Projektkurse SII

Leistungsanforderungen, -nachweise und  -bewertung

Die rechtlich verbindlichen Grundsätze der Leistungsbewertung sind im Schulgesetz (§ 48 SchulG) sowie in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Sekundarstufe II (§§ 13-17 APO-GOSt – BASS 13 – 32 Nr. 3.1) dargestellt. Die einschlägigen Regelungen für den Projektkurs finden sich insbesondere an den nachfolgend genannten Stellen der APO-GOSt bzw. der zugehörigen Verwaltungsvorschriften (VVzAPO-GOSt – BASS 13 – 32 Nr. 3.2):

Rechtlicher Rahmen

Regelungen zur Leistungsbewertung im Projektkurs in der APO-GOSt:

  • § 14 Abs. 3: Projektkursleistungen als Ersatz für die Facharbeit
  • § 14 Abs. 6: Notenbildung im Projektkurs
  • § 15 Abs. 1: Dokumentation des Projektergebnisses
  • § 17 Abs. 1-4: Besondere Lernleistung im Projektkurs
  • § 28 Abs. 10: Einbringung der Projektkursnote in die Gesamtqualifikation

Durch seine thematische Fokussierung ermöglicht und fordert der Projektkurs in besonderer Weise die vertiefte und differenzierte Auseinandersetzung mit einem komplexen Gegenstandsbereich. Bei der Leistungsbewertung bleibt jedoch zu berücksichtigen, dass Projektkurse nur mit der Gewichtung von Grundkursen in die Gesamtqualifikation eingebracht werden können. Als besondere Lernleistung müssen die Ergebnisse allerdings deutlich erhöhten Anforderungen genügen.

Die Leistungsnachweise, die von den Schülerinnen und Schülern im Projektkurs zu erbringen sind, beziehen sich auf einen prozessbezogenen und einen ergebnisbezogenen Teil.

Während im prozessbezogenen Teil kontinuierlich über die beiden Kurshalbjahre hinweg Teilleistungen wie Unterrichtsbeiträge, Planungs- und Organisationsleistungen zu erbringen sind, umfasst der ergebnisbezogene Teil die abschließende Dokumentation – in der Regel eine Präsentation, ergänzt durch eine schriftliche Erläuterung, möglicherweise auch eine Kursarbeit – die erst am Ende des einjährigen Projekts vorliegt.

Variante A

Einbringung des Projektkurses in Block I der Gesamtqualifikation

Leistungsnachweise für Projektkurs nach Variante A

 

erläuternde Grafik

 

Variante B

Einbringung des Projektkurses mit erhöhten Leistungsanforderungen als besondere Lernleistung in Block II (Abiturprüfung) der Gesamtqualifikation

Leistungsnachweise für Projektkurs nach Variante B

erläuternde Grafik

In Variante B erfolgt keine gesonderte Bewertung der Prozessergebnisse. Die Gesamtnote wird – ohne Gewichtung der Teilleistungen – aus den Ergebnissen der Dokumentation sowie des Kolloquiums gebildet. Ggf. können ergänzende Bedingungen an das Produkt / die Dokumentation gestellt werden, um eine angemessene Anforderungsebene zu erreichen.

Aufgrund der Vielfalt der möglichen Projektanbindungen (z.B. an unterschiedliche Referenzfächer), der verschiedenen Projektausrichtungen (z.B. verstärkte Praxisorientierung vs. dominierende Theorieorientierung) sowie der unterschiedlichen Varianten der Projekteinbringung in die Gesamtqualifikation (z.B. Variante A vs. Variante B) müssen Hinweise zu konkreten Bewertungsverfahren, Messinstrumenten und Beurteilungskriterien vor allem dem Teil B dieser Handreichung vorbehalten bleiben, in dem erprobte Praxisbeispiele dargestellt werden.

Übergreifend kann gleichwohl festgehalten werden, dass die Leistungsbewertung in den Projektkursen grundsätzlich auf die Überprüfung von Kompetenzen ausgerichtet ist. Die in Kapitel 2 bereits eingeführten Kompetenzen lassen sich unterscheiden in die eher überfachlichen Kompetenzdimensionen Selbst- und Sozialkompetenz sowie die überwiegend fachbezogenen Dimensionen Fach- und Methodenkompetenz, die in Teil B exemplarisch konkretisiert und auf Einzelfachebene in weitere Kompetenzbereiche auszudifferenziert zu werden.

Unabhängig von kursspezifisch vorzunehmenden Gewichtungen sowie weiteren im Einzelfall sinnvollen Differenzierungen und Ergänzungen sind die Selbstständigkeit des Arbeitens, die Kooperationsfähigkeit bei der Zusammenarbeit mit inner- und ggf. außerschulischen Partnern, die Quantität sowie die Qualität der erworbenen Fach- und Methodenkompetenzen zentrale Kriterien für die Leistungsmessung in allen Projektkursen.

Um dieses weite Spektrum unterschiedlichster Formen der Leistungserbringung angemessen erfassen zu können, können neben die eher dem traditionellen Oberstufenunterricht zuzuordnenden Überprüfungsinstrumente weitere Indikatoren für die Leistungsbeurteilung hinzutreten, z. B.:

Mögliche Indikatoren für die Leistungsbeurteilung
  • kreative, weiterführende Impulse
  • sachgerechte Recherche
  • Planungs- und Materialmappe
  • Selbstständige Themenfindung
  • Steuerung des Planungsprozesses
  • Kooperative Steuerung der Gruppenprozesse

Solche Indikatoren müssen den Schülerinnen und Schülern transparent gemacht werden und sollten grundsätzlich auch Gegenstand der Beratung in den Fachkonferenzen sein. Sie sind in ihrer Beurteilungsrelevanz zu unterscheiden von Instrumenten der Selbstvergewisserung der Schülerinnen und Schüler über erreichte Arbeitsstände oder erworbene Kompetenzen.