Projektkurse SII

Projektkurs im Rahmen des mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeldes

Thema des Projektkurses:

„Wechselwirkungen in biologischen Systemen“

 

 

Städtisches Gymnasium Wülfrath
Kastanienallee 63
42489 Wülfrath

 

7.1. Formaler Projektrahmen

Am Projektkurs „Wechselwirkungen in biologischen Systemen“ mit den Teilprojekten „Trainingseffekte im Sport“ und „Verhaltensweisen von Fischen im Aquarium“ nahmen Schülerinnen und Schüler aus Biologiekursen der Jahrgangsstufen 12 und 13 teil. In der Regel fand der Kurs in zwei Wochenstunden im Schulgebäude statt, gewinnbringend wurden jedoch auch außerschulische Lernorte einbezogen.
Nach Absprache mit der Schulleitung war zur Einführung in die Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität, Institut für Zoomorphologie, Parasitologie und Zellbiologie, und zur Einführung in die Arbeit in und mit der Universitäts- und Landesbibliothek eine ganztägige Veranstaltung vorgesehen. Zuständige Professoren und eine Bibliotheksmitarbeiterin fanden sich bereit, einführende Gespräche zu führen und Vorträge zu halten.
Im Rahmen weiterer Nachmittagsveranstaltungen wurden Kontakte zu Experten aus dem Aquazoo Düsseldorf und einer Physiopraxis in Mettmann geknüpft. Dadurch wurde es möglich, dass die Schülerinnen und Schüler nach Absprache mit den Kursleitern selbstständig Ortstermine mit den beteiligten Partnern oder für die Arbeit in der Bibliothek vereinbaren und in kleinen Arbeitsgruppen wahrnehmen konnten. Sie erhielten diesbezüglich den Rechtsstatus von Praktikanten. Eine Einverständniserklärung der Eltern für solche Arbeitstermine wurde zu Beginn des Kurses eingeholt. Dadurch eröffneten sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Möglichkeiten, die weit über den Rahmen der Schule hinausgingen.

Die Ausgestaltungen des Projektthemas ergaben sich aus Überlegungen hinsichtlich der Durchführbarkeit mit lokalen Partnern und den Möglichkeiten, die die Ausstattung der Schule bietet.
In weiteren Kursen sind weitere Ausgestaltungen denkbar. Die durchgeführten Teilprojekte sind aber geeignet, langfristig wie in einer Art Staffellauf mit anderen Fragestellungen weitergeführt zu werden.
Die Wahl der Fragestellungen und die jeweilige Ausgestaltung im Projektkurs wurden in Absprache mit den beteiligten Schülerinnen und Schülern entwickelt. Der Projektkurs ist an das Referenzfach Biologie angebunden, weitere Verbindungen zu den Fächern Chemie, Physik, Sport, Mathematik und Informatik sind denkbar.

Zu den Referenzfächern

Grundsätzlich ergibt sich die Anbindung an das Referenzfach Biologie zunächst über das durch die Bildungsstandards eingeführte Basiskonzept „System“. Die Basiskonzepte „Struktur und Funktion“ und „Entwicklung“ finden ebenfalls Berücksichtigung, wenn die Betrachtung von Wechselwirkungen ausgeht. Auf der Projektebene besteht die Möglichkeit, in besonderer Weise die Verzahnung der genannten Basiskonzepte im Fach Biologie, aber auch mit den oben erwähnten Fächern zu verdeutlichen.

 


7.2. Projektziele, Teilprojekte und Kompetenzen 

Das Projekt verfolgt die Ziele, an Arbeitsweisen mit wissenschaftspropädeutischem Hintergrund heranzuführen, indem die Schülerinnen und Schüler eine wissenschaftlich orientierte Abschlussarbeit auf der Basis von eigenen Versuchs- und Arbeitsprotokollen, der Erarbeitung von aktueller, originaler Fachliteratur sowie unter Verwendung aktueller Medien / Software erstellen und diese vor Publikum präsentieren.

Diese Ziele werden in zwei Teilprojekten umgesetzt, die ihren jeweils spezifischen Beitrag zu Erreichung der Gesamtprojektziele liefern. Die beiden Teilprojekte ermöglichen ein vertieftes Verständnis unterschiedlicher Systemebenen. Beide Betrachtungsweisen ergänzen sich in idealer Weise, um das Basiskonzept „System“ in seiner Dynamik für Schülerinnen und Schüler begreifbar zu machen. Im Einzelnen werden die beiden Teilprojekte durch folgende Leitfragen, Arbeitshypothesen und Untersuchungsaspekte gekennzeichnet:

Systemebene Wechselwirkungen im menschlichen Organismus: Trainingseffekte messbar machen und erklären

Leitfragen:

  • Wie reagiert ein bestimmter Muskel auf Trainingsmaßnahmen?
  • Wie lässt sich das Ergebnis auf molekularer Ebene erklären?

Arbeitshypothesen:

  • Bei vergleichbaren Trainingsmethoden und -einheiten verschiedener Probanden wird es signifikante Unterschiede in der individuellen Änderung der Muskelkraft geben, die sich mit gängigen Theorien und Modellen zum molekularen Aufbau und zur Physiologie von Muskelgewebe erklären lassen.

Untersuchungsaspekte zu langfristigen Wechselwirkungen von Statik und Dynamik des Bewegungsapparats auf biomechanischer, organischer und molekularer Ebene sind:

  • Kräftemessung an den ausgewählten Muskeln/Gelenken,
  • Bau und Funktion der beteiligten Proteine,
  • Myosin-Isoformen - Dynamik der Zusammensetzung,
  • Akto-Myosin-Interaktion im „Synthetischen Muskel“,
  • Aktin-bindende Proteine,
  • Calcium-Sensitivität der Akto-Myosin-Interaktion,
  • Modulationsmöglichkeiten von F-Aktin im Zusammenhang mit dem Trainingseffekt.

Systemebene Intraspezifische Wechselwirkungen: Verhaltensweisen von Fischen im Lebensraum Aquarium - Beobachtungen zum Balz-, Fortpflanzungs- und Schwarmverhalten von Aquarienfischen (Guppys)

Leitfragen:

  • Gibt es ängstliche und mutige Fische?
  • Verhalten sich Männchen anders als Weibchen?
  • Wer wählt welchen Partner und weshalb?

Arbeitshypothesen:

  • Weibchen wählen ihren Sexualpartner aus, dabei spielen Färbung und Verhalten eine Rolle (Fitness).
  • Männchen verhalten sich unterschiedlich gegenüber rezeptiven und nicht-rezeptiven Weibchen.
  • Trächtige Weibchen verhalten sich vorsichtiger als nicht-trächtige Weibchen oder als Männchen.

Untersuchungsaspekte zu den Wechselwirkungen bei Verhaltensweisen von Tieren sind:

  • Beobachten unter definierten Bedingungen,
  • Herausarbeiten quantifizierbarer Verhaltenselemente,
  • Möglichkeiten der Registrierung von Verhaltenselementen,
  • Planung einer Versuchsanordnung zur eindeutigen Registrierung,
  • vergleichende Beobachtung von Verhaltensweisen verschiedener Züchtungsformen,
  • nach Möglichkeit eine statistische Auswertung der Versuche,
  • Dokumentation, Diskussion und Präsentation der Ergebnisse. 

Innerhalb des Projektes werden Kompetenzen in unterschiedlichen Kompetenzbereichen entwickelt. Aufgrund der besonderen Bedingungen und der Zielsetzung der Projektarbeit dominieren dabei die Kompetenzerwartungen aus dem Bereich Erkenntnisgewinnung:

Prozessorientierte Kompetenzen:

Die Schülerinnen und Schüler... 

  • erkennen und benennen mögliche Gegenstände und methodische Vorgehensweisen in Bezug auf das Rahmenthema,
  • benennen die einzelnen Schritte der momentan gängigen Theorie der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung und setzen sie in Beziehung zu Untersuchungsobjekt und Rahmenthema,,formulieren naturwissenschaftliche Fragestellungen und bilden Hypothesen mit zu erwartenden Ergebnismöglichkeiten.
  • planen eigenständig Versuchsarrangements,
  • werten die durchgeführten Versuche aus, dokumentieren und diskutieren ihre Ergebnisse,
  • deuten die Ergebnisse im Hinblick auf Hypothesen, Fragestellungen und Plausibilität der Überlegungen.
  • erstellen Texte wie Protokolle und Dokumentationen bzw. Beiträge zu Dokumentationen, die fachlich und sprachlich korrekt sowie verständlich formuliert sind,
  • stellen Zusammenhänge unter Beachtung von Ursache-Wirkungs-Gefügen in angemessener Weise dar,
  • beschreiben einen qualitativen Sachverhalt unter korrekter Verwendung der Fachsprache,
  • beschreiben einen quantitativen Sachverhalt unter korrekter Verwendung der Fachsprache,
  • setzen Versuchsergebnisse in bildliche Darstellungen wie Graphiken und Diagramme um, auch mit Hilfe des Computers,
  • präsentieren ihre Arbeitsergebnisse oder Zwischenstände sach- und adressatengerecht, auch mit Hilfe des Computers,
  • verhalten sich bei der Durchführung der Versuche strukturiert, organisiert und situationsgerecht,
  • führen ihre Versuche selbstständig durch und sorgen für geordneten Ablauf und Material,
  • erfassen Messdaten und Parameter quantitiativ möglichst genau,
  • führen ein Arbeitsverlaufsprotokoll unter Angabe aller notwendigen Daten,
  • kommunizieren Planungen und Abläufe in der Arbeitsgruppe,
  • abstraheren ihre Ergebnisse unter Rückbezug auf Ausgangshypothesen und unterschiedliche Systemebenen.

Konzeptorientierte Kompetenzen:

(Verhaltensgruppe)

Die Schülerinnen und Schüler...

  • nennen morphologische Voraussetzungen für lebend gebärende Fischarten und damit verbundene Selektionsvor- und nachteile,
  • nennen Methoden der Verhaltensbeobachtung, die zur Überprüfung entsprechender Hypothesen geeignet sind,
  • nennen und erklären populationsbiologische Unterschiede zwischen den Beobachtungen im Aquarium und den Freilandbedingungen,
  • erläutern mit Hilfe der Auswertung gemachter Beobachtungen und der Fachliteratur an ihrem Beispiel greifende Selektionsmechanismen, 
  • stellen den Zusammenhang zum Rahmenthema her, indem sie die in ihrem Unterthema greifende Wechselwirkung charakterisieren,
  • stellen den Zusammenhang zum Rahmenthema her, indem sie die im Unterthema der jeweils anderen Gruppe greifende Wechselwirkung charakterisieren. 

(Muskelgruppe)

Die Schülerinnen und Schüler...

  • beschreiben den Aufbau und die Funktion des Quergestreiften Skelettmuskels auf zellulärer und molekularer Ebene,
  • nennen Methoden und Geräte für die Kräftemessung von Muskelgruppen,
  • nennen und erklären Methoden des Trainings einzelner Muskelgruppen,
  • erläutern Trainingseffekte auf zellulärer und molekularer Ebene nach aktuellem Stand der Forschung,
  • stellen den Zusammenhang zum Rahmenthema her, indem sie die in ihrem Unterthema greifende Wechselwirkung charakterisieren,
  • stellen den Zusammenhang zum Rahmenthema her, indem sie die im Unterthema der jeweils anderen Gruppe greifende Wechselwirkung charakterisieren. 

7.3. Umsetzungsschritte / Durchführung

Das Projekt lässt sich in vier Phasen einteilen, wobei die Phasen 1 und 2 zusammen ein Quartal umfassen, die Phase 3 zwei Quartale und die Phase 4 ein Quartal. 

Phase 1: Vorbereitende Arbeiten

Zuerst wird das Rahmenthema vorgestellt, eine Einführung in wissenschaftliche Arbeitsweisen, Literaturrecherche und -auswahl schließt sich an. Im Gespräch mit den Experten verschiedener Institutionen eröffnet sich eine erste fachliche Orientierung für die Schülerinnen und Schüler, die zusammen mit einer Materialsichtung zu konkreten Fragestellungen führt.

Diese werden im Anschluss durch die Schülerinnen und Schüler zu Arbeitshypothesen ausgeschärft. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ordnen sich nach Interessenslage den Teilprojekten zu.

Hierauf folgt eine Anleitung anhand ausgewählter Literatur (zunehmend Originalliteratur in englischer Sprache) zum aktuellen Stand der Forschung in den relevanten Bereichen: zum einen zum Feinbau des Quergestreiften Skelettmuskels, zum anderen zur Biologie und zum Verhalten von Aquarienfischen (Guppys). Die Literaturrecherche, zunächst im Internet, und die Kenntnis über den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit sind beide Male obligatorisch.

Phase 2: Einleitende Schritte zur Versuchsmethodik

Die Teilnehmer der Gruppe „Intraspezifische Wechselwirkungen“ werden in die Methodik von Verhaltensbeobachtungen und in die Möglichkeiten der Quantifizierung von Verhaltenselementen eingeführt. Dazu findet eine Anleitung im Aquazoo Düsseldorf und in der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf statt.

Die Teilnehmer der Gruppe  „Wechselwirkungen im menschlichen Organismus“ nehmen an einer Einführung in die Möglichkeiten zur Messung von Kräften teil und werden zu Versuchen mit dem „Synthetischen Muskel“ in der Petri-Schale angeleitet.

Beide Gruppen führen eine Literaturrecherche in der Universitätsbibliothek durch und erhalten vorher eine Einführungsveranstaltung zu Möglichkeiten der Recherche in der Bibliothek.

Phase 3: Planung und Durchführung von Versuchen

Nachdem die Schülerinnen und Schüler die Fragestellungen ausgeschärft haben und die Arbeitshypothesen gebildet haben, planen sie geeignete Versuchsanordnungen. Es folgt die Durchführung der geplanten Versuche, der Austausch von Zwischenergebnissen und gegebenenfalls auch die Korrektur der Anordnungen. Zur Vorbereitung der Dokumentation der Ergebnisse erstellen die Schülerinnen und Schüler Prozess- und Ergebnisprotokolle.

Phase 4: Auswertung, Dokumentation und Präsentation

In dieser Phase erfolgt die Auswertung in Bezug auf die Arbeitshypothese sowie eine Einordnung in den Forschungsstand und die zurzeit gültigen theoretischen Zusammenhänge. Hierbei wird der Zusammenhang zum Basiskonzept „System“ hergestellt, und die untersuchten Wechselwirkungen in der jeweils betrachteten Systemebene werden verdeutlicht. Die Ergebnisse werden schriftlich festgehalten, Poster zur Ausstellung in der Schule werden erstellt. 

 

7.4. Projektergebnisse: Produkt, Dokumentation

Die Schülerinnen und Schüler erstellen zur Dokumentation ihrer Arbeit schriftliche Ausarbeitungen, die in Form, Aufbau und Inhalt in Annäherung einer wissenschaftlichen Arbeit in der Biologie entspricht. Die Teilnahme an Wettbewerben (z. B. Jugend forscht) steht als Möglichkeit offen. Eine Präsentation in den Referenzkursen und der Schulöffentlichkeit ist vorgesehen. Materialien hierzu werden auf der Homepage der Schule veröffentlicht.

Teilprojekt Produkt
Beobachtungen zum Verhalten von Fischen im Aquarium Abschlussarbeit einer Schülergruppe
Trainingseffekte messbar machen und erklären Abschlussarbeiten von Schülerinnen und Schülern
 

7.5. Leistungsbewertung

Die Leistungsbewertung erfolgt auf der Basis zu erwerbender Kompetenzen, wobei zwischen prozess- und konzeptorientierten Kompetenzen unterschieden wird. Indikatoren für die prozessorientierten Kompetenzen finden sich in den folgenden Rastern. Die konzeptorientierten Kompetenzerwartungen, die bereits in Abschnitt 7.2. dargelegt wurden, werden gleichermaßen zur Leistungsbewertung herangezogen. Als Instrumente der Leistungsbewertung werden

  • Protokolle über den Arbeitsprozess,
  • Beobachtungen während der Anfertigung der Produkte,
  • spezielle Beobachtungsbögen, 
  • Kolloquien, 
  • die Präsentation von Teilergebnissen sowie
  • die Abschlussarbeit

 genutzt.  

I. Erkenntnisgewinnung und Planung

Kompetenzen

Kriterien / Indikatoren

Die Schülerinnen / Schüler erkennen und benennen mögliche Gegenstände und methodische Vorgehensweisen in Bezug auf das Rahmenthema

 

inhaltliche Geschlossenheit
beziehen Gegenstände und methodische Vorgehensweisen auf das Rahmenthema  

Plausibilität
wählen Gegenstände und methodische Vorgehensweisen plausibel und  durchführbar aus

Detailgenauigkeit
erkennen und benennen Gegenstände und methodische Vorgehensweisen

 

... benennen die einzelnen Schritte der momentan gängigen Theorie der naturwissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung und setzen sie in Beziehung zu Untersuchungsobjekt und Rahmenthema

sachliche Richtigkeit
benennen die entsprechenden Schritte sachlich richig

inhaltliche Geschlossenheit
beziehen die Schritte auf ihr Untersuchungsobjekt und auf das Rahmenthema

 

 

Vollständigkeit
benennen alle Schritte und beziehen sie vollständig auf ihr Untersuchungsobjekt und auf das Rahmenthema

... formulieren naturwissenschaftliche Fragestellungen und bilden Hypothesen mit zu erwartenden Ergebnismöglichkeiten

sachliche Richtigkeit
formulieren sachlich richtig

inhaltliche Geschlossenheit
formulieren Fragestellungen, bilden passende Hypothesen und mögliche zu erwartende Ergebnisse

Plausibilität
prüfen ihre Formulierungen auf Durchführbarkeit und Stimmigkeit

 

Grad der Abstraktion und Vernetzung
abstrahieren vom konkreten Beispiel und stellen Beziehungen zu anderen Bereichen oder Ebenen her

... planen eigenständig Versuchsarrangements

Grad der Eigenständigkeit
benötigen Hilfestellungen, wenige Hilfestellungen, keine Hilfestellungen

Zeitökonomie
beachten Möglichkeiten zeitsparend zu arbeiten (z.B. parallel arbeiten, arbeitsteilig arbeiten)

Durchführbarkeit
prüfen ihr Arrangement auf materielle und zeitliche Durchführbarkeit

begründete Flexibilität
beachten bereits bei der Planung mögliche Handlungsalternativen

Maßnahmen zur Arbeitssicherheit
treffen angemessene Maßnahmen zur Arbeitssicherheit

II. Dokumentation und Präsentation

Kompetenzen

Kriterien / Indikatoren

Die Schülerinnen / Schüler werten die durchgeführten Versuche aus, dokumentieren und diskutieren ihre Ergebnisse

sachliche Richtigkeit
die Dokumentation ist sachlich richtig und angemessen formuliert

inhaltliche Geschlossenheit
die Darstellung ist inhaltlich geschlossen, Bezüge werden deutlich gemacht

 

Detailgenauigkeit
die Darstellung enthält die notwendige Detailgenauigkeit

Mediengebrauch
setzen geeignete Medien sach- und adressatengerecht ein

... deuten die Ergebnisse im Hinblick auf Hypothesen, Fragestellungen und Plausibilität der Überlegungen

sachliche Richtigkeit
die Deutungen sind sachlich richtig und angemessen formuliert

inhaltliche Geschlossenheit
die Bezüge der Deutungen zu den Arbeitshypothesen und Fragestellungen werden deutlich dargestellt

Plausibilität
die Überlegungen  sind plausibel in ihren Bezügen zu Hypothesen und Fragestellungen

 

Grad der Abstraktion und Vernetzung
die Deutungen sind vom Einzelereignis abstrahiert und mit dem Rahmenthema vernetzt

... erstellen Texte wie Protokolle und Dokumentationen bzw. Beiträge zu Dokumentationen, die fachlich und sprachlich korrekt sowie verständlich formuliert sind

sachliche Richtigkeit
die Ausführungen sind fachlich richtig formuliert

sprachliche Richtigkeit und Verständlichkeit
die Ausführungen sind sprachlich korrekt und klar verständlich formuliert

Gebrauch der Fachsprache
die Fachsprache wird korrekt gebraucht

 

 

... stellen Zusammenhänge unter Beachtung von Ursache-Wirkungs-Gefügen in angemessener Weise dar

 

sprachlich-stilistische Darstellungsweise
die Darstellungsweise ist sprachlich und stilistisch klar und strukturiert

Gebrauch der Fachsprache
die Fachsprache wird korrekt gebraucht

 

Darstellung von Ursache-Wirkungs-Gefügen
Ursache und Wirkung werden kausalanalytisch korrekt dargestellt

... beschreiben einen qualitativen Sachverhalt unter korrekter Verwendung der Fachsprache Klarheit der Aussage
die getroffenen Aussagen sind klar als qualitativ erkennbar

Gebrauch der Fachsprache
die Fachsprache wird korrekt gebraucht

Detailgenauigkeit
die Darstellung enthält die notwendige Detailgenauigkeit
... beschreiben einen quantitativen Sachverhalt unter korrekter Verwendung der Fachsprache Klarheit der Aussage
die getroffenen Aussagen sind auf konkrete, quantitative Ergebnisse bezogen
Gebrauch der Fachsprache
die Fachsprache wird korrekt gebraucht
Detailgenauigkeit
die Darstellung enthält die notwendige Detailgenauigkeit

... setzen Versuchsergebnisse in bildliche Darstellungen wie Graphiken und Diagramme um, auch mit Hilfe des Computers

notwendige Angaben und Beschriftungen
die Darstellungen enthalten alle notwendigen Angaben und Beschrifungen

Art der Darstellung
die Darstellung ist angemessen gewählt und ansprechend gestaltet

 

Detailgenauigkeit
die Darstellung enthält die notwendige Detailgenauigkeit

Gebrauch von Computersoftware
die entsprechende Software wird sinnvoll und unter Beachtung urheberrechtlicher Aspekte eingesetzt

... präsentieren ihre Arbeitsergebnisse oder Zwischenstände sach- und adressatengerecht, auch mit Hilfe des Computers

sachliche Richtigkeit
die Präsentation ist sachlich richtig gestaltet

freier Vortrag
der Vortrag ist frei und dem Publikum zugewandt gehalten

Adressatenbezug
der Vortrag ist adressatengerecht aufgearbeitet (z.B. gleichaltrige Mitschülerinnen und Mitschüler, jüngere Mitschülerinnen und Mitschüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer)

 

Gebrauch von Medien
Präsentationsmedien werden angemessen eingesezt

III. Arbeitsverhalten, Kommunikation und Abstraktion

Kompetenzen Kriterien / Indikatoren
Die Schülerinnen und Schüler verhalten sich bei der Durchführung der Versuche strukturiert, organisiert und situationsgerecht Struktur
eine vorab erarbeitete Struktur ist erkennbar
Organisation
notwendige Ressourcen und Gegebenheiten sind organisiert und stehen zur Verfügung (auch über erforderlich lange Zeiträume)
situationsgerechtes Handeln
Arbeitsstruktur und Organisation werden gemäß der Situation an neue Gegebenheiten angepasst
Maßnahmen zur Arbeitssicherheit treffen
angemessene Maßnahmen zur Arbeitssicherheit
... führen ihre Versuche selbstständig durch und sorgen für geordneten Ablauf und Material Planung des Ablaufs
der Ablauf ist kurz- und langfristig geplant
Organisation von Abläufen
Abläufe sind vorüberlegt und notwendige Ressourcen und Gegebenheiten sind geschaffen
Bereitstellung von notwendigem Material
für notwendiges Material wird in ausreichender Menge und Qualität gesorgt, auf Sparsamkeit wird geachtet
Maßnahmen zur Arbeitssicherheit treffen
angemessene Maßnahmen zur Arbeitssicherheit
... erfassen Messdaten und Parameter quantitiativ möglichst genau Sorgfalt bei der Erfassung
Messdaten werden genau abgelesen, Parameter werden protokolliert
Abschätzen der Genauigkeitsstufe
die angemessene Genauigkeitsstufe wird begründet abgeschätzt und gewählt
... führen ein Arbeitsverlaufsprotokoll unter Angabe aller notwendigen Daten Aspektierung der Angaben
die Angaben sind angemessen und verwertbar aspektiert
Vollständigkeit der Angaben
die Angaben enthalten alle relevanten Datrn
... kommunizieren Planungen und Abläufe in der Arbeitsgruppe kommunikatives Verhalten
Kommunikationsprozesse laufen ungestört und konstruktiv ab
argumentatives Verhalten
Argumente werden sachlich diskutiert und neutral gegeneinander abgewogen
... abstrahieren ihre Ergebnisse unter Rückbezug auf Ausgangshypothesen und unterschiedliche Systemebenen Bezug zur Ausgangshypothese
der Rückbezug zur Ausgangshypothese wird deutlich gemacht
Betrachtung von Systemebenen
es werden Betrachtungen zu einer oder mehreren Sytemebenen gemacht
Grad der Vernetzung und Abstraktion
die Deutungen sind vom Einzelergebnis abstrahiert und mit dem Rahmenthema vernetzt

 

 

7.6. Kursevaluation

Insgesamt wurde von allen Beteiligten die Arbeitsweise und vor allem die daraus resultierende Arbeitsatmosphäre als besonders angenehm, aber auch als lerneffektiv wahrgenommen, was sich untern anderem durch ein hohes Maß an Leistungsbereitschaft äußerte.
Die Motivation wurde überdies günstig beeinflusst durch

  • das produkt- und prozessorientierte Vorgehen auf der Basis von in betreuter Eigentätigkeit erarbeiteten Fragestellungen,
  • eine auf Optimierung ausgerichtete, transparente und nicht defizitär orientierte Leistungsbeurteilung sowie
  • eine wertschätzende Haltung der Kursleiter den erbrachten Leistungen gegenüber.

In einer Feedback-Runde stellte sich heraus, dass von Lehrerseite wie von Schülerseite ähnliche Eindrücke geäußert wurden. Die Anlaufphase mit vielen Fragezeichen inhaltlicher und vor allem organisatorischer Art stellte besondere Herausforderungen an alle Beteiligten. Die Aufnahme der Tätigkeiten, das Arbeiten an selbst erarbeiteten Fragestellungen und Hypothesen, der Kontakt mit externen Spezialisten und die sich daraus ergebenden fachlichen und persönlichen Perspektiven wurden von den Schülerinnen und Schülern als Bereicherung wahrgenommen.
So wurden auch vorübergehende Rückschläge (wie beispielsweise das durch Bakterien verursachte Fischsterben im Aquarium) nicht zu Motivationskillern, sondern lieferten Anlass dafür, die Schwierigkeiten durch veränderte Versuchsanordnungen zu überwinden. Eine große Zahl der Schülerinnen und Schüler zeigte sich auch sehr interessiert an der Präsentation vor Publikum und einer Veröffentlichung der Ergebnisse in der Schulöffentlichkeit. Es fanden sich sogar Freiwillige, die das Abstract der Arbeit auf Englisch angehen wollten.

Auf die Frage hin, ob sie künftigen Nachfolgerinnen und Nachfolgern einen solchen Projektkurs empfehlen würden, war die Haltung eindeutig pro Projektkurs, da der Zusammenhang der einzelnen Schritte auf dem Weg der Erkenntnisgewinnung bei einer forschenden Tätigkeit wie im Projektkurs deutlich werde und so auch ein Verständnis vieler Themen aus den Referenzkursen erleichtert werde. Besonders hervorzuheben ist, dass die im Projektkurs zum Basiskonzept System erworbenen Kompetenzen auch in anderen unterrichtlichen und außerunterrichtlichen Zusammenhängen genutzt werden können.

 

7.7. Materialien

1. Abschlussarbeit einer Schülergruppe zu den Versuchen mit Fischen im Aquarium

2. Abschlussarbeiten von Schülerinnen und Schülern zu Trainingseffekten bei Muskeln

3. Literaturverzeichnis zu Guppys

4. Evaluationsbögen