Evaluation
Wenn
man Lehrkräfte fragt, was sie mit ihrer Unterrichtsarbeit bei den
Schülern mit Migrationshintergrund bewirken wollen, sind die Antworten
schnell gegeben: Gute Leistungen, qualifizierte Schulabschlüsse, gutes
Sozialverhalten, demokratische Wertorientierung. Wenn auch längst nicht
immer systematisch und erst recht nicht im Benchmarking-Verfahren
(Vergleich mit den Besten), so versuchen doch die Meisten die Effekte
ihrer pädagogischen Bemühungen irgendwie zu erfassen. Wie uns die
PISA-Ergebnisse gezeigt haben, reicht dafür der Notenspiegel allerdings
nicht mehr aus. Neben die subjektive Beurteilung der Erfolge
pädagogischen Handelns müssen objektive Verfahren treten. Sie dienen
auch der Selbstvergewisserung der Lehrkräfte über ihre pädagogischen
Beühungen.
Beim Einsatz der Integrationsstellen soll diese Selbstvergewisserung
nun stärker konturiert werden. Wenn also eine Schule zusätzliche
Lehrerstunden erhält, um die Integration ihrer Schüler mit
Migrationshintergrund zu fördern, sollte sie sich fragen:
- Was will ich mit den zusätzlichen Lehrerstunden erreichen?
- Wie kann ich selbst bewerten, ob ich den Zielen näher gekommen bin?
Wer sich das Ziel setzt, Kinder und Jugendliche mit
Migrationshintergrund besser zu integrieren (Stellen für
Integrationshilfe!), muss sich zunächst verdeutlichen, woran gelungene
Integration überhaupt ablesbar ist und welche Qualitätsindikatoren bei
der Kontrolle der Ziele helfen.
Beispielhaft seien einige Qualitätsindikatoren für gelungene
Integration genannt. Zeigen diese an, dass Schüler mit
Migrationshintergrund an der Schule signifikant andere Quoten haben als
deutsche Schüler, also schlechter beim Lesen sind, häufiger die Klasse
wiederholen und überproportional zu Hauptschule und Gesamtschule
empfohlen werden, dann verweisen diese Indikatoren auf Mängel bei der
Integrationsförderung. Die Schule muss sich darauf verständigen, so zu
fördern, dass Schüler aus Zuwandererfamilien bei den Indikatoren
sukzessive besser abschneiden:
Qualitätsindikatoren Grundschule
- Verweildauer in der Grundschule, Klassenwiederholungen
- Empfehlungen für / und Übergangsquoten zu Realschule und Gymnasium
- Sprachkompetenz Deutsch
- Lesekompetenz
- Anzahl der Sonderschulverfahren
- Finden und Fördern von Begabungen
- Sozial akzeptables Verhalten/Wertorientierung
Qualitätsindikatoren Sekundarstufe I
- Sprach- und Lesekompetenz
- Quote der Klassenwiederholungen
- "Behalten" der Migrantenkinder in Realschule und Gymnasium
- Verteilung der Gesamtschüler mit Migrationshintergrund auf E- und G-Kurse
- Erreichte Schulabschlüsse
- Abgeschlossene Ausbildungsverträge und Übergänge in Arbeitsverhältnisse.
Mit
Hilfe der beispielhaft genannten Indikatoren lassen sich die Wirkungen
und Erfolge des Stelleneinsatzes nach einigen Jahren gezielter
Förderarbeit ablesen.
Das neue Steuerungskonzept bei der Vergabe der Integrationsstellen
zielt darauf ab, den Blick der Schulen auf eine regelmäßige
pädagogische Bestandsaufnahme ihrer Schülerschaft zu lenken und ihre
Evaluationskompetenz zu stärken. Mit der Feststellung des Förderbedarfs
und der Verbesserung der Förderkonzepte lassen sich Wirkungen und
Erfolge der zusätzlichen Lehrerstellen auf die Leistungen der Schüler
erzielen.
Unsere Gesellschaft braucht deutlich mehr erfolgreiche Schüler unter
den Migranten. Darauf verweisen ökonomische Erfordernisse. Zugleich
sichert gelungene Integration das Zusammenleben verschiedener
ethnischer und religiöser Gruppen in unserem Land und fördert den
sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft.
[36 KB] Beachten Sie auch die Tabellen mit Beispielen für Qualitätsindikatoren!
