Um die Kompetenzen der Kinder zu festigen, ist Üben
unverzichtbar.
Üben ist zunächst integrativ in jeden Unterricht
eingebunden,
jedes Sprachhandeln hat auch Übungsanteile. Z. B. wenn Kinder
miteinander Gespräche führen und sich dabei an
vereinbarten
Gesprächsregeln orientieren und
Regelverstöße
miteinander besprechen, dann üben sie geregeltes
Miteinandersprechen, wenn Kinder mit Hilfe der Schreibtabelle eigene
Texte verschriften, dann üben sie die
Laut-Buchstaben-Beziehung
und beim Lesen üben Kinder immanent auch immer ihre
Lesefertigkeit. Üben vollzieht sich hier im Ausüben.
Daneben erfordert die Sicherung von wichtigen Unterrichtsinhalten
Wiederholungen in „didaktischen Schleifen“. Das
Gelernte
wird so in systematische Zusammenhänge gebracht und vertiefend
wiederholt. Dies kann die gesamte Klasse betreffen. Z. B. betrifft das
Üben der Identifikation von Wortarten zur Sicherung der
Großschreibung von Nomen und Lesetraining alle, sollte aber
dennoch in differenzierter Form erfolgen (Üben der
Identifikation
von langen und kurzen Vokalen zur Sicherung der Konsonantenverdopplung
mit differenzierten Texten). Die Diagnose der Lernentwicklungen und des
Lernstandes der Kinder macht auch individuelle Übungsaufgaben
nötig, zum Beispiel:
- Wortfeldübungen, die Zuordnung von Artikeln zu
Nomen für ein Kind mit Deutsch als Zweitsprache,
- Übungen zur Verbesserung der Feinmotorik,
- spezielle Übungsaufgaben für Kinder mit
individuellem Förderbedarf wie LRS.
In offenen Unterrichtsarrangements, wie zum Beispiel dem
differenzierten Wochenplan können solche Aufgaben bearbeitet
werden. Vorzugsweise sollten die Kinder hierzu Übungsmethoden
kennen lernen, mit denen sie selbstständig arbeiten und ihren
Übungserfolg selbstständig
überprüfen können,
damit den Kindern der Sinn des Übens einsichtig wird. Denn:
Üben dient dem weiteren Ausüben.