Schüler, die eine Jahrgangsstufe wiederholen, angemessene Voraussetzungen, um sich auf die zentralen Abiturprüfungen vorzubereiten.

Sofern inhaltliche Vorgaben geändert werden, kann sich für Wiederholer ab dem Halbjahr Q1.2 die Notwendigkeit ergeben, einzelne Inhalte aus dem Halbjahr Q1.1 nachzuholen. Betroffene Schülerinnen und Schüler werden von den Schulen über die sie betreffenden Änderungen rechtzeitig und aktenkundig informiert sowie bei der Vorbereitung auf zwischenzeitlich geänderte Schwerpunkte geeignet unterstützt.

Gibt es in der Abiturprüfung Nachteilsausgleiche für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen, Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung und/oder besonderen Auffälligkeiten?

Ja. Für die zentral gestellten schriftlichen Abiturprüfungen entscheidet die obere Schulaufsicht, ob ein Nachteilsausgleich genehmigt werden kann. Für blinde und stark sehbehinderte Schülerinnen und Schüler werden ggf. modifizierte, aber anforderungsentsprechende zentrale Prüfungsaufgaben zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen man hier: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/Lehrer/Service/Ratgeber/Nachteilsausgleiche/.

Besondere Regelungen für einzelne Fächer

Gibt es fachliche Hinweise zu einzelnen Fächern?

Zu jedem Abiturfach gibt es in diesem Angebot fachliche Hinweise.

Darf neben einem graphikfähigen Taschenrechner (GTR) oder einem Computer-Algebra-System (CAS) zusätzlich ein wissenschaftlicher Taschenrechner (WTR) in der Abiturprüfung genutzt werden?

Nein! Die Verwendung eines wissenschaftlichen Taschenrechners (WTR) ist in allen Fächern, in denen Taschenrechner als Hilfsmittel zugelassen sind, nicht erlaubt, auch nicht als zweiter „Ersatzrechner“.

Weitere Informationen zum graphikfähgien Taschenrechner und Computer-Algebra-System gibt es hier:
https://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/gtr/
FAQ zum GTR: 
https://www.standardsicherung.schulministerium.nrw.de/cms/gtr/faq-gtr/

Muss die Fachlehrkraft vor einer Klausur/Prüfung, in der ein Taschenrechner zugelassen ist, einen Speicher-Reset durchführen?

Ja, die Fachlehrkraft hat unmittelbar vor der Prüfung bei allen graphikfähigen Taschenrechnern (GTR) oder Computer-Algebra-Systemen (CAS) einen Speicher-Reset durchzuführen oder sich von einem vorgenommenen Speicher-Reset zu überzeugen.

Weitere Informationen

Wo gibt es weitere Informationen zur gymnasialen Oberstufe?
  1. Die Schule informiert die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern über die wesentlichen Regelungen für den Bildungsgang in der gymnasialen Oberstufe; das gilt auch für Schülerinnen und Schüler, die aus anderen Schulformen in die gymnasiale Oberstufe eintreten wollen. Darüber hinaus berät die Schule die Schülerinnen und Schüler bei der Wahl der Schullaufbahn und prüft zu Beginn eines jeden Schulhalbjahres, ob die Wahl- und Belegungsbedingungen erfüllt sind. (vgl. § 5 Abs. 1 APO-GOSt).
  2. Für alle Schülerinnen und Schüler gibt es ein Informationsheft, das jährlich aktualisiert wird. Dieses Informationsheft ist auch als Download verfügbar:
    https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Schulsystem/Schulformen/Gesamtschule/Kontext/Gymn_-Oberstufe-2014-Druckfassung.pdf
     
Wo gibt es individuelle Beratung?

Da für individuelle Beratung die Kenntnis aller konkreten Rahmenbedingungen nötig ist, ist der Weg über die für die Beratung zuständigen Lehrkräfte und die Schulleitung unverzichtbar. Für Beratung in Einzelfällen stehen daher zunächst die jeweiligen Beratungslehrerinnen und -lehrer sowie die Oberstufenkoordinatorinnen und -koordinatoren zur Verfügung. Bei besonderen Problemen wird die Schulleitung hinzugezogen. Wenn in Ausnahmefällen innerhalb der Schule keine Klärung herbeigeführt werden kann, sollten über die Schulleitung die jeweils für die gymnasiale Oberstufe zuständigen Dezernentinnen und Dezernenten bei den Bezirksregierungen hinzugezogen werden:

Fragen im direkten Zusammenhang mit der Durchführung des Zentralabiturs werden unter der E-Mail Adresse abitur.nrw@qua-lis.nrw.de beantwortet.

 

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