Entscheidungsaspekte zur Umsetzung und Durchführung in der Schule
Die Entscheidung darüber, in welchem Umfang Projektkurse eingerichtet werden sollen und welche Referenzfächer sich hierzu anbieten, liegt bei der Schule.
Sicherlich wird bei den Überlegungen das schulische Profil eine wichtige Rolle spielen, eignen sich die Projektkurse doch hervorragend dazu, fachliche Profile zu stärken oder zu erweitern. Möglichkeiten zur Einbindung außerschulischer Partner und Institutionen bieten sich an.
Auf der Grundlage der schulischen Gegebenheiten muss entschieden werden, in welchem Umfang Projektkurse angeboten werden können, ob allen Schülerinnen und Schülern eines Jahrgangs die Möglichkeit oder auch die Verpflichtung zur Belegung eines Projektkurses aufgegeben werden soll und kann. In diesem Kontext müssen folgende Vorgaben bedacht werden:
- Voraussetzung für die Belegung eines Projektkurses im ersten Jahr der Qualifikationsphase (Q1) ist die begleitende Belegung des Referenzfaches mindestens bis zum Ende von Q1; die Belegung des Projektkurses im zweiten Jahr der Qualifikationsphase (Q2) setzt ebenfalls die Belegung des Referenzfaches bis mindestens zum Ende von Q1 voraus.
- Bei Belegung des Projektkurses in Q1 Optionen sinnvoller Fortsetzung der Schullaufbahn in Q2 unter Beachtung des Kontinuitätsprinzips (Folgekursprinzip); Erfüllung der vorgeschriebenen Anzahl von mindestens 38 anrechenbaren Kursen in der Qualifikationsphase.
- Vorgaben zur mittleren Kursgröße in der gymnasialen Oberstufe (VO zu § 93 Abs. 2 SchulG).
- Verfügbarkeit und Belastbarkeit der Lehrkräfte (gute Gelingensbedingungen bei spezifischem Interesse der Lehrkraft).
- Für die Entscheidung, über den Projektkurs eine besondere Lernleistung und damit Exzellenz zu fördern, ist die Frage des Zeitpunktes des Projektkurses von Bedeutung und sollte mitbedacht werden.
- Sollten Projektkurse bewusst auch in Fächern angeboten werden, die an der jeweiligen Schule traditionsgemäß weniger stark angewählt werden, so könnte die Option jahrgangsstufenübergreifender Kurse erwogen werden.
- Bedacht werden müssen ebenso die Konsequenzen für das Verfahren der Facharbeit, besteht doch für Schülerinnen und Schüler, die einen Projektkurs belegen, keine Verpflichtung zur Anfertigung einer Facharbeit. Die Öffnung der Facharbeit auf die gesamte Qualifikationsphase (§ 14 Abs. 3 APO-GOSt) soll flexiblere Organisationsmodelle ermöglichen.
Die folgenden Beispiele von Projektkursen greifen die dargestellten Zielsetzungen unter den konkreten Rahmenbedingungen der Schulen auf, an denen sie konzipiert und praktisch erprobt wurden. Schulen haben hier Pionierarbeit geleistet, das neue Konstrukt von Unterricht umzusetzen, und in diesem Sinne wollen sie auch ihre Modelle verstanden wissen. Sie sind Orientierungshilfen und geben Impulse für ganz eigene kreative Entwürfe, die Kolleginnen und Kollegen in anderen Fächern und anderen schulischen Kontexten ermutigen sollen, sich an diese Unterrichtsform zu wagen. Alle Gruppen waren sich einig darin, dass hier intensiv und engagiert gearbeitet wurde, mehr als in manchem Regelunterricht, aber eben auch mit hoher Motivation und erheblichem Kompetenzgewinn.
