Projektkurs im Rahmen des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeldes
Thema des Projektkurses:
„Wechselwirkungen in biologischen Systemen“
Städtisches Gymnasium Wülfrath
Kastanienallee 63
42489 Wülfrath
7.1. Formaler Projektrahmen
Am Projektkurs „Wechselwirkungen in biologischen Systemen“ mit den Teilprojekten „Trainingseffekte im Sport“ und „Verhaltensweisen von Fischen im Aquarium“ nahmen Schülerinnen und Schüler aus Biologiekursen der Jahrgangsstufen 12 und 13 teil. In der Regel fand der Kurs in zwei Wochenstunden im Schulgebäude statt, gewinnbringend wurden jedoch auch außerschulische Lernorte einbezogen.
Nach Absprache mit der Schulleitung war zur Einführung in die Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität, Institut für Zoomorphologie, Parasitologie und Zellbiologie, und zur Einführung in die Arbeit in und mit der Universitäts- und Landesbibliothek eine ganztägige Veranstaltung vorgesehen. Zuständige Professoren und eine Bibliotheksmitarbeiterin fanden sich bereit, einführende Gespräche zu führen und Vorträge zu halten.
Im Rahmen weiterer Nachmittagsveranstaltungen wurden Kontakte zu Experten aus dem Aquazoo Düsseldorf und einer Physiopraxis in Mettmann geknüpft. Dadurch wurde es möglich, dass die Schülerinnen und Schüler nach Absprache mit den Kursleitern selbstständig Ortstermine mit den beteiligten Partnern oder für die Arbeit in der Bibliothek vereinbaren und in kleinen Arbeitsgruppen wahrnehmen konnten. Sie erhielten diesbezüglich den Rechtsstatus von Praktikanten. Eine Einverständniserklärung der Eltern für solche Arbeitstermine wurde zu Beginn des Kurses eingeholt. Dadurch eröffneten sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Möglichkeiten, die weit über den Rahmen der Schule hinausgingen.
Die Ausgestaltungen des Projektthemas ergaben sich aus Überlegungen hinsichtlich der Durchführbarkeit mit lokalen Partnern und den Möglichkeiten, die die Ausstattung der Schule bietet.
In weiteren Kursen sind weitere Ausgestaltungen denkbar. Die durchgeführten Teilprojekte sind aber geeignet, langfristig wie in einer Art Staffellauf mit anderen Fragestellungen weitergeführt zu werden.
Die Wahl der Fragestellungen und die jeweilige Ausgestaltung im Projektkurs wurden in Absprache mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern entwickelt. Der Projektkurs ist an das Referenzfach Biologie angebunden, weitere Verbindungen zu den Fächern Chemie, Physik, Sport, Mathematik und Informatik sind denkbar.
Zu den Referenzfächern
Grundsätzlich ergibt sich die Anbindung an das Referenzfach Biologie zunächst über das durch die Bildungsstandards eingeführte Basiskonzept „System“. Die Basiskonzepte „Struktur und Funktion“ und „Entwicklung“ finden ebenfalls Berücksichtigung, wenn die Betrachtung von Wechselwirkungen ausgeht. Auf der Projektebene besteht die Möglichkeit, in besonderer Weise die Verzahnung der genannten Basiskonzepte im Fach Biologie, aber auch mit den oben erwähnten Fächern zu verdeutlichen.
7.2. Projektziele, Teilprojekte und Kompetenzen
Das Projekt verfolgt die Ziele, an Arbeitsweisen mit wissenschaftspropädeutischem Hintergrund heranzuführen, indem die Schülerinnen und Schüler eine wissenschaftlich orientierte Abschlussarbeit auf der Basis von eigenen Versuchs- und Arbeitsprotokollen, der Erarbeitung von aktueller, originaler Fachliteratur sowie unter Verwendung aktueller Medien / Software erstellen und diese vor Publikum präsentieren.
Diese Ziele werden in zwei Teilprojekten umgesetzt, die ihren jeweils spezifischen Beitrag zu Erreichung der Gesamtprojektziele liefern. Die beiden Teilprojekte ermöglichen ein vertieftes Verständnis unterschiedlicher Systemebenen. Beide Betrachtungsweisen ergänzen sich in idealer Weise, um das Basiskonzept „System“ in seiner Dynamik für Schülerinnen und Schüler begreifbar zu machen. Im Einzelnen werden die beiden Teilprojekte durch folgende Leitfragen, Arbeitshypothesen und Untersuchungsaspekte gekennzeichnet:
Systemebene Wechselwirkungen im menschlichen Organismus: Trainingseffekte messbar machen und erklären
Leitfragen:
- Wie reagiert ein bestimmter Muskel auf Trainingsmaßnahmen?
- Wie lässt sich das Ergebnis auf molekularer Ebene erklären?
Arbeitshypothesen:
- Bei vergleichbaren Trainingsmethoden und -einheiten verschiedener Probanden wird es signifikante Unterschiede in der individuellen Änderung der Muskelkraft geben, die sich mit gängigen Theorien und Modellen zum molekularen Aufbau und zur Physiologie von Muskelgewebe erklären lassen.
Untersuchungsaspekte zu langfristigen Wechselwirkungen von Statik und Dynamik des Bewegungsapparats auf biomechanischer, organischer und molekularer Ebene sind:
- Kräftemessung an den ausgewählten Muskeln/Gelenken,
- Bau und Funktion der beteiligten Proteine,
- Myosin-Isoformen - Dynamik der Zusammensetzung,
- Akto-Myosin-Interaktion im „Synthetischen Muskel“,
- Aktin-bindende Proteine,
- Calcium-Sensitivität der Akto-Myosin-Interaktion,
- Modulationsmöglichkeiten von F-Aktin im Zusammenhang mit dem Trainingseffekt.
Systemebene Intraspezifische Wechselwirkungen: Verhaltensweisen von Fischen im Lebensraum Aquarium - Beobachtungen zum Balz-, Fortpflanzungs- und Schwarmverhalten von Aquarienfischen (Guppys)
Leitfragen:
- Gibt es ängstliche und mutige Fische?
- Verhalten sich Männchen anders als Weibchen?
- Wer wählt welchen Partner und weshalb?
Arbeitshypothesen:
- Weibchen wählen ihren Sexualpartner aus, dabei spielen Färbung und Verhalten eine Rolle (Fitness).
- Männchen verhalten sich unterschiedlich gegenüber rezeptiven und nicht-rezeptiven Weibchen.
- Trächtige Weibchen verhalten sich vorsichtiger als nicht-trächtige Weibchen oder als Männchen.
Untersuchungsaspekte zu den Wechselwirkungen bei Verhaltensweisen von Tieren sind:
- Beobachten unter definierten Bedingungen,
- Herausarbeiten quantifizierbarer Verhaltenselemente,
- Möglichkeiten der Registrierung von Verhaltenselementen,
- Planung einer Versuchsanordnung zur eindeutigen Registrierung,
- vergleichende Beobachtung von Verhaltensweisen verschiedener Züchtungsformen,
- nach Möglichkeit eine statistische Auswertung der Versuche,
- Dokumentation, Diskussion und Präsentation der Ergebnisse.
Innerhalb des Projektes werden Kompetenzen in unterschiedlichen Kompetenzbereichen entwickelt. Aufgrund der besonderen Bedingungen und der Zielsetzung der Projektarbeit dominieren dabei die Kompetenzerwartungen aus dem Bereich Erkenntnisgewinnung:
Prozessorientierte Kompetenzen:
Die Schülerinnen und Schüler...
- erkennen und benennen mögliche Gegenstände und methodische Vorgehensweisen in Bezug auf das Rahmenthema,
- benennen die einzelnen Schritte der momentan gängigen Theorie der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung und setzen sie in Beziehung zu Untersuchungsobjekt und Rahmenthema,,formulieren naturwissenschaftliche Fragestellungen und bilden Hypothesen mit zu erwartenden Ergebnismöglichkeiten.
- planen eigenständig Versuchsarrangements,
- werten die durchgeführten Versuche aus, dokumentieren und diskutieren ihre Ergebnisse,
- deuten die Ergebnisse im Hinblick auf Hypothesen, Fragestellungen und Plausibilität der Überlegungen.
- erstellen Texte wie Protokolle und Dokumentationen bzw. Beiträge zu Dokumentationen, die fachlich und sprachlich korrekt sowie verständlich formuliert sind,
- stellen Zusammenhänge unter Beachtung von Ursache-Wirkungs-Gefügen in angemessener Weise dar,
- beschreiben einen qualitativen Sachverhalt unter korrekter Verwendung der Fachsprache,
- beschreiben einen quantitativen Sachverhalt unter korrekter Verwendung der Fachsprache,
- setzen Versuchsergebnisse in bildliche Darstellungen wie Graphiken und Diagramme um, auch mit Hilfe des Computers,
- präsentieren ihre Arbeitsergebnisse oder Zwischenstände sach- und adressatengerecht, auch mit Hilfe des Computers,
- verhalten sich bei der Durchführung der Versuche strukturiert, organisiert und situationsgerecht,
- führen ihre Versuche selbstständig durch und sorgen für geordneten Ablauf und Material,
- erfassen Messdaten und Parameter quantitiativ möglichst genau,
- führen ein Arbeitsverlaufsprotokoll unter Angabe aller notwendigen Daten,
- kommunizieren Planungen und Abläufe in der Arbeitsgruppe,
- abstraheren ihre Ergebnisse unter Rückbezug auf Ausgangshypothesen und unterschiedliche Systemebenen.
Konzeptorientierte Kompetenzen:
(Verhaltensgruppe)
Die Schülerinnen und Schüler...
- nennen morphologische Voraussetzungen für lebend gebärende Fischarten und damit verbundene Selektionsvor- und nachteile,
- nennen Methoden der Verhaltensbeobachtung, die zur Überprüfung entsprechender Hypothesen geeignet sind,
- nennen und erklären populationsbiologische Unterschiede zwischen den Beobachtungen im Aquarium und den Freilandbedingungen,
- erläutern mit Hilfe der Auswertung gemachter Beobachtungen und der Fachliteratur an ihrem Beispiel greifende Selektionsmechanismen,
- stellen den Zusammenhang zum Rahmenthema her, indem sie die in ihrem Unterthema greifende Wechselwirkung charakterisieren,
- stellen den Zusammenhang zum Rahmenthema her, indem sie die im Unterthema der jeweils anderen Gruppe greifende Wechselwirkung charakterisieren.
(Muskelgruppe)
Die Schülerinnen und Schüler...
- beschreiben den Aufbau und die Funktion des Quergestreiften Skelettmuskels auf zellulärer und molekularer Ebene,
- nennen Methoden und Geräte für die Kräftemessung von Muskelgruppen,
- nennen und erklären Methoden des Trainings einzelner Muskelgruppen,
- erläutern Trainingseffekte auf zellulärer und molekularer Ebene nach aktuellem Stand der Forschung,
- stellen den Zusammenhang zum Rahmenthema her, indem sie die in ihrem Unterthema greifende Wechselwirkung charakterisieren,
- stellen den Zusammenhang zum Rahmenthema her, indem sie die im Unterthema der jeweils anderen Gruppe greifende Wechselwirkung charakterisieren.
7.3. Umsetzungsschritte / Durchführung
Das Projekt lässt sich in vier Phasen einteilen, wobei die Phasen 1 und 2 zusammen ein Quartal umfassen, die Phase 3 zwei Quartale und die Phase 4 ein Quartal.
Phase 1: Vorbereitende Arbeiten
Zuerst wird das Rahmenthema vorgestellt, eine Einführung in wissenschaftliche Arbeitsweisen, Literaturrecherche und -auswahl schließt sich an. Im Gespräch mit den Experten verschiedener Institutionen eröffnet sich eine erste fachliche Orientierung für die Schülerinnen und Schüler, die zusammen mit einer Materialsichtung zu konkreten Fragestellungen führt.
Diese werden im Anschluss durch die Schülerinnen und Schüler zu Arbeitshypothesen ausgeschärft. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ordnen sich nach Interessenslage den Teilprojekten zu.
Hierauf folgt eine Anleitung anhand ausgewählter Literatur (zunehmend Originalliteratur in englischer Sprache) zum aktuellen Stand der Forschung in den relevanten Bereichen: zum einen zum Feinbau des Quergestreiften Skelettmuskels, zum anderen zur Biologie und zum Verhalten von Aquarienfischen (Guppys). Die Literaturrecherche, zunächst im Internet, und die Kenntnis über den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit sind beide Male obligatorisch.
Phase 2: Einleitende Schritte zur Versuchsmethodik
Die Teilnehmer der Gruppe „Intraspezifische Wechselwirkungen“ werden in die Methodik von Verhaltensbeobachtungen und in die Möglichkeiten der Quantifizierung von Verhaltenselementen eingeführt. Dazu findet eine Anleitung im Aquazoo Düsseldorf und in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt.
Die Teilnehmer der Gruppe „Wechselwirkungen im menschlichen Organismus“ nehmen an einer Einführung in die Möglichkeiten zur Messung von Kräften teil und werden zu Versuchen mit dem „Synthetischen Muskel“ in der Petri-Schale angeleitet.
Beide Gruppen führen eine Literaturrecherche in der Universitätsbibliothek durch und erhalten vorher eine Einführungsveranstaltung zu Möglichkeiten der Recherche in der Bibliothek.
Phase 3: Planung und Durchführung von Versuchen
Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Fragestellungen ausgeschärft haben und die Arbeitshypothesen gebildet haben, planen sie geeignete Versuchsanordnungen. Es folgt die Durchführung der geplanten Versuche, der Austausch von Zwischenergebnissen und gegebenenfalls auch die Korrektur der Anordnungen. Zur Vorbereitung der Dokumentation der Ergebnisse erstellen die Schülerinnen und Schüler Prozess- und Ergebnisprotokolle.
Phase 4: Auswertung, Dokumentation und Präsentation
In dieser Phase erfolgt die Auswertung in Bezug auf die Arbeitshypothese sowie eine Einordnung in den Forschungsstand und die zurzeit gültigen theoretischen Zusammenhänge. Hierbei wird der Zusammenhang zum Basiskonzept „System“ hergestellt, und die untersuchten Wechselwirkungen in der jeweils betrachteten Systemebene werden verdeutlicht. Die Ergebnisse werden schriftlich festgehalten, Poster zur Ausstellung in der Schule werden erstellt.
7.4. Projektergebnisse: Produkt, Dokumentation
Die Schülerinnen und Schüler erstellen zur Dokumentation ihrer Arbeit schriftliche Ausarbeitungen, die in Form, Aufbau und Inhalt in Annäherung einer wissenschaftlichen Arbeit in der Biologie entspricht. Die Teilnahme an Wettbewerben (z. B. Jugend forscht) steht als Möglichkeit offen. Eine Präsentation in den Referenzkursen und der Schulöffentlichkeit ist vorgesehen. Materialien hierzu werden auf der Homepage der Schule veröffentlicht.
| Teilprojekt | Produkt |
| Beobachtungen zum Verhalten von Fischen im Aquarium | Abschlussarbeit einer Schülergruppe |
| Trainingseffekte messbar machen und erklären | Abschlussarbeiten von Schülerinnen und Schülern |
7.5. Leistungsbewertung
Die Leistungsbewertung erfolgt auf der Basis zu erwerbender Kompetenzen, wobei zwischen prozess- und konzeptorientierten Kompetenzen unterschieden wird. Indikatoren für die prozessorientierten Kompetenzen finden sich in den folgenden Rastern. Die konzeptorientierten Kompetenzerwartungen, die bereits in Abschnitt 7.2. dargelegt wurden, werden gleichermaßen zur Leistungsbewertung herangezogen. Als Instrumente der Leistungsbewertung werden
- Protokolle über den Arbeitsprozess,
- Beobachtungen während der Anfertigung der Produkte,
- spezielle Beobachtungsbögen,
- Kolloquien,
- die Präsentation von Teilergebnissen sowie
- die Abschlussarbeit
genutzt.
I. Erkenntnisgewinnung und Planung
|
Kompetenzen |
Kriterien / Indikatoren |
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|
Die Schülerinnen / Schüler erkennen und benennen mögliche Gegenstände und methodische Vorgehensweisen in Bezug auf das Rahmenthema |
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inhaltliche Geschlossenheit |
Plausibilität |
Detailgenauigkeit |
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|
... benennen die einzelnen Schritte der momentan gängigen Theorie der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung und setzen sie in Beziehung zu Untersuchungsobjekt und Rahmenthema |
sachliche Richtigkeit |
inhaltliche Geschlossenheit |
|
|
Vollständigkeit |
|
... formulieren naturwissenschaftliche Fragestellungen und bilden Hypothesen mit zu erwartenden Ergebnismöglichkeiten |
sachliche Richtigkeit |
inhaltliche Geschlossenheit formulieren Fragestellungen, bilden passende Hypothesen und mögliche zu erwartende Ergebnisse |
Plausibilität |
|
Grad der Abstraktion und Vernetzung |
|
... planen eigenständig Versuchsarrangements |
Grad der Eigenständigkeit |
Zeitökonomie |
Durchführbarkeit |
begründete Flexibilität |
Maßnahmen zur Arbeitssicherheit |
II. Dokumentation und Präsentation
|
Kompetenzen |
Kriterien / Indikatoren |
||||
|
Die Schülerinnen / Schüler werten die durchgeführten Versuche aus, dokumentieren und diskutieren ihre Ergebnisse |
sachliche Richtigkeit |
inhaltliche Geschlossenheit |
|
Detailgenauigkeit |
Mediengebrauch |
|
... deuten die Ergebnisse im Hinblick auf Hypothesen, Fragestellungen und Plausibilität der Überlegungen |
sachliche Richtigkeit |
inhaltliche Geschlossenheit |
Plausibilität |
|
Grad der Abstraktion und Vernetzung |
|
... erstellen Texte wie Protokolle und Dokumentationen bzw. Beiträge zu Dokumentationen, die fachlich und sprachlich korrekt sowie verständlich formuliert sind |
sachliche Richtigkeit |
sprachliche Richtigkeit und Verständlichkeit |
Gebrauch der Fachsprache |
|
|
|
... stellen Zusammenhänge unter Beachtung von Ursache-Wirkungs-Gefügen in angemessener Weise dar |
|
sprachlich-stilistische Darstellungsweise |
Gebrauch der Fachsprache |
|
Darstellung von Ursache-Wirkungs-Gefügen |
| ... beschreiben einen qualitativen Sachverhalt unter korrekter Verwendung der Fachsprache | Klarheit der Aussage die getroffenen Aussagen sind klar als qualitativ erkennbar |
Gebrauch der Fachsprache |
Detailgenauigkeit die Darstellung enthält die notwendige Detailgenauigkeit |
||
| ... beschreiben einen quantitativen Sachverhalt unter korrekter Verwendung der Fachsprache | Klarheit der Aussage die getroffenen Aussagen sind auf konkrete, quantitative Ergebnisse bezogen |
Gebrauch der Fachsprache die Fachsprache wird korrekt gebraucht |
Detailgenauigkeit die Darstellung enthält die notwendige Detailgenauigkeit |
||
|
... setzen Versuchsergebnisse in bildliche Darstellungen wie Graphiken und Diagramme um, auch mit Hilfe des Computers |
notwendige Angaben und Beschriftungen |
Art der Darstellung |
|
Detailgenauigkeit |
Gebrauch von Computersoftware |
|
... präsentieren ihre Arbeitsergebnisse oder Zwischenstände sach- und adressatengerecht, auch mit Hilfe des Computers |
sachliche Richtigkeit |
freier Vortrag |
Adressatenbezug |
|
Gebrauch von Medien |
III. Arbeitsverhalten, Kommunikation und Abstraktion
| Kompetenzen | Kriterien / Indikatoren | ||||
| Die Schülerinnen und Schüler verhalten sich bei der Durchführung der Versuche strukturiert, organisiert und situationsgerecht | Struktur eine vorab erarbeitete Struktur ist erkennbar |
Organisation notwendige Ressourcen und Gegebenheiten sind organisiert und stehen zur Verfügung (auch über erforderlich lange Zeiträume) |
situationsgerechtes Handeln Arbeitsstruktur und Organisation werden gemäß der Situation an neue Gegebenheiten angepasst |
Maßnahmen zur Arbeitssicherheit treffen angemessene Maßnahmen zur Arbeitssicherheit |
|
| ... führen ihre Versuche selbstständig durch und sorgen für geordneten Ablauf und Material | Planung des Ablaufs der Ablauf ist kurz- und langfristig geplant |
Organisation von Abläufen Abläufe sind vorüberlegt und notwendige Ressourcen und Gegebenheiten sind geschaffen |
Bereitstellung von notwendigem Material für notwendiges Material wird in ausreichender Menge und Qualität gesorgt, auf Sparsamkeit wird geachtet |
Maßnahmen zur Arbeitssicherheit treffen angemessene Maßnahmen zur Arbeitssicherheit |
|
| ... erfassen Messdaten und Parameter quantitiativ möglichst genau | Sorgfalt bei der Erfassung Messdaten werden genau abgelesen, Parameter werden protokolliert |
Abschätzen der Genauigkeitsstufe die angemessene Genauigkeitsstufe wird begründet abgeschätzt und gewählt |
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| ... führen ein Arbeitsverlaufsprotokoll unter Angabe aller notwendigen Daten | Aspektierung der Angaben die Angaben sind angemessen und verwertbar aspektiert |
Vollständigkeit der Angaben die Angaben enthalten alle relevanten Datrn |
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| ... kommunizieren Planungen und Abläufe in der Arbeitsgruppe | kommunikatives Verhalten Kommunikationsprozesse laufen ungestört und konstruktiv ab |
argumentatives Verhalten Argumente werden sachlich diskutiert und neutral gegeneinander abgewogen |
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| ... abstrahieren ihre Ergebnisse unter Rückbezug auf Ausgangshypothesen und unterschiedliche Systemebenen | Bezug zur Ausgangshypothese der Rückbezug zur Ausgangshypothese wird deutlich gemacht |
Betrachtung von Systemebenen es werden Betrachtungen zu einer oder mehreren Sytemebenen gemacht |
Grad der Vernetzung und Abstraktion die Deutungen sind vom Einzelergebnis abstrahiert und mit dem Rahmenthema vernetzt |
||
7.6. Kursevaluation
Insgesamt wurde von allen Beteiligten die Arbeitsweise und vor allem die daraus resultierende Arbeitsatmosphäre als besonders angenehm, aber auch als lerneffektiv wahrgenommen, was sich untern anderem durch ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft äußerte.
Die Motivation wurde überdies günstig beeinflusst durch
- das produkt- und prozessorientierte Vorgehen auf der Basis von in betreuter Eigentätigkeit erarbeiteten Fragestellungen,
- eine auf Optimierung ausgerichtete, transparente und nicht defizitär orientierte Leistungsbeurteilung sowie
- eine wertschätzende Haltung der Kursleiter den erbrachten Leistungen gegenüber.
In einer Feedback-Runde stellte sich heraus, dass von Lehrerseite wie von Schülerseite ähnliche Eindrücke geäußert wurden. Die Anlaufphase mit vielen Fragezeichen inhaltlicher und vor allem organisatorischer Art stellte besondere Herausforderungen an alle Beteiligten. Die Aufnahme der Tätigkeiten, das Arbeiten an selbst erarbeiteten Fragestellungen und Hypothesen, der Kontakt mit externen Spezialisten und die sich daraus ergebenden fachlichen und persönlichen Perspektiven wurden von den Schülerinnen und Schülern als Bereicherung wahrgenommen.
So wurden auch vorübergehende Rückschläge (wie beispielsweise das durch Bakterien verursachte Fischsterben im Aquarium) nicht zu Motivationskillern, sondern lieferten Anlass dafür, die Schwierigkeiten durch veränderte Versuchsanordnungen zu überwinden. Eine große Zahl der Schülerinnen und Schüler zeigte sich auch sehr interessiert an der Präsentation vor Publikum und einer Veröffentlichung der Ergebnisse in der Schulöffentlichkeit. Es fanden sich sogar Freiwillige, die das Abstract der Arbeit auf Englisch angehen wollten.
Auf die Frage hin, ob sie künftigen Nachfolgerinnen und Nachfolgern einen solchen Projektkurs empfehlen würden, war die Haltung eindeutig pro Projektkurs, da der Zusammenhang der einzelnen Schritte auf dem Weg der Erkenntnisgewinnung bei einer forschenden Tätigkeit wie im Projektkurs deutlich werde und so auch ein Verständnis vieler Themen aus den Referenzkursen erleichtert werde. Besonders hervorzuheben ist, dass die im Projektkurs zum Basiskonzept System erworbenen Kompetenzen auch in anderen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Zusammenhängen genutzt werden können.
7.7. Materialien
1. Abschlussarbeit einer Schülergruppe zu den Versuchen mit Fischen im Aquarium
2. Abschlussarbeiten von Schülerinnen und Schülern zu Trainingseffekten bei Muskeln
3. Literaturverzeichnis zu Guppys
