Umgang mit Ergebnissen

Die Ergebnisse der Lernstandserhebungen (Vergleichsarbeiten) lassen sich für schulische Entwicklungsprozesse nutzen.
Jede Schule sollte im Umgang mit ihren Ergebnissen eigene Schwerpunkte setzen. 

Im Folgenden werden Hinweise gegeben

A. zur Rückmeldung der Ergebnisse an Eltern, Schulöffentlichkeit und Schulaufsicht und
B. zu Konsequenzen für die Arbeit in der Schule.
 

Die Unterrichtsplanung sollte sich an den - ab August 2008 gültigen - Richtlinien und kompetenzorientierten Lehrplänen für die Grundschule 2008 orientieren. Siehe hierzu auch die Informationen zu den neuen Richtlinien und Lehrplänen für die Grundschule.

 

A. Rückmeldung der Ergebnisse

Informationen für Eltern

Gemäß dem RdErl. des MSW vom 20.12.2006 "Zentrale Lernstandserhebungen (Vergleichsarbeiten)" (bereinigte Fassung mit eingearbeitetem RdErl. des MSW vom 19.03.2007 - pdf-Datei, 3 S., 17 KB) erhalten die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten die Ergebnisse ihres Kindes sowie die Ergebnisse der Klasse und der Schule.

Berichterstattung an Lehrerkonferenz und Schulkonferenz

Die Lehrerkonferenz wird durch die Schulleitung und /oder durch die beteiligten Fachlehrerinnen und Fachlehrer über die VERA-Ergebnisse informiert.
Die sich ergebenden Konsequenzen werden diskutiert und eventuell eine vertiefende Weiterarbeit, auch der beteiligten Fachkonferenz, vereinbart.

Die Schulkonferenz wird durch die Schulleitung und eventuell durch die beteiligten Fachlehrerinnen und Fachlehrer über die VERA-Ergebnisse und die sich für die Schule daraus ergebenden Konsequenzen informiert.

Folgende Aspekte können angesprochen werden:

  • allgemeine Information zu VERA und Zielsetzung
  • Information an Hand von ausgewählten Aufgaben
  • Informationen über die Ergebnisse der einzelnen beteiligten Klassen

Bericht an die Schulaufsicht

Anschließend sollen die Schulen der Schulaufsicht über die Ergebnisse der Lernstandserhebungen berichten.

 

B. Konsequenzen für die Arbeit in der Schule 

Lernstandserhebungen (Vergleichsarbeiten) sind eine neue Größe in der Grundschularbeit. Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer in Deutsch und Mathematik (die Fachkonferenz), die Lehrerkonferenz und die Schulkonferenz sehen neue Aufgaben der schulischen Arbeit vor sich. Mit einer abgestimmten Zusammenarbeit der einzelnen Gremien liegt hier eine Chance zur Qualitätsentwicklung an jeder einzelnen Schule.

Nachdem die Auswertungen der Arbeiten auf der Basis vorgegebener Handreichungen und Korrekturhinweise durchgeführt sind, sollten erfolgen:

  1. eine individuelle Auswertung der Klassenergebnisse durch die Fachlehrerin bzw. den Fachlehrer, sowie
  2. eine Analyse der Ergebnisse durch das Kollegium innerhalb der Schule.

 

1. Individuelle Auswertung der Klassenergebnisse durch die Fachlehrerin bzw. den Fachlehrer

Da es bei den Vergleichsarbeiten keine Korrekturen im üblichen Sinne gibt, können folgende Fragestellungen zur Analyse der Ergebnisse der eigenen Klasse hilfreich sein:

  • Sind die Kinder mit der Verfahrensweise der Vergleichsarbeiten angemessen vertraut gemacht worden?
    (Z.B. mögliche Inhalte, Zeit, Zielsetzung)
  • Waren die Aufgabentypen / Aufgabenformate aus dem Unterricht bekannt?
    (Seit wann? In welcher Form?)
  • Waren die eigenen Leistungserwartungen realistisch?
  • Welche Ergebnisse sind auffällig / unerwartet / erklärungsbedürftig?
  • Welche Aufgaben sind für die Klasse eher schwierig, welche eher leicht?
  • Handelt es sich bei den Fehlerschwerpunkten um zufällige oder systematische Fehler?
  • Gibt es bestimmte Bereiche mit besonders auffälligen Ergebnissen und wie lassen sich diese deuten?
  • Sind die Schwierigkeiten offensichtlich grundsätzlicher Natur oder auf einen bestimmten Bereich / Aufgabentypus bezogen?
  • Wie verteilen sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse auf die unterschiedlichen Fähigkeitsniveaus?
  • Gibt es Hinweise auf mangelnde Anstrengungsbereitschaft, mangelndes Instruktionsverständnis, mangelnde „Testschläue“ der Schülerinnen und Schüler?
  • Inwieweit besteht für einzelne Schülerinnen und Schüler meiner Klasse spezifischer Förderbedarf?
  • Welche Konsequenzen müssen in der Fachgruppe, welche in der Konferenz besprochen werden?

  

2. Analyse der Ergebnisse durch das Kollegium innerhalb der Schule

Um die Analyse der Ergebnisse zu intensivieren, ist es wünschenswert, dass die beteiligten Lehrpersonen bei der Auswertung der Ergebnisse von Kolleginnen und Kollegen der Klassenstufe 3 unterstützt werden. So kann erreicht werden, dass alle in die Thematik einbezogen sind und ausreichende Informationen zu einer gemeinsamen Analyse haben.
Die folgenden Aspekte sollten Berücksichtigung finden sowohl bei dem beteiligten Lehrer und der beteiligten Lehrerin als auch im Gespräch mit dem Kollegium:

  • Analyse der erreichten Fähigkeitsniveaus in den einzelnen Klassen und Teilleistungsgebieten
  • Analyse der Klassen- und Schulergebnisse unter Berücksichtigung der Referenzwerte aus landesweiten Zentralstichproben (Kontextgruppe beachten)
  • Fehleranalysen, besondere Erkenntnisse z.B. bezüglich von Fehlerhäufigkeiten oder Auffälligkeiten wie „Ausreißer“ nach „oben“ und nach „unten“