Zielperspektiven und inhaltliche Ausrichtungen
Mit der neu geschaffenen Möglichkeit des Angebots und der Einbringung von Projektkursen in die Gesamtqualifikation wird das Ziel verfolgt, Schülerinnen und Schülern verstärkt die Möglichkeit zu selbstständigem und kooperativem, projekt- und anwendungsorientiertem sowie ggf. fächerverbindendem und facherübergreifendem Arbeiten zu ermöglichen. Fachlich angebunden an Referenzfächer können Schülerinnen und Schüler mit den neuen Projektkursen das eigene fachliche Profil schärfen, da in den einzelnen Projekten verstärkt wissenschaftspropädeutisches, praktisch-gestalterisches, experimentelles oder auch bilinguales Arbeiten ermöglicht wird, ohne dabei direkt curricularen bzw. abschlussbezogenen Zwängen unterworfen zu sein.
Zielperspektiven
Projektkurse fördern
- selbstständiges und kooperatives Arbeiten,
- projekt- und anwendungsbezogene Qualifikationen,
- fächerverbindende oder fächerübergreifende Perspektiven,
- Wissenschaftspropädeutik und Praxisorientierung,
- praktisch-gestalterische Leistungen,
- experimentelles Arbeiten,
- adressatenbezogene Kommunikation auch in bilingualen Kontexten sowie
- Produkt- und Ergebnisorientierung.
Neben der Erweiterung unmittelbar fachbezogener Kompetenzen tragen die konsequente Produkt- und Ergebnisorientierung, das selbstständige und eigenverantwortliche Arbeiten in Einzel- und Gruppenzusammenhängen sowie die Verpflichtung zur Präsentation dazu bei, dass neben der Kommunikations- und der Darstellungsfähigkeit verstärkt auch soziale und personale Kompetenzen entwickelt werden, die als Schlüsselqualifikationen für den weiteren persönlichen Werdegang bedeutsam sind.
Kompetenzen
Projektkurse unterstützen die Entwicklung von
- Fachkompetenz,
- Methodenkompetenz (z. B. Planung, Recherche, Strukturierung, Darstellung u. a.),
- Selbstkompetenz sowie
- Kooperationskompetenz.
Vor dem Hintergrund der o. g. Zielperspektiven werden in den Projektkursen unter einem übergreifenden Projektthema von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern vergleichsweise frei Teilprojekte gebildet, in denen auch mit Blick auf ein angestrebtes Fachstudium oder eine berufliche Perspektive Schwerpunkte gesetzt werden können.
Während fachübergreifendes Arbeiten, also die punktuelle Ausweitung der Perspektive über die fachlichen Grenzen hinaus, an ein Referenzfach gebunden bleibt, bezieht sich fächerverbindendes Arbeiten auf zwei Referenzfächer und setzt entsprechend auch die Qualifikation der Lehrkräfte in beiden Fächern voraus. Als Zulassungsvoraussetzung für die Schülerinnen und Schüler reicht die Teilnahme an einem der Referenzfächer.
Inhaltliche Ausrichtungen
Projektkurse
- sind angebunden an ein Referenzfach maximal zwei Referenzfächer aus dem schulischen Kursangebot,
- unterscheiden sich in ihrer inhaltlichen Ausrichtung von der Obligatorik des Lehrplans, den schulinterenen Curricula und den inhaltlichen Vorgaben zur Vorbereitung auf das Abitur,
- bearbeiten ein übergreifendes Projektthema mit Bündelungsqualität und
- ermöglichen die Vernetzung unterschiedlicher Teilthemen.
Die Kooperation mit außerschulischen Partnern (z.B. Betriebe, Hochschulen, private und öffentliche Einrichtungen), die Einbindung von Wettbewerben (z.B. Wirtschaft in die Schule“, „Junior“, „Jugend forscht“, etc), die Nutzung von Praktikumserfahrungen, aber auch die Beteiligung an europäisch-internationalen Projekten (z.B. im Rahmen von CertiLingua) können dabei die sonst vielfach eher schulbezogen ausgerichtete Perspektive der Schülerinnen und Schüler erweitern, sodass ein wichtiger Beitrag zur Erlangung der „Hochschul-Reife“ in einem umfassenderen Sinne geleistet werden kann. Die spezifische Möglichkeit, mit Hilfe der Projektkurse eine „besonderen Lernleistung“ zu erbringen, erweitert zudem das Spektrum abiturrelevanter Fächer für entsprechend interessierte Schülerinnen und Schüler, da die besondere Lernleistung wie ein fünftes Fach dem Abiturblock zugeordnet wird.
Mögliche Anbindungen
Projektkurse eignen sich für
- die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern (z.B. Betriebe, Hochschulen, private und öffentliche Einrichtungen),
- die Einbindung von Wettbewerben (z.B. „Wirtschaft in die Schule“, „Jugend forscht“, „Junior““ etc.),
- die Integration und Nutzung von Praktikumserfahrungen,
- die Beteiligung an europäisch-internationalen Projekten sowie
- die Erbringung einer „besonderen Lernleistung“.
Die neuen Projektkurse eröffnen jedoch nicht nur Schülerinnen und Schülern neue Chancen und Möglichkeiten, auch die Schulen können von der neuen Kursart profitieren. Je nach Schwerpunktsetzung im Schulprogramm, eingegangenen Kooperationen mit externen Partnern sowie hausintern vorhandenen Qualifikationen der Lehrkräfte kann die inhaltliche Ausrichtung der angebotenen Projektkurse mit dazu beitragen, eine Schule zu profilieren. Neben der vielfach sicherlich auch für Lehrkräfte attraktiven und dadurch in besonderem Maße motivierenden Auseinandersetzung mit besonderen Interessenschwerpunkten kann es mit dem Angebot von Projektkursen gelingen, ‚blinde Flecken’ der curricularen Vorgaben oder auch Lücken im schulischen Kursangebot adäquat zu füllen.
Wirkungen
Projektkurse leisten somit einen wertvollen Beitrag
- zum fachlichen Profil der Schülerinnen und Schüler,
- zur Erweiterung der fachbezogenen und fachübergreifenden Gestaltungsmöglichkeiten der Lehrkräfte sowie
- zur programmatisch-inhaltlichen Ausrichtung der Schule.
