2  Anforderungen am Ende der Sekundarstufe I

Für das Ende der Sekundarstufe I werden im Folgenden die Kompetenzen ausgewiesen, die alle Schülerinnen und Schüler erworben haben sollen, die mit Erfolg am Französischunterricht teilgenommen haben. Die Schülerinnen und Schüler sollen in der Lage sein, diese Kompetenzen für ihre persönliche Lebensgestaltung, für ihren weiteren Bildungsweg und für ihr berufliches Leben zu nutzen.

Diese für den Französischunterricht in Nordrhein-Westfalen verbindlichen Fachkompetenzen werden auf der Anforderungsebene des mittleren Schulabschlusses beschrieben. Hierdurch soll gesichert werden, dass Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Schulformen der Sekundarstufe I mit vergleichbaren Eingangsvoraussetzungen in die Bildungsgänge der Sekundarstufe II eintreten können.

Das Gymnasium vermittelt den Schülerinnen und Schülern im Französischunterricht kommunikative Fähigkeiten und Fertigkeiten, über die sie am Ende der Jahrgangsstufe 9 verlässlich und nachhaltig verfügen sollen. Zugleich werden die Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der gymnasialen Oberstufe vorbereitet – vor allem dadurch, dass sie interkulturelles Orientierungswissen sowie grundlegende methodische Kompetenzen im Umgang mit Texten und Medien erwerben. Insofern wird von ihnen erwartet, dass sie in den Bereichen des Faches – „Kommunikative Kompetenzen“, „Interkulturelle Kompetenzen“, „Verfügbarkeit von sprachlichen Mitteln und sprachliche Korrektheit“ sowie „Methodische Kompetenzen“ – am Ende der Jahrgangsstufe 9 über die geforderten Kompetenzen verfügen und Aufgabenstellungen von höherem Komplexitätsgrad fachlich sachgerecht bearbeiten können.

Der Französischunterricht ab Jahrgangsstufe 5 und 6, in eingeschränkter Weise auch ab Jahrgangsstufe 8, ist so zu gestalten, dass die Schülerinnen und Schüler die folgenden Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse erwerben:

 

1. Sie können sich in Französisch verständigen und diese Fähigkeit für die persönliche Lebensgestaltung im Alltag einsetzen.

Sie können Informationsangebote nutzen, u. a.

  • Verkehrsverbindungen und touristische Informationen erfragen bzw. im Internet in Erfahrung bringen, 
  • den wichtigsten Meldungen der Nachrichten im Fernsehen und Radio gezielt Informationen entnehmen, 
  • sich in einer Tageszeitung orientieren und gezielt nach konkreten Informationen (z. B. Kinoprogrammen) suchen. 

Sie können Kontakte herstellen, aufrechterhalten und vertiefen, u. a.

  • Gesprächspartnerinnen und -partner situationsgemäß begrüßen und verabschieden, 
  • Auskunft über die eigene Person und die eigenen Lebenszusammenhänge geben, über eigene Erlebnisse, Erfahrungen berichten, 
  • Auskünfte einholen, Nachfragen stellen, Interesse und Verständnis zeigen, 
  • sich auf Kommunikationsregeln einstellen. 

Sie können sich in Alltagssituationen über lebenspraktische Angelegenheiten verständigen, u. a.

  • einfache Einkäufe machen, sagen, was sie suchen, nach dem Preis fragen, 
  • sich durch Fragen in einer Stadt oder in einem Gebäude orientieren, 
  • sich schriftlich oder telefonisch verabreden, mündlich oder schriftlich Absprachen treffen. 

Sie können sich an einem Gespräch bzw. an einer Diskussion über Themen von allgemeiner Bedeutung beteiligen, u. a.

  • Zustimmung oder Ablehnung formulieren, 
  • mit kurzen Beiträgen eigene Positionen deutlich machen, 
  • Rückfragen stellen und um Erklärung oder zusätzliche Argumente bitten. 

Sie können am kulturellen Leben teilnehmen, u. a.

  • das Wesentliche aus deutlich artikulierten Liedern, Filmpassagen, Liedtexten der Unterhaltungsmusik, Features und Berichten in Jugendzeitschriften verstehen, 
  • sprachlich einfache zeitgenössische Gedichte, Erzählungen und szenische Texte so weit erschließen, dass sie wesentliche Aussagen und Bedeutungen erfassen und auffällige Gestaltungsmittel feststellen, 
  • einfache eigene literarische Gestaltungsversuche unternehmen. 

Sie können wichtige Informationen in der jeweils anderen Sprache wiedergeben, u. a.

  • in mehrsprachigen Situationen des Alltags Partnerinnen und Partnern helfen, die des Französischen bzw. des Deutschen gar nicht oder kaum mächtig sind,
  • Beiträge zu Alltagsgesprächen in der anderen Sprache zusammenfassen und mit Zusatzinformationen ergänzen, so dass eine der jeweiligen Sprache unkundige Person dem Gespräch im Wesentlichen folgen kann,
  • Hauptaussagen von Briefen, sonstigen Mitteilungen und kürzeren sprachlich einfachen Sachdarstellungen in der jeweils anderen Sprache sinngemäß wiedergeben. 

Sie können wichtige Merkmale der zielsprachigen und der eigenen Kultur erfassen und sprachlich angemessen darstellen, u. a.

  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Alltags- und Berufsleben erkennen und mehr Verständnis für die eigene wie die fremde Lebenswirklichkeit gewinnen. 

2. Sie können ihre Französischkenntnisse für ihren weiteren Bildungsweg nutzen.

Sie können einfache Sachtexte und literarische Texte nach Informationen für ihr Sachinteresse auswerten, u. a.

  • Texte bearbeiten (z. B. durch Markierungen oder Exzerpieren), 
  • wesentliche Inhalte von einfachen Texten mündlich und schriftlich zusammenfassen, 
  • einige grundlegende Methoden zur Erschließung von Sach- und Gebrauchstexten sowie von literarischen Texten (z. B. Feststellung der handelnden Personen, Charakterprofil, Handlungsverlauf, Argumentationsgang) erproben. 

Sie können einfache gesellschaftliche und kulturelle Zusammenhänge in französischsprachigen Ländern verstehen, u. a.

  • exemplarische aktuelle gesellschaftliche und kulturelle Ereignisse in Frankreich in Grundzügen in ihrer Bedeutung erfassen, 
  • weitere altersgemäße Informationen in französischsprachigen Medien recherchieren und diese aufarbeiten. 

Sie können Französisch in Arbeits- und Kommunikationsprozessen gebrauchen, u. a.

  • Französisch als Arbeits- und Kommunikationssprache in Gruppen- oder Partnerarbeiten und Gesprächssituationen phasenweise gebrauchen und in knapper Form mündlich über Ergebnisse ihrer Arbeit (in einer Gruppe) berichten, 
  • Arbeitsergebnisse schriftlich in Stichwortform aufbereiten und dokumentieren, 
  • eine Präsentation vorbereiten und vortragen. 

Sie können Lernerfahrungen und -techniken für die Vertiefung ihrer Französischkenntnisse sowie für den Erwerb weiterer Sprachen nutzen, u.a.

  • eigene Texte durch Überarbeitung optimieren, 
  • Phänomene und Regelhaftigkeiten in unterschiedlichen Sprachen vergleichen, 
  • die Erkenntnisse für die Vertiefung der Französischkenntnisse sowie für den Erwerb weiterer Spachen nutzen. 

Sie können den eigenen Lernstand realistisch einschätzen und als Grundlage für Entscheidungen über weitere Lernwege im Französischen nutzen, u. a.

  • eigene Lernwege und Lernerfolge reflektieren,
  • Stärken und Schwächen (z. B. mit Hilfe eines Portfolios) erkennen,  
  • sich angemessene Unterstützung durch Lernhilfen (z. B. Wörterbücher, Grammatikbücher sowie Wortschatz-/Grammatiktrainingsprogramme) holen. 

 

3. Sie können ihre Französischkenntnisse bei späteren beruflichen Tätigkeiten und in der beruflichen Weiterbildung verwenden.

Sie können vorbereitete sachbezogene Telefonate führen, Vereinbarungen treffen und kurze formale Briefe und E-Mails verfassen, u. a.

  • deutlich gesprochenes Französisch so weit verstehen, dass sie wesentliche Absichten der Partnerin oder des Partners erfassen, 
  • mit knappen sprachlichen Impulsen so reagieren, dass das Gespräch in Gang bleibt, 
  • eigene Interessen formulieren, 
  • Termine absprechen, 
  • kurze sachbezogene Mitteilungen verfassen. 

Sie können Sach- und Informationstexten sowie schematischen Darstellungen und Statistiken wichtige Fakten entnehmen, u. a.

  • Meldungen und andere Texte (z. B. Broschüren) „quer lesen“, um wichtige Informationen zu finden (was, wer, wo, wann, wie), 
  • einfachen Briefen (z. B. Terminabsprachen, Einladungen), kurzen Texten oder Anweisungen (z. B. Anzeigen, Prospekten) gezielt Informationen entnehmen, 
  • Statistiken und schematische Darstellungen aus bekannten Zusammenhängen verstehen. 

Sie können Arbeitsergebnisse und Sachverhalte präsentieren, u. a.

  • in knapper Form Arbeitsergebnisse mit Hilfe verschiedener Präsentationsformen (z. B. Flipcharts, computergestützten Präsentationsprogrammen) vorstellen.

Sie können die eigene Person schriftlich und mündlich präsentieren, u. a.

  • im Rahmen einer Bewerbung (z. B. für einen Auslandsaufenthalt als Praktikantin bzw. Praktikant) einen knappen Lebenslauf verfassen, 
  • in einem kurzen Bewerbungsgespräch angemessen reagieren, 
  • die eigenen Kompetenzen und Ansprüche zur Geltung bringen. 

Sie können wichtige Informationen in der jeweils anderen Sprache wiedergeben, u. a.

  • in einem Gespräch mit einer Deutsch sprechenden und einer Französisch sprechenden Person die Hauptinformationen wiedergeben und so zu einem Informationsaustausch verhelfen, 
  • für eine deutsch- bzw. eine französischsprachige Person die wichtigsten Informationen eines einfachen französisch- bzw. deutschsprachigen Textes jeweils auf Deutsch bzw. Französisch zusammenfassen. 

Die schuleigenen Lehrpläne und die Evaluation von Unterricht und Unterrichtsergebnissen sind an den oben stehenden Kompetenzprofilen auszurichten.




Auszug aus dem Kernlehrplan Französisch für die fünfjährige Sekundarstufe I am Gymnasium, hrsg. vom Ministerium für Schule des Landes Nordrhein-Westfalen (14.06.2007). Den vollständigen Kernlehrplan erhalten Sie beim Ritterbach Verlag GmbH, Schriftenreihe "Schule in NRW". Alle Rechte für Druck und Vertrieb der Kernlehrpläne liegen beim Verlag.