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3  Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufen 6, 8 und 9

Einleitung

Im Folgenden werden Kompetenzen benannt, die Schülerinnen und Schüler am Ende von Bildungsabschnitten nachhaltig und nachweislich erworben haben sollen. Sie legen für den Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 6 (F6), 5 (F5) und 8 (F8) die Art der fachlichen Anforderungen fest. Die Anforderungshöhe und der Komplexitätsgrad der fachlichen Anforderungen sind sowohl im Unterricht als auch in der Leistungsbewertung altersgemäß und mit Bezug auf die Anforderungen der Schulform zu konkretisieren. Kapitel 4 erläutert die Anforderungen durch eine Übersicht ausgewählter Aufgabentypen, mit deren Hilfe der Erwerb von (Teil-)Kompetenzen in den Bereichen des Faches überprüft werden kann.

Die im Folgenden für F6/F5 und F8 benannten Kompetenzen gliedern sich nach den Bereichen des Faches und beschreiben dessen Kern. Sie weisen eine Progression über die Jahrgangsstufen aus.

Der Unterricht ist nicht allein auf den Erwerb der hier aufgeführten abschlussrelevanten Kernkompetenzen beschränkt, sondern soll Schülerinnen und Schülern ermöglichen, auf vielfältige Weise darüber hinausgehende Kompetenzen zu erwerben, diese weiterzuentwickeln und zu nutzen.

Die Entwicklung der kommunikativen, interkulturellen und methodischen Kompetenzen in der Sekundarstufe I baut auf den gemeinsamen Grundlagen und Prinzipien des fremdsprachlichen Lehrens und Lernens der Grundschule und der weiterführenden Schulen auf. Dazu gehört u.a.

  • Erwerb der Fremdsprache durch vielfältige kommunikative Aktivitäten in bedeutsamen Verwendungssituationen,
  • die Berücksichtigung der kognitiven Dimension des Erkundens von und Reflektierens über Sprache,
  • das Nachdenken über und das Bewusstmachen von Lernerfahrungen und von methodischen Kompetenzen.

Der Französischunterricht in der Sekundarstufe I nutzt so systematisch die bereits vorhandenen Kenntnisse, kommunikativen, interkulturellen sowie methodischen Kompetenzen, die die Schülerinnen und Schüler bereits im Englischunterricht in der Primarstufe und der Sekundarstufe I erworben haben.

Kompetenzen werden im Unterricht nicht einzeln und isoliert erworben, sondern in wechselnden und miteinander verknüpften Kontexten. Der Unterricht muss dazu vielfältige, die jeweilige Jahrgangsstufe durchziehende Lerngelegenheiten anbieten. Das folgende Schaubild verdeutlicht, dass bei der Gestaltung von Unterrichtsvorhaben für den Kompetenzerwerb alle vier Bereiche des Faches – in jeweils unterschiedlicher Gewichtung – in ihrem Zusammenspiel zu berücksichtigen sind. Hierbei gilt es, deutlich thematisch-inhaltliche Schwerpunkte zu setzen, die den Schülerinnen und Schülern transparent gemacht werden, die die Teilkompetenzen integrieren und bündeln, vielfältiges Üben und Anwenden ermöglichen und das isolierte Abprüfen von einzelnen Teilkompetenzen und von deklarativem Sprachwissen ausschließen. Den Anforderungen an einen inhalts-, anwendungs- und schülerorientierten kommunikativen Französischunterricht – bezogen auf situatives, lebensweltbezogenes und systematisches Lernen in bedeutsamen Zusammenhängen – ist durchgehend Rechnung zu tragen.

  Kommunikative Kompetenzen
  • Hörverstehen/Hör-Sehverstehen
  • Sprechen
    - an Gesprächen teilnehmen
    - zusammenhängendes Sprechen
  • Leseverstehen
  • Schreiben
  • Sprachmittlung
 
Interkulturelle Kompetenzen
  • Orientierungswissen
    - Persönliche Lebensgestaltung
    - Ausbildung/Schule/Beruf
    - Gesellschaftliches Leben
    - Frankophonie, Regionen, regionale Besonderheiten
  • Werte, Haltungen und Einstellungen
  • Handeln in Begegnungssituationen
Unterrichtsvorhaben Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit
  • Aussprache und Intonation
  • Wortschatz
  • Grammatik
  • Orthographie
  Methodische Kompetenzen
  • Hör-, Hör-Sehverstehen und Leseverstehen
  • Sprechen und Schreiben
  • Umgang mit Texten und Medien
  • Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen
 

Dabei orientiert sich der Französischunterricht bei der Gestaltung von Lernsituationen an den folgenden Themenfeldern und Lebensbereichen, die für F6/F5 und F8 im weiteren Verlauf des Kapitels im Zusammenhang mit den interkulturellen Kompetenzen (Orientierungswissen) jeweils konkretisiert werden:

  • Persönliche Lebensgestaltung
  • Ausbildung/Schule/Beruf
  • Gesellschaftliches Leben
  • Frankophonie, Regionen, regionale Besonderheiten

Eine thematisch-inhaltliche Reihenfolge innerhalb der Jahrgangsstufen ist durch den Kernlehrplan nicht festgeschrieben.

Der Kernlehrplan bildet einerseits die verpflichtende Grundlage für die Überarbeitung der schuleigenen Lehrpläne. Andererseits eröffnet er Lehrerinnen und Lehrern weitgehende Freiheiten für die inhaltliche, thematische und methodische Gestaltung von Unterrichtsabläufen. Sie können Schwerpunkte setzen, thematische Vertiefungen und Erweiterungen vornehmen und dabei die Bedingungen der eigenen Schule und der jeweiligen Lerngruppe berücksichtigen.

Die im Folgenden aufgeführten Kompetenzen werden zunächst in allgemeiner Form formuliert (fett gedruckte Passagen) und werden dann konkretisiert und veranschaulicht durch einige ausgewählte Beispiele (Punktaufzählungen).

3.1 Französisch ab Jahrgangsstufe 6 (F6)

Der Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 6 ist umfassend angelegt und strebt Kompetenzen sowohl für die Handlungsfähigkeit im Alltag als auch für die sach- und themenorientierte Kommunikation an.

Bis zum Ende der Jahrgangsstufe 7 sollen die Schülerinnen und Schüler Französisch als Unterrichtssprache und die Techniken des Erschließens von Sachtexten so weit beherrschen, dass sie Französisch als Arbeitssprache phasenweise für das Lernen in nicht-sprachlichen Sach- und Fachzusammenhängen („bilinguale Module“) erfolgreich einsetzen können. Insgesamt sollen sie am Ende der Jahrgangsstufe 9 das Referenzniveau B1 des GeR in den rezeptiven Bereichen sowei in Anteilen auch in den produktiven Bereichen erreicht haben.

3.1.1 F6: Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufe 6

Am Ende der Jahrgangsstufe 6 erreichen die Schülerinnen und Schüler das Referenzniveau A1 des GeR.

Kommunikative Kompetenzen

Hörverstehen und Hör-Sehverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können einfache Äußerungen verstehen und Hör- bzw. Hör-Sehtexten, die sich auf vertraute Alltagssituationen beziehen, Schlüsselwörter und einzelne Aussagen entnehmen, wenn die sprachlichen Mittel im Unterricht erarbeitet wurden und wenn in einfacher Standardsprache sehr langsam und deutlich gesprochen wird.

Sie können

  • im Unterricht u.a. einfache Bitten, Aufforderungen, Fragen und Erklärungen verstehen,
  • einfach formulierten und sehr deutlich artikulierten authentischen Hör- und Hör-Sehtexten (u.a. Durchsagen, Telefonaten, einfachsten chansons) nach mehrfachem Hören wesentliche Informationen entnehmen,
  • einfachen didaktisierten Hörtexten (u.a. Lehrwerktexten, einfachen Geschichten) nach bestimmten Vorgaben und Mustern (u.a. grilles d'écoute) wesentliche Informationen entnehmen.

Sprechen: an Gesprächen teilnehmen

Die Schülerinnen und Schüler können sich in einfachen vertrauten Alltags- und Unterrichtssituationen nach angemessener sprachlicher Vorbereitung verständigen.

Sie können

  • im Rahmen des discours en classe u.a. einfache Fragen zu Inhalt und Ablauf des Unterrichts stellen und beantworten, auf Äußerungen von Mitschülerinnen und Mitschülern mit einzelnen Wörtern oder kurzen Sätzen reagieren,
  • in kurzen Rollenspielen elementare Situationen im frankophonen Ausland simulieren (u.a. einkaufen, sich nach etwas erkundigen, situation "A table"),
  • sich an elementaren Kontaktgesprächen (u.a. Begrüßung, Verabschiedung) und im Unterricht vorbereiteten Interviewgesprächen beteiligen, indem sie Fragen stellen und Antworten geben (u.a. in Bezug auf Name, Alter, Wohnort, Familie, Freizeit, Schule, persönliches Befinden, Wetter).

Sprechen: zusammenhängendes Sprechen

Die Schülerinnen und Schüler können sich in einfach strukturierten Wendungen zum Unterrichtsgeschehen äußern sowie einfache Angaben über sich selbst, andere Personen und Orte machen.

Sie können

  • in Form von einigen wenigen fest verknüpften Wendungen kurze Anmerkungen zu Unterrichtsinhalten und -geschehen sowie Arbeitsergebnissen machen,
  • mit elementaren sprachlichen Mitteln Auskünfte über sich (u. a. Name, Alter, Wohnort, Familie, Freizeit, Schule) und andere (u. a. Familie, Freunde, evtl. auch fiktive Personen) geben,
  • in einfachen Sätzen Bilder, Orte (u. a. Wohnung, Wohnort, Klassenraum) und einfache Wege beschreiben,
  • einfache Texte (u. a. kurze Geschichten, Gedichte und Liedtexte) sinngestaltend vortragen.

Leseverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können nach angemessener sprachlicher Vorbereitung kurzen einfachen Texten zu vertrauten Alltagssituationen wesentliche Informationen entnehmen, indem sie - wenn nötig - den Text mehrfach lesen.

Sie können

  • Aufgabenstellungen, Erklärungen von Arbeitsvorhaben, Arbeits- und Übungsanleitungen sowie schriftliche Sicherungen von Unterrichtsergebnissen verstehen,
  • kurzen, einfach formulierten privaten und öffentlichen Alltagstexten (u.a. Postkarten, E-Mails, SMS, kurzen Briefen) einfache Informationen entnehmen,
  • didaktisierten Lesetexten, unterstützt durch angemessene sprachliche und methodische Hilfen, wesentliche Inhalte entnehmen.

Schreiben

Die Schülerinnen und Schüler können Unterrichts- und Lernergebnisse schriftlich festhalten und sehr einfache Alltagstexte verfassen.

Sie können

  • aktuelle Unterrichtsergebnisse - etwa in Form von Tafel- oder Folienbildern - schriftlich festhalten,
  • kurze Alltags- und Gebrauchstexte verfassen (u.a. Postkarten, E-Mails, kurze Briefe) und dabei Angaben über sich und ihre Lebenswelt machen (u.a. Name, Alter, Wohnort, Familie, Vorlieben, Interessen, Freizeitaktivitäten, Schule) und vertraute Orte beschreiben (u.a. Wohnung, Wohnort),
  • einfache Muster- und Modelltexte durch den Austausch einzelner Wörter und Wendungen umformen bzw. Leerstellen füllen und so u.a. kurze Dialoge, Gedichte, Liedtexte, Beschreibungen, Porträts, Wegbeschreibungen verschriftlichen.

Sprachmittlung

Die Schülerinnen und Schüler können in elementaren und in simulierten vertrauten Begegnungssituationen des Alltags das Wichtigste von Äußerungen in der jeweils anderen Sprache verständlich wiedergeben.

Sie können

  • einfache Äußerungen in der jeweils anderen Sprache stichwortartig wiedergeben,
  • einfache, für die Bewältigung der Situation notwendige Informationen (u. a. Anweisungen, Erklärungen) in der eigenen Sprache zusammenhängend und in Französisch mit Schlüsselwörtern wiedergeben.

Interkulturelle Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können auch mit Hilfe der deutschen Sprache den Alltag frankophoner Umgebungen erkunden, die gewonnenen Einsichten mit der eigenen Lebenswelt vergleichen und sich auf eine reale Begegnungssituation mit frankophonen Sprechern vorbereiten.

Orientierungswissen

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein grundlegendes Orientierungswissen zu folgenden Themenfeldern:

  • Persönliche Lebensgestaltung: Familie, Freunde, tägliches Leben und Tagesabläufe, Freizeit
  • Ausbildung/Schule/Beruf: Schul- und Unterrichtsalltag in Frankreich
  • Gesellschaftliches Leben: einige in Frankreich bedeutsame Feste und Ereignisse (u.a. 14 juillet, Fête des Rois, Tour de France), einige wichtige französische (bzw. frankophone) Persönlichkeiten und Figuren (u.a. Comicfiguren, Sportstars, vedettes de chanson)
  • Frankophonie, Regionen, regionale Besonderheiten: Schwerpunkt Frankreich: einige bedeutende Städte, Regionen und Sehenswürdigkeiten

Werte, Haltungen und Einstellungen

Sie sind bereit und in der Lage,

  • ihre Lebenswelt nach Spuren der französischen Sprache und frankophoner Kulturen zu erkunden (u.a.nach französischen Wörtern in der eigenen Sprache, „typisch französische“ Waren und Symbolen, Figuren aus bandes dessinées, berühmten Personen, aktuellen chansons),
  • Offenheit und Neugierde für die Lebenswelt frankophoner Jugendlicher (u.a. Familienleben, Schule, Hobbys) zu entwickeln und, im Vergleich mit ihrer eigenen Lebenswelt, ein erstes Verständnis für interkulturelle Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu entfalten.

Handeln in Begegnungssituationen

Sie können
  • in Alltagssituationen unter Berücksichtigung alltagsüblicher Konventionen und Höflichkeitsformen (u.a. donner la bise) Kontakte aufnehmen,
  • in einfachen kurzen Rollenspielen elementare Kontaktsituationen im frankophonen Ausland simulieren (u.a. einkaufen, sich nach etwas erkundigen, situation "A table"). 

Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und Korrektheit

Aussprache und Intonation

Die Schülerinnen und Schüler sind mit den grundlegenden Aussprache- und Intonationsmustern vertraut und verwenden diese im Zusammenhang mit den im Unterricht erarbeiteten Dialogen und Texten weitgehend korrekt.

Sie können

  • grundlegende Aussprachemuster im Zusammenhang mit unterrichtlich erarbeiteten sprachlichen Mitteln verwenden und in der Regel auch auf neue Wörter und Redewendungen übertragen,
  • die Intonationsmuster von einfachen Aussagesätzen, Fragen und Aufforderungen erkennen und selbst angemessen verwenden,
  • den wichtigsten Zeichen der phonetischen Umschrift die entsprechenden Lautwerte - im Sinne einer Lernhilfe - zuordnen (Aussprachehilfe für sprachtypische Laute).

Wortschatz

Die Schülerinnen und Schüler verfügen aktiv über einen hinreichend großen Basiswortschatz, um in vertrauten Alltagssituationen elementaren Kommunikationsbedürfnissen gerecht zu werden. (Vgl. dazu die Themenfelder für das interkulturelle Orientierungswissen.)

Dies gilt für

  • den discours en classe,
  • die Darstellung der eigenen Person (u.a. Name, Alter, Vorlieben, Interessen und Freizeitaktivitäten) und des eigenen Lebensumfeldes (u.a. Familie, Freunde, Wohnort, Wohnung, Schule),
  • elementare Kontaktgespräche (u.a. Begrüßung, Wetter) und Alltagssituationen (u.a. einkaufen, sich nach etwas erkundigen, situation "A table");
  • - vorwiegend rezeptiv -  die Lexik der im Unterricht erarbeiteten  Texte (u.a. kurze Erzähltexte, chansons, Gedichte, Durchsagen, kurze Wetterberichte, Telefonate),
  • die Bereiche des interkulturellen Lernens.

Grammatik

Die Schülerinnen und Schüler verwenden ein grammatisches Grundinventar in einfachen vertrauten Situationen so weit korrekt, dass die Verständlichkeit gesichert ist.

Sie können

  • Personen, Sachen, Sachverhalte, Tätigkeiten und Geschehnisse bezeichnen und kurz beschreiben,
  • einfache bejahte und verneinte Aussagen, Fragen und Aufforderungen formulieren (Aussagesätze, Fragesätze, Verneinungen, Imperative, articles définis et indéfinis, déterminants possessifs, Präsensformen der verbes en -er, von être, avoir, ggf. einzelne Formen von faire, aller; Aussagesätze vom Typ S-V-O, ggf. mit vor- oder nachgestelltem complément; mit pas (de) verneinte und mit c'est / ce sont sowie il y a eingeleitete Sätze),
  • Aussagen und Sätze mit einfachen Konnektoren (u.a. et, ou, mais, d'abord, ensuite, puis, enfin) verbinden,
  • räumliche, zeitliche und logische Bezüge in elementarer Form darstellen (Gebrauch elementarer Zeit- und Ortsadverbien, einfache Relativsätze, Satzstrukturen mit adverbialen Ergänzungen, u.a. quand- und parce que-Satz),
  • über gegenwärtige, zukünftige und - eingeschränkt - vergangene Ereignisse aus dem eigenen Erfahrungsbereich berichten oder erzählen und dabei grundlegende Tempusformen anwenden (présent, futur composé, frequente Formen des passé composé, u.a. avoir regardé, avoir fait, être allé).

Orthographie

Die Schülerinnen und Schüler verfügen weitgehend sicher über die Orthographie ihres produktiven Grundwortschatzes.

Sie können

  • grundlegende Laut-Buchstaben-Verbindungen anwenden,
  • phonetisch und semantisch relevante Sonderzeichen (u.a. e accent aigu, e accent grave, cédille; a/à, ou/où) weitgehend richtig verwenden,
  • wichtige Regeln zur Groß- und Kleinschreibung (Satzanfänge, Eigennamen) anwenden.

Methodische Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können ein Grundinventar von Lern- und Arbeitstechniken für selbstständiges und kooperatives Lernen anwenden.

Hör-, Hör-Sehverstehen und Leseverstehen

Sie können

  • Vorwissen aktivieren (u. a. Assoziationen zu einem Thema oder einer Überschrift sammeln, ein Vokabelnetz erstellen, Kenntnisse anderer Sprachen [Deutsch, Englisch, ggf. Herkunftssprachen] nutzen, um Bedeutungen von neuen Wörtern zu erschließen),
  • auf Global- und Detailfragen zu Hör-/Hör-Seh-/Lesetexten (u.a. Fragen nach où, quand, qui, comment, quoi, pourquoi) mit elementaren sprachlichen Mitteln mündlich oder schriftlich antworten,
  • einfache gelenkte Aufgaben zum detaillierten, selektiven und globalen Hören und Lesen sowie Richtig-Falsch- bzw. Multiple-Choice-Aufgaben bearbeiten und mit sprachlichen Hilfen umgehen,
  • in Lesetexten Schlüsselwörter für das inhaltliche Verständnis auffinden und markieren, beim Hören Schlüsselwörter notieren,
  • einfache Stichwortnotizen anfertigen bzw. wichtige Informationen des jeweiligen Textes (u.a. am Textrand) markieren.

Sprechen und Schreiben

Sie können

  • für die Vorbereitung mündlicher und schriftlicher Produktionen sprachliches Material (Wörter, Wendungen) sammeln und notieren (u. a. in Tabellen, als Stichwortgeländer),
  • mit Hilfe von Stichwörtern, Stichwortgeländern, Bildleisten oder Techniken des Memorisierens einfache Dialoge, Rollenspiele, Sketche, Gedichte und Geschichten vortragen,
  • Arbeitsergebnisse mit Hilfe von Stichworten und einfachen Sätzen darstellen,
  • einfache Umformungen von Modelltexten vornehmen oder diese ergänzen (u.a.. Austauschen, Umstellen, Füllen und Ausschmücken von Textelementen) und eigene kurze Texte nach Vorlagen gestalten,
  • eigene Texte auf Fehler und Vollständigkeit überprüfen und überarbeiten.

Umgang mit Texten und Medien

Sie können

  • aus einfachen Texten wesentliche Informationen herausfinden (u. a. Handlungsanweisungen aus Hinweisschildern, Hauptfiguren und Handlungen aus kurzen Geschichten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Themen aus Gesprächen),
  • kurze Texte umformen und gestalten (u. a. Geschichten, kleine Gedichte, Dialoge ausschmücken und umformen, Dialoge nachspielen und szenisch gestalten).

Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen

Sie können

  • unter Einsatz von sprachlichen und methodischen Hilfen in Phasen der Partner- und Gruppenarbeit das Französische als Arbeitssprache erproben,
  • einfache Verfahren der Wortschatzarbeit anwenden (u. a. mit Bildern, Zeichnungen, Beispielen arbeiten, einfache Definitionen und Paraphrasen bilden, entsprechende Lernsoftware nutzen),
  • Hilfsmittel zum Nachschlagen und Lernen unter Anleitung nutzen (u. a. zweisprachige Schülerwörterbücher, Vokabelanhänge in Lehrwerken, im Unterricht erstellte grammatische Übersichten, Grammatikdarstellungen in Lehrwerken),
  • kleine kreative, erkundende und/oder grenzüberschreitende Projekte in kooperativen Arbeitsprozessen durchführen (u. a. E-Mail-Kontakte),
  • eigene Fehlerschwerpunkte erkennen und aufarbeiten,
  • den eigenen Lernfortschritt anhand geeigneter Evaluationsinstrumente einschätzen und dokumentieren (u.a. Europäisches Portfolio der Sprachen).

3.1.2 F6: Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufe 8

Am Ende der Jahrgangsstufe 8 erreichen die Schülerinnen und Schüler das Referenzniveau A2 des GeR mit Anteilen von B1 in den rezeptiven Bereichen.

Kommunikative Kompetenzen

Hörverstehen und Hör-Sehverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können Äußerungen verstehen und Hör- bzw. Hör-Sehtexten wichtige Informationen entnehmen, wenn die sprachlichen Mittel überwiegend aus dem Unterricht bekannt sind und deutlich in Standardsprache gesprochen wird. Die Texte beziehen sich auf Situationen und Themen, die für das Alltagsleben von Jugendlichen von Bedeutung sind.

Sie können

  • wesentliche Informationen zum Unterrichtsablauf verstehen und einfachen darstellenden, erläuternden und berichtenden Beiträgen folgen,
  • einer Unterhaltung die Hauptinformationen entnehmen (u. a. Thema, Zuordnung von Aussagen zu unterschiedlichen Sprechern),
  • klar formulierten und gut verständlichen authentischen Hör- und Hör-Sehtexten (u. a. Wetterberichten, kurzen Geschichten, chansons, Videoclips) die Hauptaussagen entnehmen.

Sprechen: an Gesprächen teilnehmen

Die Schülerinnen und Schüler können sich in vertrauten Alltags- und Unterrichtssituationen, ggf. nach angemessener sprachlicher Vorbereitung, verständigen.

Sie können

  • im Rahmen des discours en classe Auskünfte bzw. kurze Rückmeldungen zu Unterrichtsgeschehen und Arbeitsprozessen geben,
  • in Rollenspielen, in Begegnungssituationen und Partnerinterviews einfache alltägliche Kommunikationssituationen sprachlich bewältigen,
  • sich mit eigenen einzelnen Äußerungen an Gesprächen beteiligen, in denen es um Themen aus Alltag, Schule und Freizeit geht.

Sprechen: zusammenhängendes Sprechen

Die Schülerinnen und Schüler können auf der Grundlage von Notizen Arbeitsergebnisse zusammenfassen und einfach strukturiert präsentieren. Sie können nach angemessener sprachlicher Vorbereitung sich selbst und das eigene Umfeld in kurzen Redebeiträgen zusammenhängend darstellen, sich in einfacher Form zu Situationen und Themen äußern, die für das Alltagsleben von Jugendlichen von Bedeutung sind, sowie Gelesenes, Gehörtes und Gesehenes mit einigen zusammenhängenden Sätzen wiedergeben, wenn es sich auf diese Themen bezieht.

Sie können

  • in kurzen Präsentationen Arbeitsergebnisse unter Verwendung von visuellen Hilfsmitteln oder Notizen vorstellen,
  • einfach strukturierte Auskünfte über sich und andere geben sowie über einige für sie bedeutsame Themen sprechen,
  • wichtige Aussagen und Inhalte von Sach- und Gebrauchstexten sowie Filmsequenzen in einfacher Form wiedergeben,
  • kurze Geschichten, Gedichte und Liedtexte sinngestaltend vortragen und die wichtigsten Inhalte in einfacher Form wiedergeben.

Leseverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können zentrale Aussagen von klar strukturierten Texten, die im Unterricht sprachlich vorbereitet wurden, erfassen und ihnen gezielt Informationen entnehmen. Die Texte beziehen sich auf Situationen und Themen, die für das Alltagsleben von Jugendlichen von Bedeutung sind.

Sie können

  • ausführlichere Arbeits- und Übungsanleitungen sowie schriftliche Sicherungen von Unterrichtsergebnissen verstehen,
  • einfacheren kürzeren Sach- und Gebrauchstexten (u. a. Broschüren, Prospekten) wichtige Aussagen und wesentliche Details entnehmen,
  • einfache Gedichte bzw. chansons, jugendgemäße adaptierte Erzähltexte und szenische Texte verstehen.

Schreiben

Die Schülerinnen und Schüler können Lern- und Arbeitsprozesse mit eigenen Notizen begleiten und Ergebnisse schriftlich dokumentieren. Sie können kurze einfach strukturierte Texte verfassen, die sich auf Situationen und Themen beziehen, die für das Alltagsleben von Jugendlichen von Bedeutung sind.

Sie können

  • Notizen zur Unterstützung des eigenen Lernens sowie zur Sicherung gemeinsam erarbeiteter Lernergebnisse machen,
  • verschiedene Textsorten in einfacher Form nach Vorgaben verfassen (u. a. persönliche Briefe, E-Mails, SMS),
  • einfache kurze Texte über Sachverhalte, Erfahrungen, Ereignisse oder Erlebnisse verfassen (u. a. Wochenend-, Ferienbericht),
  • mit wenigen zusammenhängenden Sätzen Meinungen, Hoffnungen und Einstellungen formulieren,
  • mit wenigen kurzen Sätzen wichtige Informationen aus Texten wiedergeben (u. a. Angaben zu Thema, Personen, Ort, Zeit),
  • auf der Grundlage von Modelltexten einfache Geschichten, Gedichte, Chansontexte und szenische Texte durch Austausch und Abwandlung u. a. von handelnden Personen, Ort und Zeit der Handlung selbst verfassen sowie kurze Erzählungen fortschreiben.

Sprachmittlung

Die Schülerinnen und Schüler können in vertrauten Begegnungssituationen des Alltags soweit vermitteln, dass Informationen grundlegend verstanden werden.

Sie können

  • in der jeweils anderen Sprache das Wesentliche von einfacheren Äußerungen sinngemäß wiedergeben,
  • Kernaussagen kürzerer klar strukturierter deutsch- oder französischsprachiger Informationsmaterialien (u. a. Aushänge, Broschüren, Programme) in der jeweils anderen Sprache sinngemäß wiedergeben – auch in ausführlicherer Form, wenn vom Französischen ins Deutsche vermittelt wird.

Interkulturelle Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein grundlegendes Orientierungswissen zu Frankreich und erweitern ihr Wissen über frankophone Lebenswelten. Ihnen sind Gemeinsamkeiten und auffällige Unterschiede im Alltagsleben bewusst und sie können sich mit frankophonen Sprecherinnen und Sprechern in Begegnungssituationen darüber verständigen. Sie können vertraute Handlungssituationen im frankophonen Ausland bewältigen und dabei einige kulturspezifische Rituale erproben.

Orientierungswissen

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein grundlegendes Orientierungswissen zu folgenden Themenfeldern:

  • Persönliche Lebensgestaltung: einige typische Besonderheiten des französischen Alltagslebens (u. a. Freizeit, Sport, Musik, Medien)
  • Ausbildung/Schule/Beruf: Schulleben, Profil einer Schule in Frankreich
  • Gesellschaftliches Leben: exemplarische Begegnungen mit Institutionen und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens
  • Frankophonie, Regionen, regionale Besonderheiten: Besonderheiten und Eigenständigkeit des Lebens in einzelnen Regionen in Frankreich, Unterschiede zwischen großstädtischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen, wichtige Elemente der geographischen und politischen Gliederung Frankreichs

Werte, Haltungen und Einstellungen

Sie sind bereit und in der Lage,

  • im Umgang mit Menschen und Medien im Vertrauten das Fremde und im Fremden das Gemeinsame zu entdecken,
  • andere Wirklichkeiten der frankophonen Welt kennenzulernen und ihnen gegenüber Verständnis zu entwickeln.

Handeln in Begegnungssituationen

Sie können

  • in Begegnungssituationen im eigenen Umfeld und im frankophonen Ausland kulturspezifische Verhaltensweisen erproben,
  • Gleichaltrige aus frankophonen Kulturkreisen über sich selbst, ihre Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen und über wesentliche Aspekte ihrer Lebenswelt (u. a. Familie, Freunde, Wohnort, Schule) informieren und die entsprechenden Informationen und Ansichten des Kommunikationspartners erfragen.

Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit

Aussprache und Intonation

Die Schülerinnen und Schüler beherrschen die für die Alltagskommunikation üblichen Aussprache- und Intonationsmuster und verwenden diese beim Vortrag von Sprechtexten und in Alltagsgesprächen weitgehend korrekt.

Sie können

  • die für die Alltagskommunikation üblichen Aussprache- und Intonationsmuster verwenden und Lese- und Sprechtexte sinngestaltend laut lesen,
  • Unterrichts- und Alltagsgespräche phonetisch und intonatorisch weitgehend angemessen gestalten,
  • die phonetische Umschrift zur normgerechten Aussprache von Wörtern verwenden, denen sie in schriftlicher Form begegnen.

Wortschatz

Die Schülerinnen und Schüler wenden einen funktional und thematisch erweiterten Wortschatz im Allgemeinen so angemessen an, dass sie sich in vertrauten Alltagssituationen verständigen und zu Themen, die für das Alltagsleben von Jugendlichen von besonderer Bedeutung sind, äußern können. (Vgl. dazu die Themenfelder für das interkulturelle Orientierungswissen.)

Dies gilt für

  • den discours en classe (u.a. Erklärungen, Kommentare, Arbeitsabläufe, Arbeitsanleitungen, in Partner- und Gruppenarbeiten),
  • das Arbeiten mit Texten und Medien sowie die Beschreibung und Erläuterung einfacher sprachlicher Phänomene,
  • ausgewählte alltägliche Kommunikationssituationen (u.a. Verabredungen und Einladungen, Bestellung im Restaurant),
  • die Bereiche des interkulturellen Lernens.

Grammatik

Die Schülerinnen und Schüler verwenden ein erweitertes grammatisches Inventar in vertrauten Situationen so korrekt, dass die Verständlichkeit gesichert ist.

Sie können

  • über Ereignisse berichten und erzählen, wichtige Tempusformen anwenden (passé composé, imparfait), auch Gleich- und Vorzeitigkeit ausdrücken (être en train de, avant de, après avoir fait; venir de),
  • Vergleiche zur Darstellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden anstellen (comparatif und superlatif von Adjektiven und Adverbien),
  • Verbote/Erlaubnis, Aufforderungen/Bitten, Wünsche/Erwartungen und Verpflichtungen ausdrücken (impératif und infinitif),
  • einfache Annahmen oder Bedingungen formulieren,
  • Informationen in direkter und indirekter Rede darstellen (discours direct und discours indirect),
  • mündliche Äußerungen und schriftliche Texte durch Gliederungssignale (u.a. wichtige charnières) strukturieren.

Orthographie

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Orthographie des funktional und thematisch erweiterten Wortschatzes und wenden diese wie auch wichtige Zeichensetzungsregeln weitgehend korrekt an.

Sie können

  • die Kenntnis von grammatischen und lexikalischen Strukturen und Regeln für die normgerechte Schreibung nutzen,
  • typische Schrift-Laut-Kombinationen als Rechtschreibhilfe nutzen.

Methodische Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können Strategien, Methoden sowie Lern- und Arbeitstechniken, auch im Bereich der Neuen Technologien, sach- und bedarfsorientiert anwenden. Sie können Lerngelegenheiten gezielt nutzen, die sich aus dem Miteinander von Deutsch, ggf. Herkunftssprache sowie den bisher gelernten Fremdsprachen ergeben.

Hör-, Hör-Sehverstehen und Leseverstehen

Sie können

  • Verstehensinseln in Texten finden, indem sie Bedeutungen von neuen Wörtern mit Hilfe ihres sprachlichen Vorwissens (Deutsch, ggf. Herkunftssprache, Fremdsprachen), Weltwissens und eindeutiger Kontexte erschließen,
  • Lese- und Hörerwartungen nutzen sowie Techniken der detaillierten, selektiven und globalen Informationsentnahme bei der Auswertung gut verständlicher Lese-, Hör- bzw. Hör-Sehtexte unter Einsatz von Aufgabenapparaten und methodischen Hilfen angemessen anwenden,
  • Texte markieren und gliedern (u.a. Schlüsselwörter und -sätze unterstreichen bzw. umkästeln, Überschriften, Zwischenüberschriften finden, Textinhalte in einem Schaubild darstellen),
  • Notizen anfertigen bzw. wichtige Informationen aus dem Text in einem vorgegebenen Auswertungsgitter angemessen eintragen.

Sprechen und Schreiben

Sie können

  • bei Verständnisschwierigkeiten Fragen stellen sowie unterschiedliche Kompensationsstrategien nutzen,
  • für mündliche und schriftliche Produktionen Gedanken und Ideen sammeln und strukturieren (u. a. als Tabellen, Stichwortgeländer, Diagramme),
  • Arbeitsergebnisse mit Hilfe von Stichwörtern und einfachen Skizzen strukturiert darstellen,
  • mündliche und schriftliche Modelltexte für die eigene Produktion nutzen (u. a. Textelemente ersetzen, ausschmücken, umstellen, abwandeln),
  • Textteile unter Anwendung wichtiger charnières miteinander verbinden, eigene Texte sinnvoll gliedern,
  • eigene Texte sprachlich und inhaltlich überarbeiten.

Umgang mit Texten und Medien

Sie können

  • grundlegende Arbeitstechniken und Methoden einsetzen, um die Aussage und Wirkung von einfachen authentischen Texten zu erkunden:
    - in Bezug auf einfache fiktionale Texte u. a. Thema, Handlungsverlauf, Figuren, einzelne auffällige und von der Alltagssprache abweichende sprachliche Wirkungsmittel herausarbeiten,
    - in Bezug auf Sach- und Gebrauchstexte anhand prägnanter Beispiele (u. a. Werbetexte, Annoncen, Gebrauchsanweisungen, Nachrichten, Wetterberichte) gängige Textarten erkennen, das Layout beschreiben, Elemente und Struktur der Argumentation auffinden und benennen,
  • Formen des eigenen experimentierenden Schreibens bzw. Umgestaltens einsetzen, um die Wirkung von Texten zu erkunden:
    - Textelemente ausschneiden, umstellen, ersetzen und ausschmücken,
    - einfache Texte umwandeln,
    - einfache Texte szenisch umsetzen (u. a. in Rollenspielen oder Figureninterviews),
  • unter Anleitung die Möglichkeiten des Internets aufgabenbezogen für Recherchen und grenzüberschreitende Kommunikation nutzen.

Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen

Sie können

  • unter Einsatz von sprachlichen und methodischen Hilfen das Französische als Arbeitssprache phasenweise einsetzen,
  • grundlegende Verfahren der Wortschatzarbeit anwenden (u. a. systematische Arbeit mit dem Wörterbuch, Strukturierung des eigenen Wortschatzes nach unterschiedlichen Techniken und Methoden [Wortfelder, Wortfamilien, Definitionen]),
  • im Französischen und im Sprachvergleich Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten entdecken, Phänomene sammeln und ordnen, Regelmäßigkeiten beschreiben,
  • Hilfsmittel zum Nachschlagen und Lernen nutzen (u. a. zweisprachige Schülerwörterbücher, Vokabelanhänge in Lehrwerken, im Unterricht erstellte grammatische Übersichten, Grammatikdarstellungen in Lehrwerken),
  • einzelne Texte themenbezogen auswerten und entsprechende Stichwortnotizen inhaltlich strukturieren, Texte für das eigene sprachliche Lernen auswerten (u. a. nützliche Wörter und idiomatische Wendungen notieren),
  • umgrenzte Lern- und Arbeitsprozesse selbstständig und kooperativ gestalten (u. a. Arbeitsziele setzen, Material beschaffen, Präsentationen gestalten),
  • kleine Projekte durchführen und die Ergebnisse mit unterschiedlichen Hilfen (u. a. mit Gliederungen, Grafiken) und in verschiedenen Präsentationsformen (u. a. als Poster, Modelle) vorstellen,
  • eigene Fehlerschwerpunkte erkennen und aufarbeiten,
  • den weiteren eigenen Lernfortschritt anhand geeigneter Evaluationsinstrumente einschätzen und dokumentieren (u. a. Europäisches Portfolio der Sprachen).

3.1.3 F6: Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufe 9

Am Ende der Jahrgangsstufe 9 erreichen die Schülerinnen und Schüler das Referenzniveau B1 des GeR in den rezeptiven Bereichen sowie in Anteilen auch in den produktiven Bereichen.

Kommunikative Kompetenzen

Hörverstehen und Hör-Sehverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können Äußerungen verstehen und Hör- bzw. Hör-Sehtexten Hauptaussagen und Einzelinformationen entnehmen, wenn deutlich in Standardsprache gesprochen wird. Die Texte beziehen sich auf Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs.

Sie können

  • der Kommunikation im Unterricht vor allem bezogen auf Darstellung, Argumentation und Diskussion folgen,
  • in alltäglichen Gesprächssituationen zu alltäglichen oder vertrauten Sachverhalten und Themen das Wesentliche sowie Detailinformationen verstehen,
  • auch längere klar formulierte und gut verständliche authentische Hör- bzw. Hör-Sehtexte zu vertrauten Themen (u.a. chansons, Radio- und Fernsehnachrichten, Videoclips, kurze Filmsequenzen, Erzählungen, einfache Interviews) verstehen, ihnen Hauptaussagen und Einzelinformationen entnehmen.

Sprechen: an Gesprächen teilnehmen

Die Schülerinnen und Schüler können wichtige Kommunikationssituationen mit frankophonen Muttersprachlern bewältigen und sich über Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs sachbezogen unterhalten.

Sie können

  • im Rahmen des discours en classe Inhalte und Abläufe von Arbeitsprozessen beschreiben und Ergebnisse individueller und kooperativer Arbeitsprozesse kommentieren,
  • in alltäglichen Gesprächssituationen ihre Redeabsichten verwirklichen und dabei auch Nachfragen stellen, jemandem beipflichten/widersprechen, Gefühle äußern und auf Gefühlsäußerungen reagieren,
  • in einfacher Form in Gesprächen zu Themen, die für sie von besonderer Bedeutung sind, Erfahrungen einbringen, Meinungen äußern und begründen.

Sprechen: zusammenhängendes Sprechen

Die Schülerinnen und Schüler können Arbeitsprozesse und -ergebnisse sachbezogen präsentieren, diese erläutern und bewerten. Sie können ferner Gelesenes, Gehörtes und Gesehenes für andere zusammenfassen und und sich zu Texten und Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs sachbezogen äußern.

Sie können

  • Unterrichtsinhalte und -geschehen, Arbeitsvorhaben und Arbeitsergebnisse darstellen sowie Ergebnisse individueller und kooperativer Arbeitsprozesse ggf. mit visueller Unterstützung sachlich angemessen präsentieren,
  • Personen, ihre Lebenswelt, ihre Gewohnheiten, Interessen, Vorlieben und Abneigungen beschreiben und von alltäglichen Erlebnissen und Erfahrungen, Vorhaben und Plänen sowie persönlichen Wünschen, Zielen und Hoffnungen erzählen und berichten,
  • wesentliche Aussagen bzw. Inhalte von Texten (u. a. Sach- und Gebrauchstexten, Erzählungen, chansons, Filmsequenzen) zusammenfassen,
  • sich zu Inhalten von im Unterricht behandelten Texten und Themen zusammenhängend äußern sowie in einfacher Form ihre Einstellungen und Meinungen dazu formulieren.

Leseverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können – je nach Leseabsicht und -strategie – die zentralen Aussagen von klar strukturierten Texten, die sich auf Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs beziehen, erfassen, ihnen gezielt Informationen entnehmen und dabei auch textexternes Wissen heranziehen.

Sie können

  • schriftliche Darstellungen zu themenorientierten Unterrichtsvorhaben verstehen,
  • auch längeren einfacheren Sach- und Gebrauchstexten (u. a. Internetseiten, Sachbeiträgen in Jugendzeitschriften) den Sach- und Problemgehalt entnehmen sowie Einzelinformationen in den Kontext der Gesamtaussage einordnen,
  • auch längere einfachere fiktionale Texte verstehen.

Schreiben

Die Schülerinnen und Schüler können schriftlich Unterrichtsprozesse dokumentieren und Arbeitsergebnisse sachlich angemessen präsentieren. Sie können einfach strukturierte Texte über Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs verfassen sowie Textinhalte in einfacher Form zusammenfassen. Sie setzen die französische Sprache für einfache Formen des kreativen Schreibens ein.

Sie können

  • Unterrichts- und Arbeitsergebnisse so dokumentieren, dass Sachzusammenhänge deutlich werden,
  • unterschiedliche Typen von stärker formalisierten Gebrauchstexten (u.a. Anfrage/Reservierung, Lebenslauf, Bewerbung) in einfacher Form formulieren und gestalten,
  • in persönlichen Texten ihre Meinungen, Hoffnungen und Einstellungen darlegen und Handlungsvorschläge machen,
  • wesentliche Inhalte von klar strukturierten einfacheren fiktionalen Texten sowie von Sach- und Gebrauchstexten zusammenfassen und Angaben zur Form der Darstellung machen,
  • verschiedene Formen des kreativen Schreibens einsetzen (u.a. Texte fortschreiben/anreichern/aus anderer Perspektive erzählen oder – ggf. anhand entsprechender Modelltexte – eigene Gedichte, Szenen und Geschichten verfassen).

Sprachmittlung

Die Schülerinnen und Schüler können in vertrauten Begegnungssituationen des Alltags soweit vermitteln, dass auch wichtige Einzelheiten von Informationen verstanden werden.

Sie können

  • in der jeweils anderen Sprache Wesentliches und/oder Details auch von längeren einfacheren Äußerungen wiedergeben sowie – vor allem bei der Vermittlung vom Französischen ins Deutsche – ggf. notwendige Erläuterungen hinzufügen,
  • zentrale Informationen aus klar strukturierten schriftlichen Dokumenten (u. a. Annoncen, Anleitungen) in der jeweils anderen Sprache wiedergeben und – vor allem bei der Vermittlung vom Französischen ins Deutsche – ggf. notwendige Erläuterungen hinzufügen.

Interkulturelle Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein grundlegendes Orientierungswissen zu Frankreich und exemplarisch zu einem weiteren frankophonen Land (z. B. Belgien oder dem frankophonen Kanada). Sie können sich in Begegnungssituationen mit frankophonen Sprecherinnen und Sprechern über Gemeinsamkeiten und auffällige Unterschiede ihrer Lebenswelten austauschen. Sie können vertraute Handlungssituationen im frankophonen Ausland bewältigen und dabei wesentliche kulturspezifische Konventionen und Rituale berücksichtigen.

Orientierungswissen

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein grundlegendes Orientierungswissen zu folgenden Themenfeldern:

  • Persönliche Lebensgestaltung: Einblicke in die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen in Frankreich (u. a. Freundschaft/Partnerschaft, Jugendkulturen, Mediengewohnheiten, Ferienjobs), Beziehungen zwischen den Generationen
  • Ausbildung/Schule/Beruf: Schulsystem, Einblicke in die Berufswelt
  • Gesellschaftliches Leben: Erkundung der wichtigsten öffentlichen Medien (u. a. Fernsehsender, Tages- und Wochenzeitungen), Einblicke in das aktuelle politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben in Frankreich unter Berücksichtigung des europäischen/globalen Kontextes und der Beziehungen zu Deutschland
  • Frankophonie, Regionen, regionale Besonderheiten: Überblick über die frankophonen Länder, exemplarische Einblicke in die gesellschaftliche Wirklichkeit eines weiteren frankophonen Landes (z. B. Belgiens oder des frankophonen Kanadas)

Werte, Haltungen und Einstellungen

Sie sind bereit und in der Lage,

  • im Umgang mit Menschen und Medien andere mit deren Augen zu sehen, sich selbst mit den Augen anderer zu sehen (Perspektivwechsel) sowie Stereotype aufzuspüren und zu hinterfragen,
  • fremden Werten, Haltungen und Einstellungen tolerant, empathisch und, wenn nötig, mit kritischer Distanz zu begegnen.

Handeln in Begegnungssituationen

Sie können

  • in Begegnungssituationen wesentliche kulturspezifische Konventionen erkennen und beachten (u. a. Höflichkeitsformen, Begrüßungskonventionen, Darstellungskonventionen von schriftlichen Texten wie z. B. Bewerbungsschreiben),
  • Gleichaltrige und Erwachsene aus frankophonen Kulturkreisen über sich selbst und ihre Lebenswelt adressatengerecht informieren und die entsprechenden Informationen und Ansichten des Kommunikationspartners erfragen und verstehen.

Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit

Aussprache und Intonation

Die Schülerinnen und Schüler verwenden Aussprache- und Intonationsmuster weitgehend geläufig und korrekt und setzen diese ihren Sprechabsichten entsprechend angemessen ein.

Sie können

  • auch umfangreichere Sprech- und Lesetexte sinngestaltend und adressatenbezogen vortragen,
  • auch in authentischen Gesprächssituationen und einfach strukturierter freier Rede Aussprache und Intonation weitgehend angemessen realisieren.

Wortschatz

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über einen ausreichend großen Wortschatz, um sich bei der Bewältigung von Arbeitsprozessen im Unterricht und in der Auseinandersetzung mit den wesentlichen Themen des Unterrichts sowie ihres eigenen Erfahrungs- und Interessenbereiches sachlich angemessen äußern zu können. (Vgl. dazu die Themenfelder für das interkulturelle Orientierungswissen.)

Dies gilt für

  • den Gebrauch des Französischen als Arbeitssprache im Rahmen des discours en classe,
  • das Arbeiten mit Texten und Medien und die Beschreibung und Erläuterung sprachlicher Phänomene,
  • sie persönlich betreffende Themen (u. a. ihre Lebenswelt, Erlebnisse, Erfahrungen, Pläne, Wünsche, Ziele und Hoffnungen) sowie für gesellschaftliche Themen, die für sie als Jugendliche von besonderer Bedeutung sind,
  • die Bereiche des interkulturellen Lernens.

Grammatik

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein weitgehend angemessenes Repertoire häufig verwendeter grammatischer Formen und Strukturen für die Textrezeption und die Realisierung ihrer Sprech- und Schreibabsichten.

Sie können

  • Handlungen und Vorgänge durch Verben zeitlich positionieren (u. a. durch futur simple und plus-que-parfait; nur rezeptiv: passé simple),
  • Annahmen, Hypothesen oder Bedingungen formulieren (u. a. conditionnel),
  • Formen der Emphase, Gefühle und Meinungen äußern (u.a. frequente Formen des subjonctif présent und conditionnel),
  • Handlungen und Ereignisse aktivisch und passivisch darstellen,
  • komplexere Sachverhalte mit zeitlichen Ursache-, Wirkungs-, Grund-, Folge- oder Bedingung-Folge-Beziehungen in Satzgefügen formulieren (u. a. connecteurs, propositions conditionnelles),
  • in Texten unbekannte grammatische Elemente und Strukturen finden, ordnen, beschreiben und visualisieren sowie mit den entsprechenden Strukturen des Deutschen, weiterer Fremdsprachen und ggf. ihrer Herkunftssprache vergleichen.

Orthographie

Die Schülerinnen und Schüler verfügen weitgehend sicher und geläufig über die Orthographie eines funktions- und themenbezogenen Wortschatzes und elementare Regeln der Zeichensetzung.

Sie können

  • typische orthographische Muster weitgehend korrekt verwenden und als Rechtschreibhilfen systematisch nutzen,
  • Grundregeln der Zeichensetzung, die von der deutschen Sprache abweichen, im Wesentlichen korrekt anwenden.

Methodische Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können ein erweitertes Inventar von Strategien, Methoden sowie Lern- und Arbeitstechniken, auch im Bereich der Neuen Technologien, sach- und bedarfsorientiert anwenden.

Hör-, Hör-Sehverstehen und Leseverstehen

Sie können

  • unterschiedliche Verarbeitungsstile des aktiven Hörens, Hör-Sehens und Lesens (u. a. Nutzen von Lese- und Hörerwartungen, Techniken der globalen, selektiven und detaillierten Informationsentnahme) dem Lese- bzw. Hörauftrag angemessen und geläufig einsetzen,
  • Text- und Kontextwissen nutzen, um wesentliche Informationen zu erschließen,
  • längere Texte aufgabenbezogen gliedern und zusammenfassen, einfache Thesen formulieren,
  • inhaltlich oder stilistisch wichtige Passagen weitgehend ohne Auswertungshilfen identifizieren und in Notizen festhalten.

Sprechen und Schreiben

Sie können

  • Inhalte und sprachliche Mittel bereitstellen (u. a. Zusammenstellen von Informationen zu einem Themenkomplex),
  • Arbeitsergebnisse sachgerecht und adressatenorientiert unter Nutzung geeigneter Medien präsentieren (u. a. Plakate, Folien, Power-Point),
  • eigene Texte an die erforderliche Textsorte anpassen (u. a. durch Abrufen des entsprechenden Textwissens sowie entsprechender Routineformulierungen und Gestaltungsmittel),
  • Texte anhand von Bewertungskriterien (u. a. Checklisten) bewerten, korrigieren und überarbeiten.

Umgang mit Texten und Medien

Sie können

  • Arbeitstechniken und Methoden einsetzen, um die Aussage und Wirkung von einfachen authentischen Texten zu erkunden:
    − in Bezug auf einfache fiktionale Texte u. a. genauere Angaben zu den handelnden Personen, Ort und Zeit der Handlung sowie zum Handlungsverlauf bei Erzähltexten ermitteln, Texte grundlegenden Gattungen (Gedichte/chansons – Erzähltexte – szenische Texte) zuordnen und wesentliche Strukturelemente am Text belegen, auffällige und von der Alltagssprache abweichende sprachliche Wirkungsmittel herausarbeiten und auf der Grundlage entsprechender sprachlicher Hilfestellungen in ihrer Wirkung beschreiben, in einfachen mehrfach kodierten Texten (u. a. bandes dessinées, chansons, kurze Hörspiele und Filmszenen, Nachrichtensendungen) einzelne wesentliche Elemente des Zusammenspiels von Sprache, Bild und/oder Ton/Musik beschreiben, auf der Grundlage der Textarbeit zu ersten Deutungsansätzen gelangen,
    − in Bezug auf Sach- und Gebrauchstexte (u. a. Werbetexte, Nachrichten, einfache Interviews) gängige Textarten erkennen und dem Gang der Darstellung/Argumentation folgen, ggf. am Text Vermutungen über die Position des Verfassers anstellen,
  • produktionsorientierte und kreative Arbeitstechniken im Umgang mit Texten einsetzen:
    activités avant la lecture/l’écoute/le visionnement (u. a. Formulierung von Assoziationen und Erwartungshaltungen ausgehend von Titel, Bebilderung, Kapitelüberschriften, Musik eines chanson, DVD-Hülle), 
  • activités pendant la lecture/l’écoute/le visionnement (u. a. Gedanken/Gefühle von Protagonisten imaginieren, Leseprotokolle oder -tagebücher führen, Leerstellen füllen),
    activités après la lecture/l’écoute/le visionnement (u. a. den Text in eine andere vertraute Textsorte umwandeln, Texte in Form von Rollenspielen oder Figureninterviews inszenieren, eine quatrième de couverture erstellen und präsentieren),
  • die Möglichkeiten des Internets aufgabenbezogen für Recherche, Kommunikation und sprachliches Lernen nutzen sowie bei Bedarf selbstständig mit Lernsoftware arbeiten.

Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen

Sie können

  • das Französische als Arbeitssprache auch während längerer Phasen weitgehend angemessen einsetzen,
  • weitere Hilfsmittel zum Nachschlagen und Lernen nutzen (u. a. umfassendere zweisprachige – auch elektronische – Wörterbücher und Nachschlagewerke, einfache einsprachige Wörterbücher),
  • ein Grundinventar von Techniken zur Analyse sprachlicher Mittel einsetzen (im Französischen und im Sprachvergleich Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten entdecken),
  • Lern- und Arbeitsprozesse selbstständig und kooperativ gestalten (u. a. Arbeitsziele und -verfahren aushandeln),
  • mit einfachen Dossiers oder Textsammlungen selbstständig und in der Gruppe arbeiten und/oder Texte und Materialien zu einem Thema selbst zusammenstellen,
  • kreative, erkundende und/oder grenzüberschreitende Unterrichtsvorhaben und Projekte in kooperativen Arbeitsprozessen durchführen,
  • Übungs- und Testaufgaben zur Selbstevaluation und bei Bedarf zum systematischen Sprachtraining einsetzen und sich ggf. an externen Zertifikatsprüfungen beteiligen (u. a. DELF),
  • den weiteren eigenen Lernfortschritt anhand geeigneter Evaluationsinstrumente einschätzen und dokumentieren (u. a. Europäisches Portfolio der Sprachen).

3.2 Französisch ab Jahrgangsstufe 5 (F5)

Der Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 5 strebt vertieftes Lernen in allen Bereichen des Faches an. Die Schülerinnen und Schüler erreichen bezüglich aller kommunikativen Fähigkeiten am Ende der Jahrgangsstufe 9 das Referenzniveau B1 des GeR.

Im Prinzip orientiert sich der Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 5 an den Kompetenzerwartungen, die in Kapitel 3.1 für F6 dargestellt werden. Er geht jedoch darüber hinaus, indem Schwerpunkte gesetzt werden, die den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, Französisch erfolgreich als Arbeitssprache in anderen Fächern zu verwenden (bilingualer Sachfachunterricht, bilinguale Module). Das betrifft insbesondere

  • die Geläufigkeit in der Verwendung von Französisch als Unterrichts- und Arbeitssprache,
  • die differenzierte Verfügbarkeit über ein erweitertes Repertoire von sprachlichen Mitteln für die sach- und themenorientierte Kommunikation,
  • die Erschließung auch von längeren authentischen Sach- und Gebrauchstexten,
  • die Erweiterung der Leseerfahrungen mit einfachen literarischen Texten,
  • das zusammenhängende darstellende, erläuternde und argumentierende Sprechen,
  • die Produktion von umfangreicheren Texten mit darstellender, erläuternder und argumentierender Funktion,
  • die Anwendung eines erweiterten Methodenrepertoires im Umgang mit literarischen bzw. fiktionalen Texten sowie mit Sach- und Gebrauchstexten.

3.3 Französisch ab Jahrgangsstufe 8 (F8)

Für die Schülerinnen und Schüler im Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 8 ist Französisch die dritte Fremdsprache. Sie verfügen über entsprechende Lern- und Arbeitstechniken sowie vertiefte fremdsprachliche Lernerfahrungen. So können sie im Unterricht verstärkt sprachliche Regeln, Strukturen und Formen, die sie in anderen Sprachen kennengelernt haben, mit denen des Französischen vergleichen. Diese Lernvoraussetzungen ermöglichen einen stärkeren Einsatz kognitivierender Verfahren und führen so zu einem schnelleren Lernfortschritt als in F5 und F6.

Im Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 8 erwerben die Schülerinnen und Schüler eine tragfähige Grundlage für die Handlungsfähigkeit in Alltagssituationen sowie die Voraussetzungen, um den Französischunterricht in Kursen der gymnasialen Oberstufe – auch zusammen mit Schülerinnen und Schülern aus anderen Lehrgängen der Sekundarstufe I (vornehmlich F6) – erfolgreich fortsetzen zu können. Für den Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 8 liegen daher die unterrichtlichen Schwerpunkte bei

  • der Vermittlung grundlegender Fähigkeiten, sich am Unterrichtsgespräch aktiv zu beteiligen und Französisch als Unterrichtssprache zu verwenden,
  • dem zügigen Aufbau eines Repertoires sprachlicher Mittel für die sach- und themenbezogene Kommunikation sowie ihrer Handhabung nach den grundlegenden Normen situativer Angemessenheit und sprachlicher Korrektheit,
  • der Erschließung von Sach- und Gebrauchstexten,
  • der Anbahnung von Fähigkeiten, Arbeitsergebnisse zusammenhängend und strukturiert mündlich und schriftlich darzustellen.

Am Ende der Jahrgangsstufe 9 haben die Schülerinnen und Schüler das Referenzniveau A2 mit Anteilen von B1 in den rezeptiven Bereichen erreicht. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die grundlegenden sprachlichen Mittel durch größere Lernökonomie im Wesentlichen zwar erarbeitet, aber nicht in gleicher Weise von den Schülerinnen und Schülern aktiv beherrscht werden können, wie dies bei F5 oder F6 zu erwarten ist. Gleiches gilt für den Grad der Beherrschung der kommunikativen Fertigkeiten.

3.3.1 F8: Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufe 8

Am Ende der Jahrgangsstufe 8 erreichen die Schülerinnen und Schüler das Referenzniveau A1 des GeR mit Anteilen von A2 in den rezeptiven Bereichen.

Kommunikative Kompetenzen

Hörverstehen und Hör-Sehverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können nach angemessener sprachlicher Vorbereitung einfache Äußerungen verstehen und Hör- bzw. Hör-Sehtexten, die sich auf vertraute Alltagssituationen sowie auf Themen beziehen, die für das Alltagsleben von Jugendlichen von Bedeutung sind, Schlüsselwörter und einzelne Aussagen entnehmen, wenn in einfacher Standardsprache langsam und deutlich gesprochen wird.

Sie können

  • im Unterricht u. a. Bitten, Aufforderungen, Fragen und Erklärungen verstehen,
  • einfach formulierten authentischen Hör- bzw. Hör-Sehtexten (u. a. Durchsagen, kurzen Wetterberichten, Telefonaten, einfachsten chansons) ggf. nach mehrfachem Hören wesentliche Informationen entnehmen,
  • einfachen didaktisierten Hörtexten (u. a. Lehrwerktexten, einfachen Gebrauchstexten und Geschichten) nach bestimmten Vorgaben und Mustern (u. a. grilles d’écoute) wesentliche Informationen entnehmen.

Sprechen: an Gesprächen teilnehmen

Die Schülerinnen und Schüler können sich in einfachen vertrauten Alltags- und Unterrichtssituationen nach angemessener sprachlicher Vorbereitung verständigen. Sie können

  • im Rahmen des discours en classe u. a. einfache Fragen zu Inhalt und Ablauf des Unterrichts stellen und beantworten sowie auf Äußerungen mit fest verknüpften Wendungen und kurzen Sätzen reagieren,
  • in kurzen Rollenspielen elementare Situationen im frankophonen Ausland simulieren (u. a. einkaufen, sich nach etwas erkundigen),
  • sich an elementaren Kontaktgesprächen und eingeübten Interviewgesprächen beteiligen und mit elementaren sprachlichen Mitteln ihre Interessen benennen.

Sprechen: zusammenhängendes Sprechen

Die Schülerinnen und Schüler können sich in einfach strukturierten Wendungen zum Unterrichtsgeschehen äußern sowie einfache Angaben über sich selbst, andere Personen und Orte machen.

Sie können

  • in Form von fest verknüpften Wendungen kurze Rückmeldungen zu Unterrichtsinhalten und -geschehen sowie Arbeitsergebnissen geben,
  • mit elementaren sprachlichen Mitteln Auskünfte über sich und andere geben,
  • in einfachen Sätzen Bilder, Orte und Wege beschreiben,
  • einfache Texte (u. a. kurze Geschichten, Gedichte) sinngestaltend vortragen.

Leseverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können nach angemessener sprachlicher Vorbereitung kurzen einfachen Texten zu vertrauten Alltagssituationen und Themen, die für das Alltagsleben von Jugendlichen von Bedeutung sind, wesentliche Informationen entnehmen.

Sie können

  • Aufgabenstellungen, Erklärungen von Arbeitsvorhaben, Arbeits- und Übungsanleitungen, schriftliche Sicherungen von Unterrichtsergebnissen verstehen,
  • kurzen einfach formulierten privaten und öffentlichen Alltagstexten (u. a. Postkarten, E-Mails, SMS, kurzen Briefen, Werbung, Anzeigen) wichtige Informationen entnehmen,
  • didaktisierten Lesetexten, unterstützt durch angemessene sprachliche und methodische Hilfen, wesentliche Informationen entnehmen.

Schreiben

Die Schülerinnen und Schüler können Unterrichts- und Lernergebnisse schriftlich festhalten und sehr einfache Alltagstexte verfassen.

Sie können

  • aktuelle Unterrichtsergebnisse in Form von einfachen Notizen dokumentieren,
  • kurze Alltags- und Gebrauchstexte verfassen (u. a. Postkarten, E-Mails, kurze Briefe) und mit kurzen einfach strukturierten Sätzen eigene Erlebnisse und Erfahrungen darstellen,
  • einfache Muster- und Modelltexte durch den Austausch einzelner Wörter und Wendungen umformen bzw. Leerstellen füllen und so u. a. kurze Dialoge, Gedichte, Liedtexte, Beschreibungen, Porträts, Wegbeschreibungen verschriftlichen.

Sprachmittlung

Die Schülerinnen und Schüler können in elementaren und in simulierten vertrauten Begegnungssituationen des Alltags das Wichtigste von Äußerungen in der jeweils anderen Sprache verständlich wiedergeben.

Sie können

  • einfache Äußerungen in der jeweils anderen Sprache stichwortartig wiedergeben,
  • einfache, für die Bewältigung der Situation notwendige Informationen (u. a. Anweisungen, Erklärungen) in der eigenen Sprache zusammenhängend und in Französisch mit Schlüsselwörtern wiedergeben.

Interkulturelle Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können im Umgang mit sehr einfach abgefassten französischsprachigen Texten und Medien, ggf. auch mit Hilfe deutschsprachiger Texte und Medien, sowie durch persönliche Kontakte den Alltag frankophoner Umgebungen erkunden und die gewonnenen Einsichten mit der eigenen Lebenswelt vergleichen.

Orientierungswissen

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein grundlegendes Orientierungswissen zu den folgenden Themenfeldern:

  • Persönliche Lebensgestaltung: Familie, Freunde, tägliches Leben und Tagesabläufe, Freizeit
  • Ausbildung/Schule/Beruf: Aspekte des Schulalltags einer Schule in Frankreich, Schule und schulisches Umfeld (u. a. Fächer, Stundenplan)
  • Gesellschaftliches Leben: Feste und Traditionen, jugendgemäße, aktuelle kulturelle Ereignisse in Frankreich
  • Frankophonie, Regionen, regionale Besonderheiten: das Leben in einer französischen Großstadt, Überblick über die Regionen Frankreichs

Werte, Haltungen und Einstellungen

Die Schülerinnen und Schüler sind bereit und in der Lage,

  • in ihrer Lebenswelt Spuren der französischen Sprache und frankophoner Kulturen (u. a. französische Wörter in den Herkunftssprachen, „typisch französische“ Waren und Symbole, Figuren aus bandes dessinées, berühmte Personen, aktuelle chansons) zu entdecken,
  • Offenheit und Neugierde für die Lebenswelt frankophoner Jugendlicher zu entwickeln, kulturspezifische Informationen der französischsprachigen Lebenswelt aufzunehmen und mit eigenen Erfahrungen zu vergleichen.

Handeln in Begegnungssituationen

Sie können

  • in Alltagssituationen unter Berücksichtigung elementarer Höflichkeitsformen (u. a. donner la bise) Kontakte aufnehmen,
  • in einfachen kurzen Rollenspielen Alltagssituationen im frankophonen Ausland simulieren.

Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit

Aussprache und Intonation

Die Schülerinnen und Schüler sind mit den grundlegenden Aussprache- und Intonationsmustern vertraut und verwenden diese im Zusammenhang mit den im Unterricht erarbeiteten Dialogen und Texten weitgehend korrekt.

Sie können

  • elementare Aussprache- und Intonationsmuster anwenden,
  • die Intonationsmuster von einfachen Aussagesätzen, Fragen und Aufforderungen erkennen und selbst angemessen verwenden,
  • wichtigen Zeichen der phonetischen Umschrift die entsprechenden Lautwerte – im Sinne einer Lernhilfe – zuordnen (Aussprachehilfe für sprachtypische Laute).

Wortschatz

Die Schülerinnen und Schüler verfügen aktiv über einen hinreichend großen Basiswortschatz, um in vertrauten Alltagssituationen elementaren Kommunikationsbedürfnissen gerecht zu werden. (Vgl. dazu die Themenfelder für das interkulturelle Orientierungswissen.)

Dies gilt für

  • den discours en classe,
  • die Darstellung der eigenen Person und des eigenen Lebensumfeldes,
  • elementare Kontaktgespräche (u. a. Begrüßung, Wetter) und Alltagssituationen,
  • – vorwiegend rezeptiv – die Lexik der im Unterricht erarbeiteten Texte,
  • die Bereiche des interkulturellen Lernens.

Grammatik

Die Schülerinnen und Schüler verwenden ein grammatisches Grundinventar in einfachen vertrauten Situationen so korrekt, dass die Verständlichkeit gesichert ist.

Sie können 

  • Personen, Sachen, Sachverhalte, Tätigkeiten und Geschehnisse kennzeichnen (u. a. durch den Gebrauch der articles définis und indéfinis, von Determinanten),
  • bejahte und verneinte Aussagen machen, Fragen stellen, Bitten und Aufforderungen formulieren und einfach formulierte Vorschläge machen (Aussagesätze, Fragen, Verneinungen, Imperativ),
  • in einfacher Form über Wünsche, Vorlieben und Interessen sprechen und dabei modale Hilfsverben anwenden (pouvoir, vouloir, devoir),
  • Aussagen und Sätze mit einfachen Konnektoren (et, ou, mais; d’abord, ensuite, puis, enfin) verbinden,
  • räumliche, zeitliche und logische Bezüge in elementarer Form darstellen (Gebrauch elementarer Zeit- und Ortsadverbien, einfache Relativsätze, Satzstrukturen mit adverbialen Ergänzungen, u. a. quand- und parce que-Satz),
  • über gegenwärtige, vergangene und zukünftige Ereignisse aus dem eigenen Erfahrungsbereich berichten oder erzählen und dabei grundlegende Tempusformen anwenden (présent, frequente Formen des passé composé, futur composé).

Orthographie

Die Schülerinnen und Schüler verfügen weitgehend sicher über die Orthographie ihres produktiven Basiswortschatzes.

Sie können

  • grundlegende Laut-Schriftzeichen-Entsprechungen und Schriftzeichenkombinationen korrekt verwenden,
  • phonetisch und semantisch relevante Sonderzeichen (u. a. e accent aigu, e accent grave, cédille; a/à, ou/où) weitgehend richtig verwenden,
  • wichtige Regeln zur Groß- und Kleinschreibung (Satzanfänge, Namen) anwenden.

Methodische Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können ein Grundinventar von Lern- und Arbeitstechniken für selbstständiges und kooperatives Lernen anwenden.

Hör-, Hör-Sehverstehen und Leseverstehen

Sie können

  • Vorwissen aktivieren (u. a. Assoziationen zu einem Thema oder einer Überschrift sammeln, ein Vokabelnetz erstellen),
  • Bedeutungen von unbekannten Wörtern mit Hilfe ihres sprachlichen Vorwissens (Deutsch, Fremdsprachen, ggf. Herkunftssprachen), ihres Weltwissens und eindeutiger Kontexte erschließen,
  • aufgrund von Überschriften und/oder visueller Hilfen Vermutungen über das Thema bzw. wesentliche Inhalte eines Textes äußern,
  • gelenkte Aufgaben zum detaillierten, selektiven und globalen Hören und Lesen bearbeiten und mit einfachen Übungs- und Testverfahren zum Hör- und Leseverstehen (u. a. Lückentext, Richtig-Falsch-Aufgaben, Multiple-Choice-Aufgaben) umgehen,
  • Texte gliedern und wesentliche Informationen hervorheben (u. a. Schlüsselwörter und -sätze unterstreichen oder farblich markieren, Sinnabschnitte kennzeichnen, Überschriften finden),
  • einfache Notizen anfertigen, indem sie diese (u. a. am Textrand, in einem vorgegebenen Auswertungsraster) sachgerecht eintragen.

Sprechen und Schreiben

Sie können

  • bei Verständnisschwierigkeiten Fragen stellen bzw. um Wiederholung bitten sowie bei Ausdrucksschwierigkeiten sinnverwandte Wörter benutzen,
  • für mündliche und schriftliche Produktionen Gedanken und Ideen sammeln und notieren (u. a. als Tabellen, Stichwortgeländer),
  • mit Hilfe von Stichwörtern, Stichwortgeländern, Bildleisten oder Techniken des Memorisierens einfache Dialoge, Rollenspiele, Sketche, Gedichte und Geschichten vortragen,
  • Arbeitsergebnisse mit Hilfe von Stichwörtern und einfachen Sätzen darstellen,
  • einfache Umformungen von Modelltexten vornehmen und ergänzen (u. a. Austauschen, Umstellen, Füllen und Ausschmücken von Textelementen) und eigene Texte nach Vorlagen gestalten,
  • eigene Texte sprachlich und inhaltlich überarbeiten.

Umgang mit Texten und Medien

Sie können

  • aus einfachen Texten wesentliche Informationen herausfinden (u. a. Handlungsanweisungen aus Hinweisschildern, Hauptfiguren und Handlungen aus kurzen Geschichten, Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie Themen aus Gesprächen),
  • kurze Texte umformen und gestalten (u. a. Dialoge ergänzen und auf Tonträger aufnehmen, Erzähltexte ergänzen, abwandeln und/oder zu Ende schreiben).

Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen

Sie können

  • unter Einsatz von sprachlichen und methodischen Hilfen in einzelnen Unterrichtsphasen die Verwendung des Französischen als Arbeitssprache erproben,
  • grundlegende Verfahren der Wortschatzarbeit anwenden (u. a. mit Bildern und Schaubildern arbeiten, einfache Definitionen und Paraphrasen bilden und entsprechende Lernsoftware nutzen),
  • im Sprachvergleich Ähnlichkeiten und Verschiedenheiten entdecken, sprachliche Formen sammeln und ordnen, Regelmäßigkeiten feststellen,
  • Hilfsmittel zum Nachschlagen und Lernen nutzen (u. a. zweisprachige Schülerwörterbücher, Vokabelanhänge in Lehrwerken, im Unterricht erstellte grammatische Übersichten, Grammatikdarstellungen in Lehrwerken),
  • kleine kreative, erkundende und/oder grenzüberschreitende Projekte in kooperativen Arbeitsprozessen durchführen (u. a. E-Mail-Projekte),
  • eigene Fehlerschwerpunkte erkennen und aufarbeiten,
  • den eigenen Lernfortschritt im ersten Lernjahr anhand geeigneter Evaluationsinstrumente einschätzen und dokumentieren (u. a. Europäisches Portfolio der Sprachen).

3.3.2 F8: Kompetenzerwartungen am Ende der Jahrgangsstufe 9

Am Ende der Jahrgangsstufe 9 erreichen die Schülerinnen und Schüler das Referenzniveau A2 des GeR mit Anteilen von B1 in den rezeptiven Bereichen.

Kommunikative Kompetenzen

Hörverstehen und Hör-Sehverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können Äußerungen verstehen und Hör- bzw. Hör-Sehtexten wichtige Informationen entnehmen, wenn die sprachlichen Mittel überwiegend aus dem Unterricht bekannt sind und deutlich in Standardsprache gesprochen wird. Die Texte beziehen sich auf Situationen und Themen ihres Alltagslebens sowie auf Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs.

Sie können

  • wesentliche Informationen zum Unterrichtsablauf verstehen und einfachen darstellenden, argumentierenden und erzählenden bzw. berichtenden Beiträgen folgen,
  • einer Unterhaltung die Hauptinformationen entnehmen (u. a. Thema, Aussagen unterschiedlicher Sprecher),
  • klar formulierten und gut verständlichen authentischen Hör- und Hör-Sehtexten (u. a. Wetterberichten, kurzen Geschichten, Erzählungen, einfachen Interviews, chansons, Videoclips) die Hauptaussagen entnehmen.

Sprechen: an Gesprächen teilnehmen

Die Schülerinnen und Schüler können sich in vertrauten Alltags- und Unterrichtssituationen, ggf. nach angemessener sprachlicher Vorbereitung, verständigen.

Sie können

  • im Rahmen des discours en classe Auskünfte bzw. Rückmeldungen zu Unterrichtsgeschehen und Arbeitsprozessen geben,
  • in Rollenspielen, in Begegnungssituationen und Partnerinterviews einfache alltägliche Kommunikationssituationen sprachlich bewältigen,
  • sich mit einzelnen Äußerungen an Gesprächen beteiligen, in denen es um Themen aus Alltag, Schule, Freizeit oder um die eigene Zukunftsplanung geht.

Sprechen: zusammenhängendes Sprechen

Die Schülerinnen und Schüler können Arbeitsergebnisse zusammenfassen und einfach strukturiert präsentieren. Sie können nach angemessener sprachlicher Vorbereitung Beschreibungen von Personen, alltäglichen Routinen und Grundbefindlichkeiten geben sowie wesentliche Aussagen von Gelesenem, Gehörtem und Gesehenem in einfacher Form wiedergeben, wenn es sich auf Situationen des Alltagslebens von Jugendlichen und auf einfache Sachverhalte im Zusammenhang mit Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs bezieht.

Sie können

  • in kurzen Präsentationen Arbeitsergebnisse unter Verwendung von visuellen Hilfsmitteln oder Notizen vorstellen,
  • einfach strukturierte Auskünfte über sich und andere geben sowie über einige für sie bedeutsame Themen sprechen,
  • wichtige Aussagen und Inhalte von Sach- und Gebrauchstexten sowie Filmsequenzen in einfacher Form wiedergeben,
  • kurze Geschichten, Gedichte und Liedtexte sinngestaltend vortragen und die wichtigsten Inhalte in einfacher Form wiedergeben.

Leseverstehen

Die Schülerinnen und Schüler können – je nach Leseabsicht und -strategie – zentrale Aussagen von klar strukturierten Texten, die im Unterricht sprachlich vorbereitet wurden, erfassen und ihnen gezielt Informationen entnehmen. Die Texte beziehen sich auf Situationen und Themen ihres Alltagslebens sowie auf Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs.

Sie können

  • ausführlichere Arbeits- und Übungsanleitungen sowie schriftliche Sicherungen von Unterrichtsergebnissen verstehen,
  • auch längeren einfacheren Sach- und Gebrauchstexten (u. a. Broschüren, Prospekten, Internetseiten, Sachbeiträgen in Jugendzeitschriften) wichtige Aussagen und wesentliche Details entnehmen,
  • einfache Gedichte bzw. chansons und jugendgemäße adaptierte Erzähltexte verstehen.

Schreiben

Die Schülerinnen und Schüler können kürzere einfach strukturierte Texte zu Unterrichtsinhalten, zu Situationen des Alltagslebens von Jugendlichen und zu einfachen Sachverhalten im Zusammenhang mit Themen ihres Interessen- und Erfahrungsbereichs verfassen.

Sie können

  • Unterrichts- und Arbeitsergebnisse zusammenfassen,
  • verschiedene Textsorten in einfacher Form nach Vorgaben verfassen (u. a. persönliche Briefe, E-Mails, SMS, Lebenslauf, Bewerbungsschreiben),
  • einfache kürzere Texte über Sachverhalte, Erfahrungen, Ereignisse oder Erlebnisse verfassen (u. a. Wochenend-, Ferienbericht),
  • in persönlichen Texten ihre Meinungen, Hoffnungen und Einstellungen in knapper Form erläutern,
  • in knapper zusammenhängender Form wichtige Informationen aus Texten wiedergeben (u. a. Angaben zu Thema, Personen, Ort, Zeit),
  • anhand von Modelltexten eigene kreative Schreibversuche (u. a. kurze Gedichte, Erzählungen) unternehmen.

Sprachmittlung

Die Schülerinnen und Schüler können in vertrauten Begegnungssituationen des Alltags soweit vermitteln, dass Informationen grundlegend verstanden werden.

Sie können

  • in der jeweils anderen Sprache das Wesentliche von einfacheren Äußerungen sinngemäß wiedergeben und – vor allem bei der Vermittlung vom Französischen ins Deutsche – ggf. notwendige Erläuterungen hinzufügen,
  • Kernaussagen klar strukturierter deutsch- oder französischsprachiger Informationsmaterialien (u. a. Broschüren, Programme, Anleitungen) in der jeweils anderen Sprache sinngemäß zusammenfassen und – vor allem bei der Vermittlung vom Französischen ins Deutsche – ggf. notwendige Erläuterungen hinzufügen.

Interkulturelle Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein grundlegendes Orientierungswissen zu Frankreich. Sie sind aufgeschlossen für die Erkundung frankophoner Lebenswelten und interkultureller Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Sie können in Begegnungssituationen ein Bild von sich und ihrem Lebensumfeld vermitteln und vertraute Handlungssituationen im frankophonen Ausland bewältigen.

Orientierungswissen

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über ein grundlegendes Orientierungswissen zu den folgenden Themenfeldern:

  • Persönliche Lebensgestaltung: Einblicke in die Lebenswirklichkeit von Jugendlichen in Frankreich (u. a. Freundschaft/Partnerschaft, Freizeit, Mediengewohnheiten, Ferienjobs)
  • Ausbildung/Schule/Beruf: Schulsystem, Einblicke in die Berufswelt
  • Gesellschaftliches Leben: Erkundung einzelner wichtiger öffentlicher Medien (u. a. Fernsehsender, Tages- und Wochenzeitungen), Einblicke in das aktuelle politische, kulturelle, soziale und wirtschaftliche Leben in Frankreich, ggf. unter Berücksichtigung des europäischen/globalen Kontextes sowie der Beziehung zu Deutschland
  • Frankophonie, Regionen und regionale Besonderheiten: Beschäftigung mit einer ausgewählten Region in Frankreich, Überblick über die frankophonen Länder

Werte, Haltungen und Einstellungen

Sie sind bereit und in der Lage

  • im Umgang mit Menschen und Medien im Vertrauten das Fremde und im Fremden das Gemeinsame zu entdecken, Stereotype aufzuspüren bzw. zu hinterfragen,
  • andere Wirklichkeiten der frankophonen Welt kennenzulernen und Toleranz und Empathie zu entwickeln.

Handeln in Begegnungssituationen

Sie können

  • in Begegnungssituationen im eigenen Umfeld und im frankophonen Ausland ihr Repertoire an kulturspezifischen Konventionen anwenden und erweitern,
  • Gleichaltrige aus frankophonen Kulturkreisen über sich selbst, ihre Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen und über wesentliche Aspekte ihrer Lebenswelt informieren und entsprechende Informationen und Ansichten des Kommunikationspartners erfragen.

Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit

Aussprache und Intonation

Die Schülerinnen und Schüler beherrschen die für die Alltagskommunikation üblichen Aussprache- und Intonationsmuster und verwenden diese beim Vortrag von Sprechtexten und in Alltagsgesprächen weitgehend korrekt.

Sie können

  • auch umfangreichere oder selbst verfasste Lese- und Sprechtexte sinngestaltend vortragen,
  • Unterrichts- und Alltagsgespräche phonetisch und intonatorisch weitgehend angemessen gestalten,
  • die phonetische Umschrift zur Aussprache von Wörtern nutzen.

Wortschatz

Die Schülerinnen und Schüler wenden einen funktional und thematisch erweiterten Wortschatz im Allgemeinen so angemessen an, dass sie sich in vertrauten Alltagssituationen verständigen und zu Themen, die für das Alltagsleben von Jugendlichen von besonderer Bedeutung sind, äußern können. (Vgl. dazu die Themenfelder für das interkulturelle Orientierungswissen.)

Dies gilt für

  • den discours en classe (u. a. Erklärungen, Kommentare, Arbeitsabläufe, Arbeitsanleitungen, einfache Stellungnahmen in Feedbacks, in Partner- und Gruppenarbeiten),
  • das Arbeiten mit Texten und Medien sowie die Beschreibung und Erläuterung einfacher sprachlicher Phänomene,
  • die Bereiche des interkulturellen Lernens.

Grammatik

Die Schülerinnen und Schüler verwenden ein erweitertes grammatisches Inventar in vertrauten Situationen in der Regel so korrekt, dass die Verständlichkeit gesichert ist.

Sie können

  • über vergangene und künftige Ereignisse berichten und erzählen: weitere wichtige Tempusformen anwenden (imparfait, plus-que-parfait, futur simple),
  • Gegenstände, Sachverhalte, Personen und Handlungen näher charakterisieren (u. a. durch Gebrauch und Stellung von hochfrequenten Adjektiven und Adverbien),
  • Vergleiche zur Darstellung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden anstellen (comparatif und superlatif von Adjektiven und Adverbien),
  • Gefühle, Aufforderungen/Bitten, Wünsche/Erwartungen ausdrücken (u. a. durch den Gebrauch von impératif, infinitif und frequente Formen des subjonctif présent),
  • einfache Annahmen oder Bedingungen formulieren (u. a. frequente Formen des conditionnel),
  • Teilsätze miteinander verknüpfen (durch Verwendung von Konjunktionen und weiterer Relativpronomina),
  • mündliche Äußerungen und schriftliche Texte durch weitere charnières (u. a. de plus, c’ est pourquoi) strukturieren.

Orthographie

Die Schülerinnen und Schüler verfügen über die Orthographie eines erweiterten Wortschatzes und wenden diese wie auch wichtige Zeichensetzungsregeln weitgehend korrekt an.

Sie können

  • grammatische und lexikalische Regelmäßigkeiten nutzen,
  • typische Schrift-Laut-Kombinationen als Rechtschreibhilfe nutzen.

Methodische Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler können Strategien, Methoden sowie Lern- und Arbeitstechniken, auch im Bereich der Neuen Technologien, sach- und bedarfsorientiert anwenden. Sie können Lerngelegenheiten gezielt nutzen, die sich aus dem Miteinander von Deutsch, ggf. Herkunftssprache sowie den bisher gelernten Fremdsprachen ergeben.

Hör-, Hör-Sehverstehen und Leseverstehen

Sie können

  • Verstehensinseln in Texten finden, indem sie Bedeutungen von unbekannten Wörtern mit Hilfe ihres sprachlichen Vorwissens (Deutsch, ggf. Herkunftssprache, Fremdsprachen), Weltwissens und eindeutiger Kontexte erschließen,
  • Lese- und Hörerwartungen nutzen sowie Techniken der detaillierten, selektiven und globalen Informationsentnahme bei der Auswertung gut verständlicher Lese-, Hör- bzw. Hör-Sehtexte unter Einsatz von Aufgabenapparaten und methodischen Hilfen angemessen anwenden,
  • Vor- und Kontextwissen nutzen, um wesentliche Informationen zu erschließen,
  • Texte markieren und gliedern (u. a. Überschriften, Zwischenüberschriften finden, Textinhalte in einfachen Schaubildern darstellen),
  • Notizen anfertigen bzw. wichtige Informationen des jeweiligen Textes in einem Protokoll angemessen eintragen.

Sprechen und Schreiben

Sie können

  • für mündliche und schriftliche Produktionen Gedanken und Ideen sammeln und strukturieren (u. a. als Tabellen, Stichwortgeländer, Strukturskizzen und Assoziogramme),
  • Arbeitsergebnisse mit Hilfe von Stichwörtern und einfachen Skizzen darstellen,
  • mündliche und schriftliche Modelltexte für die eigene Produktion nutzen (Textelemente ersetzen, ausschmücken, umstellen, abwandeln),
  • Texte unter Anwendung von Gliederungssignalen strukturieren und Textteile durch Einsatz weiterer charnières miteinander verbinden,
  • Texte anhand von Bewertungskriterien (u. a. Checklisten) bewerten, korrigieren und überarbeiten.

Umgang mit Texten und Medien

Sie können

  • Arbeitstechniken und Methoden einsetzen, um die Aussage und Wirkung von einfachen authentischen Texten zu erkunden:
    − in Bezug auf einfache fiktionale Texte u. a. Thema, Handlungsverlauf, Figuren, einzelne auffällige und von der Alltagssprache abweichende sprachliche Wirkungsmittel herausarbeiten,
    − in Bezug auf Sach- und Gebrauchstexte (u. a. Werbetexte, Annoncen, Gebrauchsanweisungen, Nachrichten, Wetterberichte) geläufige Textarten erkennen, das Layout beschreiben, Elemente der Argumentationsstruktur auffinden und benennen,
  • Formen des eigenen experimentierenden Schreibens bzw. Umgestaltens einsetzen, um die Wirkung von Texten zu erkunden:
    − Textelemente ausschneiden, umstellen, ersetzen und ausschmücken,
    − einfache Texte umwandeln,
    − einfache Texte szenisch umsetzen (u. a. in Rollenspielen oder Figureninterviews),
  • unter Anleitung die Möglichkeiten des Internets aufgabenbezogen für Recherchen und grenzüberschreitende Kommunikation nutzen.

Selbstständiges und kooperatives Sprachenlernen

Sie können

  • unter Einsatz von sprachlichen und methodischen Hilfen das Französische als Arbeitssprache phasenweise einsetzen,
  • weitere Verfahren der Wortschatzarbeit anwenden,
  • weitere Hilfsmittel zum Nachschlagen und Lernen nutzen (u. a. einsprachige Wörterbücher, umfassendere zweisprachige – auch elektronische – Wörterbücher und Nachschlagewerke),
  • in Texten sprachliche Elemente und Strukturen finden, ordnen und beschreiben,
  • einfache Dossiers zu einem Thema erstellen (u. a. Sammeln von geeigneten Texten und Materialien) und mit den Dossiers/Textsammlungen selbstständig und in der Gruppe arbeiten,
  • kleine Projekte u. a. auch in grenzüberschreitenden Kontakten durchführen und die Ergebnisse mit unterschiedlichen Hilfen (u. a. mit Gliederungen, Grafiken) und in verschiedenen Präsentationsformen (u. a. Postern, Modellen, Projektmappen) vorstellen,
  • eigene Fehlerschwerpunkte erkennen und aufarbeiten,
  • Übungs- und Testaufgaben zur Selbstevaluation und bei Bedarf zum systematischen Sprachtraining einsetzen,
  • den weiteren eigenen Lernfortschritt anhand geeigneter Evaluationsinstrumente einschätzen und dokumentieren (u. a. Europäisches Portfolio der Sprachen).



Auszug aus dem Kernlehrplan Französisch für die fünfjährige Sekundarstufe I am Gymnasium, hrsg. vom Ministerium für Schule des Landes Nordrhein-Westfalen (14.06.2007). Den vollständigen Kernlehrplan erhalten Sie beim Ritterbach Verlag GmbH, Schriftenreihe "Schule in NRW". Alle Rechte für Druck und Vertrieb der Kernlehrpläne liegen beim Verlag.