Projektkurs im Rahmen des sprachlich-literarisch-künstlerischen Aufgabenfeldes
Thema des Projektkurses:
„Vorbilder und Nachbilder - medial inszeniert“
Humboldt-Gymnasium
Kartäuserwall 40
50676 Köln
5.2.1. Formaler Projektrahmen
Das Projektthema „Vorbilder und Nachbilder – medial inszeniert“ beinhaltet eine reflexive, rezeptive und produktive Auseinandersetzung mit Bildern. In Kooperation mit einer Kunstinstitution werden unmittelbar vor den Originalen (Vorbilder) aktive, direkte und kreative Auseinandersetzungen mit den Werken ermöglicht und diese in neue Kontexte (Nachbilder) transferiert. Die Arbeitsergebnisse werden multimedial hergestellt und vor Ort präsentiert.
„Vorbilder und Nachbilder“ lassen sich in jeder Kunstepoche wiederfinden und stehen im engen Zusammenhang mit zeitgeschichtlichen Entwicklungen. Die Beschäftigung mit Kunstzitaten bietet eine Auseinandersetzung mit zeitgeschichtlichen und bildnerischen Traditionen und ein Kennenlernen von Methoden kritischer Aktualisierung von Vorbildern. Dafür wird eine methodische Systematisierung in vier unterschiedlichen Strategien vorgenommen.
Strategien und Beispiele
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Strategie |
Beschreibung / Beispiele |
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Erinnern |
Ein Vorbild aus der Erinnerung kennen, nicht sehen oder mit etwas verbinden. Z.B. der Künstler Tobias Rehberger zeichnet aus der Erinnerung Möbeldesignklassiker und fordert für eine Ausstellung in Afrika dort ansässige Handwerker auf, die Möbel nach diesen Zeichnungen anzufertigen. |
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Flüchtige Wahrnehmung |
Ein Vorbild kurz bewusst betrachten und nachbilden bzw. flüchtige, unbewusste Wahrnehmungen nachbilden. Z.B. der Künstler Thomas Struth studierte das Rezeptionsverhalten von Museumsbesuchern vor Kunstwerken. |
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Auseinandersetzung |
Ein Vorbild wird langfristig studiert, und die Ergebnisse werden in einem heutigen Kontext verarbeitet. Z.B. die Künstlerin Cindy Sherman stellt historische Portraitmalerei in inszenierten Fotografien nach. |
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Erweiterung |
Ein Vorbild wird langfristig studiert und um subjektive eigene Assoziationen erweitert. Z.B. Tracy Emin setzte sich in einer Videoperformance mit dem Bild „Der Schrei“ auseinander. |
Das Referenzfach für den Projektkurs ist das Fach Kunst.
5.2.2. Projektziele und Teilprojekte
Das Projekt verfolgt fachliche und überfachliche Ziele und intendiert damit übergreifendes Lernen.
Ziel des Projektes ist eine Ausstellung im öffentlichen Raum zu selbstgewählten Vorbildern der Kunstgeschichte. Im Rahmen des Projektes wurden von den Schülerinnen und Schülern folgende Vorbilder zur Grundlage ihrer Arbeit gemacht:
- Richter, Übermalte Fotografien, 1999
- Seurat, Nachmittag auf der Insel la Grande Jatte, 1884
- Peyton, Sarah on her birthday, 2002
- Dürer, Selbstbildnis, 1500
- Miro, Leute und Hund, 1949
- Rembrandt, Der Sturm auf dem See Genezareth, 1633
- Beuys, Halbiertes Filzkreuz, 1977
- Van Gogh, Sternennacht, 1889
- Van Gogh, Kartoffelesser, 1885
- Marrell, Vanitas Stillleben, 1637
- Munch, Pubertät, 1886
- Munch, Mädchen auf der Brücke, 1902
Das Projekt verfolgt die nachfolgenden Ziele und Intentionen:
Fachlich
- Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen, zeitgeschichtlichen und biografischen Kontexten in bildnerischen Gestaltungen
- Erkennen von Strategien und Methoden zeitgenössischer Zitate aktueller Kunst
- Eigenständige Konzeption zur Transferierung eines Werkes in einen aktuellen Kontext
- Eigenständige Prozess-Steuerung der Konzeption sowie Realisation
- Eigenverantwortliche Recherche und wissenschaftspropädeutische Aufarbeitung des Themas
- Ambiguitätstoleranz in Bezug auf Feedback und Kritik zur eigenen Arbeit
- Kooperativer und gewinnbringender Austausch in Plenums- und Diskussionsphasen
- Durch die Öffnung lernen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Kunstinstitutionen sowie Methoden der Ausstellungs- und Museumskunde kennen.
- Das geplante Projekt bietet hier einen erweiterten Rahmen zur vertieften Auseinandersetzung mit den Gestaltungsmöglichkeiten der Neuen Medien. Das Vermögen, verschiedene Medienrealitäten als solche zu erkennen und ihre jeweiligen Codes zu interpretieren, wird somit zur wichtigen Bedingung für bewusste Wahrnehmung und ermöglicht die Reflexion des eigenen Medienverhaltens. Neben reflexiven Prozessen bietet dieses Projekt auch produktive Zugänge durch kreative gestalterische Prozesse, die Zusammenhänge zwischen Form und Inhalt medialer Realitäten unmittelbar erfahrbar machen.
5.2.3 Umsetzungsschritte / Durchführung
Das gesamte Projekt gliedert sich in drei Phasen mit den nachfolgend genannten Zielen:
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Phase |
I |
II |
III |
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Ziele |
Kennenlernen und Erproben von unterschiedlichen künstlerischen Konzeptionen zur Nachbildfindung sowie explorative Ideen- und Methodenanreicherung |
Wissenschaftspropädeutische Auseinandersetzung mit dem gewählten Vorbild Eigenständige Konzeptentwicklung und Realisierung eines Nachbildes mit begleitendem Portfolio |
Kennenlernen und Erproben von Möglichkeiten medialer Inszenierung und Erlernen von Ausstellungs- und Museumskonzeptionen |
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Vertiefung werkbezogener Interpretationsansätze (biografische, historische, formale Verfahren) |
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Entwickeln von Strategien zur Bearbeitung ausgewählter Kunstwerke |
Erstellen der Präsentation |
Die erste Phase (ca. 3 Monate) oder Einstiegsphase dient der experimentellen Annäherung an das Thema und der Ideenanreicherung. Das Kennenlernen von Prozessen, Strategien und Methoden der Nachbildfindung in unterschiedlichen künstlerischen Kontexten steht im Zentrum. In kleineren Übungen werden zudem handwerklich-technische Fähigkeiten in Bezug zu den medialen Möglichkeiten kennengelernt und erprobt.
Ablauf
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Zeitrahmen |
Thema |
Ergebnis |
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I. Methodische Vorarbeit |
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Doppelstunde |
Allgemeine Einführung und formaler Projektrahmen |
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Doppelstunde |
Künstlerische Strategien zur Nachbildfindung: Studieren Praktische Einführung / Übung |
Erste Nachbilder als Grundrissskizzen zu Hoppers Nighthawks |
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Doppelstunde |
Künstlerische Strategien zur Nachbildfindung: Studieren Praktische Stationsarbeit |
Ergebnisse aus der praktischen Stationsarbeit (Hockney, Kirchner, Hopper) |
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Doppelstunde |
Künstlerische Strategien zur Nachbildfindung: Studieren Vorstellung von Künstlerbeispielen |
Künstlerische Strategien vertiefen (Duchamp, Dali, Warhol, Demand) |
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Doppelstunde |
Künstlerische Strategien zur Nachbildfindung: Erweiterung |
Narrative Standbilder-Serien zu Vorbildern (Alex Colville: Pacific. Roy Lichtenstein: In the Car. Edward Hopper) Aufgabenstellung Erweiterung Bildgeschichte |
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Vier Zeitstunden (nachmittags) |
Außerunterrichtlicher Workshop „Licht-Schreiben“ im Literaturhaus in Kooperation mit dem Forum der Fotografie |
Kennenlernen von künstlerischen Strategien zur Text-Bild-Beziehung anhand von literarischen Texten und Fotografien |
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Doppelstunde |
Übungen zu Text-Bild-Beziehungen |
Strategien der Text-Bild-Beziehungen anwenden Funktion von Text - Bild |
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Vier Zeitstunden (nachmittags) |
Außerunterrichtlicher Workshop „Licht-Schreiben“ im Literaturhaus in Kooperation mit dem Forum der Fotografie |
Eigenständige Realisierung von Fotografien zu Texten bzw. kreative Schreibtechniken zu Fotografien |
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Doppelstunde |
Künstlerische Strategien zur Nachbildfindung: Flüchtige Wahrnehmung / praktische Übungen |
Besuch einer Ausstellung mit anschließender Erinnerungszeichnung |
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Doppelstunde |
Künstlerische Strategien zur Nachbildfindung: Erinnern / praktische Übungen |
Zeichnung des Bildes „Der Schrei“ aus der Erinnerung |
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Doppelstunde |
Künstlerische Strategien zur Nachbildfindung: Vorstellung von Künstlerbeispielen |
Theoretische Auseinandersetzung mit Cindy Sherman und Picasso (Las Maninas/ Velasquez) |
Die zweite Phase (ca. 6 Monate) dient der eigenständigen Konzeptentwicklung und Realisierung. Nach der Auswahl der „Vorbilder“ entwickelt jeder Schüler Konzepte zur Nachbildfindung. Diese werden von einem Portfolio begleitet und verlangen, je nach Konzept, wissenschaftspropädeutische Auseinandersetzungen mit gesellschaftswissenschaftlichen, pädagogischen oder geschichtlichen Fragestellungen.
Ablauf
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Zeitrahmen |
Arbeitsschritte |
Ergebnis |
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| II. Konzeption/Realisation | ||
| Blockseminar 4 Zeitstunden | Vorbildsuche: Begründung zur Bildauswahl. Diskussion erster Umsetzungsideen |
Die Schüler präsentieren dem Plenum ihre Bildauswahl und erläutern erste Projektideen. |
| Blockseminar 4 Zeitstunden |
Einzelberatung (20 min. pro Schüler) Arbeit an der Konkretisierung |
Beratung zur Konkretisierung und Umsetzung der Projektideen Übrige Gruppe arbeitet an ihrem Projekt weiter |
| Blockseminar 4 Zeitstunden | Schriftliche Abgabe der Projektkonzeption. Vorstellung im Plenum | Abschließende Festlegung der Konzeption |
| Blockseminar 4 Zeitstunden | Präsentation der ersten Zwischenergebnisse | Besprechung der weiteren Arbeitsschritte im Plenum auch im technischen und handwerklichen Umsetzungbereich |
| Blockseminar 8 Zeitstunden | Einzelberatung (20 min. pro Schüler) Arbeit am Produkt |
Beratung zur Durchführung und Fertigstellung der Projektideen Übrige Gruppe arbeitet an ihrem Projekt weiter |
| Blockseminar 4 Zeitstunden | Präsentation der Produkte | Sichtung und erste Bewertung der Produkte Entwicklung von Präsentationsideen für die Ausstellung |
Die dritte Phase (ca. 3 Monate) dient der Vorbereitung der Projektpräsentation. Die Präsentation soll an einem außerschulischen Ort einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und in Kooperation mit einer Kunstinstitution (Museum, Galerie, Kunstverein) realisiert werden. Hier sollen die Schülerinnen und Schüler zentrale Aufgaben in der Organisation der Projektpräsentation übernehmen.
Ablauf
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Zeitrahmen |
Arbeitsschritte |
Ergebnis |
|---|---|---|
| III. Ausstellungskonzeption | ||
| 3 Doppelstunden | Kennenlernen von künstlerischen Strategien der Ausstellungskonzeption im Rahmen medialer Inszenierung | Transferieren der gewonnen Erkenntnisse auf eigene Inszenierungsmöglichkeiten |
| 3 Doppelstunden | Planung der einzelnen Inszenierungen | Entwürfe und Skizzen zur Präsentation |
| 3 Doppelstunden | Organisation und Aufbau der Ausstellung | Fertigstellen der Ausstellung |
| Öffentliche Präsentation des Projektergebnisses | ||
5.2.4. Projektergebnisse: Produkt, Dokumentation
Das Endprodukt des Projektkurses war eine Ausstellung zu dem Thema „Vorbilder und Nachbilder – medial inszeniert“. Diese Ausstellung wurde einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht und regte zum Nachdenken über Kunstrezeption an.
Die Ideen der einzelnen Produkte lagen zum Abschluss des ersten Halbjahres als schriftliche Konzeptskizzen, z.T. mit praktischen Erprobungen, vor.
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Thema/ Vorbild |
Produktbeschreibung |
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Richter, „Übermalte Fotografien“, 1999 (Partnerarbeit) |
Filmisch dokumentierte Performance - Übermalung von Leuchtreklamen im Stadtraum |
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Seurat, „Nachmittag auf der Insel la Grande Jatte“, 1884 |
Fotografische Nachstellung des Gemäldes als monumentale Wandinstallation. Digitale Neuzusammensetzung aus kolorierten Einzelbildern. (Pixelrasterung) |
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Peyton, „Sarah on her birthday“, 2002 |
Rauminstallation - gefilmte Kaleidoskopaufnahmen musikalisch untermalt |
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Dürer, „Selbstbildnis“, 1500 |
Fotoserie - Selbstinszenierung mit personifiziertem Vorbild in unterschiedlichen Alltagssituationen |
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Miro, „Leute und Hund“, 1949 |
Kinetische Rauminstallation - monumental plastisch transformiert |
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Rembrandt, „Der Sturm auf dem See Genezareth“, 1633 |
Interaktiver Kurzfilm über eine simulierte Seenot im Aquarium |
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Beuys, „halbiertes Filzkreuz“, 1977 |
You Tube Video - Bastelanleitung zur Erstellung eines Nachbildes zum Werk |
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Van Gogh, „Sternennacht“, 1889 |
Typografisches Textbild aus einer interaktiven Umfrage zur Rezeption des Werkes |
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Van Gogh, „Kartoffelesser“, 1885 |
Stop and Motion Film - fiktiver zeitgenössischer Handlungsstrang zum Vorbild |
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Marrell, „Vanitas Stillleben“, 1637 |
Slow Motion Film – Dokumentation eines Verwesungsprozesses des nachgestellten Stilllebens, musikalisch untermalt |
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Munch, „Pubertät“, 1886 |
Projektion des Vorbildes auf ein malerisches Nachbild |
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Munch, „Mädchen auf der Brücke“, 1902 |
Schwarzlicht-Intstallation einer großformatigen Malerei zum Vorbild |
Ein weiteres Produkt stellten die individuelle Portfoliomappen dar, die begleitend zur Ausstellung der Abschlussarbeit prozessual Herangehensweisen und Intentionen transparent darlegen.
5.2.5. Leistungsbewertung
Das geplante Projekt fordert von den Schülern ein hohes Maß an Selbstständigkeit, da der Prozess der Konzeption und Realisierung des Projektes eigenverantwortlich gesteuert und dokumentiert werden soll.
Für die Bewertung sind unterschiedliche Leistungsnachweise relevant.
In der ersten Projektphase:
- Beiträge im Unterrichtsgespräch (zielführend, bereichernd, konstruktiv)
- Kurzvorträge (strukturiert, adressatenbezogen, inhaltlich und formal stimmig)
- Ergebnisse der gestalterischen Übungen (aufgabenbezogen, weiterführend)
- Analytische Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Arbeitsergebnissen (kriteriengeleitet)
In der zweiten Projektphase:
- Portfoliomappe (Vollständigkeit, kontinuierliche Dokumentation, Gestaltung gemäß „AP Portfolio“ Portfolio Vorgaben)
- Zwischenpräsentationen (strukturiert, selbstkritisch reflektierend und weiterentwickelnd)
- Einzelberatungen (eigenen Probleme thematisieren, Alternativen erwägen, Hilfen erfragen)
- Wissenschaftspropädeutische Auseinandersetzung mit dem Vorbild (angemessene Fragestellung an das Vorbild und gezielte Anwendung kunstwissenschaftlicher Methoden)
In der dritten Projektphase:
- Endprodukt (schlüssig im Sinne des Projektrahmens und der selbstgewählten Problemstellung, zielgerichtete formale Umsetzung)
- Inszenierung in der gemeinsamen Präsentation (Positionierung der eigenen Arbeit in den Gesamtkontext der Ausstellung (Raum, Exponate der Mitschüler), eigenverantwortliche Umsetzung)
Im Kurs wurde ein Bewertungsbogen (Bewertungsbogen Selbst-, Fremd- und Lehrerbewertung) zur Selbst-, Fremd- und Lehrerbewertung eingesetzt.
Beschreibung von Aspekten der Leistungsbewertung im durchgeführten Projektkurs:In der ersten Projektphase wurden Ergebnisse in unterschiedlichen Sozialformen erarbeitet und vorgestellt (Kurzvorträge). Hier konnten Engagement und Kreativität in Einzel- und Gruppenarbeiten gezielt beobachtet werden. Die Auswertung der Stundenergebnisse wurde überwiegend als Schülerpräsentation gestaltet. Hier lernten die Schüler ihre gestalterischen Ergebnisse zu präsentieren und strukturiert das Wesentliche einer Gestaltung dem Plenum verbal zu vermitteln. Dies verlangte eine kritische und analytische Auseinandersetzung mit dem eigenen Werk und die Fähigkeit der Distanznahme, um Nachfragen kompetent zu beantworten. Diese Fähigkeit konnte im Rahmen der ersten Phase deutlich ausgebaut werden, sodass Gestaltungsideen im Plenum sehr produktiv und kritisch diskutiert werden konnten.
Während der zweiten Phase, Konzeption und Realisation, nahm das Führen einer Portfoliomappe eine zentrale Stellung ein. Die dokumentierte Portfolioarbeit sowie die regelmäßige Zwischenpräsentation des Arbeitsstandes waren ein wichtiges Bewertungskriterium. Zeitliche, inhaltliche und methodische Vorgehensweisen sollten transparent dargelegt und Lern- und Arbeitsprozesse einsehbar gemacht werden. Das Reflektieren des kreativen Prozesses der Auseinandersetzung und Ideenfindung bildete hierbei ein wichtiges Lernziel.
In Phase II fanden zudem zwei verbindliche Einzelberatungen statt, in denen die Schüler die Möglichkeit hatten, Probleme und Fragen zur Konzeption und Realisation zu thematisieren. Zudem konnte ein Einblick in den gedanklichen Arbeitsprozess und Arbeitsstand gewonnen und beratend unterstützt werden. Insbesondere der wissenschaftspropädeutische Teil zur Auseinandersetzung mit dem Vorbild konnte hier begleitend vorbereitet und strukturiert werden.
In der dritten Phase waren die Eigeninitiative bei der Organisation der Präsentation der Projektergebnisse sowie das abschließende Projektergebnis bewertungsrelevant.
5.2.6. Kursevaluation
Die Motivation der Schüler, über den traditionellen Unterrichtsprozess hinaus zusätzliche Anstrengung und Zeit für die Arbeit an dem eigenen Projekt zu investieren, war sehr hoch. Aufgrund der Vielzahl an Einzel- und Teilprojekten mit ihren gegebenenfalls aufwändigen Präsentationen war ein besonderes Maß an Beratungs-, Organisations- und Koordinationsaufgaben erforderlich. Da die Gruppe aus freiwilligen Teilnehmern bestand, war ein hohes Maß an Interesse und Motivation gegeben. In der zweiten Phase, die zunehmend stärker projektorientiert ausgerichtet war, hatte sich das wöchentliche Doppelstundenraster als ungünstig erwiesen, da bestimmte Arbeits- sowie Gruppen- und Plenumsphasen mehr Zeit benötigten, um produktiv gestaltet zu werden. Ein dreiwöchentliches Blocktreffen für vier Zeitstunden hatte sich sowohl als Arbeitsphase der Schüler zwischen den Treffen als auch als produktiver Zeitrahmen für das Plenum bewährt. Als wichtig haben sich die verbindlichen Zwischenpräsentationen sowie Einzelberatungen erwiesen, da diese die kontinuierliche Arbeit der Schüler forderten und insbesondere schwächeren Schülern als Strukturierungshilfe dienten. Zudem profitierten die Schüler von dem gemeinsamen Austausch zum Arbeitsstand und konnten ihre bisherige Arbeit im Verhältnis zu den anderen Schülern besser einschätzen. Fast alle Schüler haben sich für die Ausarbeitung des Projektergebnisses zu einer besonderen Lernleistung entschlossen und diese auch angemeldet. Dies zeigt eine Akzeptanz, die in dieser Form nicht zu erwarten gewesen war. Durch die intensive, selbstgesteuerte und langfristige Auseinandersetzung mit einem Thema lagen die Leistungen deutlich über dem Niveau von Schülerarbeiten.
5.2.7 Materialien
Die folgenden Materialien stehen zur Verfügung:- Strategien zur Nachbildfindung, Arbeitsphase I
- Aufgabe Kirchner, Aufgabe zu Phase I
- Bildvorlage Kirchner, Bildvorlage zur Aufgabenstellung Kirchner
- Aufgabe Text - Bild, Aufgabenstellung zu Phase I
- Funktion von Text - Bild, Material zur Aufgabenstellung Text - Bild
- Aufgabenstellung Erweiterung Bildgeschichte, Aufgabenstellung zu Phase I
- Aufgabenstellung Grundriss Hopper, Arbeitsphase I
- Aufgabenstellung Hopper Perspektivwechsel, Arbeitsphase I
- Aufgabenstellung Hockney II, Arbeitsphase I
- Portfolio Vorgaben, Arbeitsphase II
- Bewertungsbogen Selbst-, Fremd- und Lehrerbewertung
- Ausstellungskatalogtext
- Sarah on her birthday, Video-Nachbild zur Aufgabenstellung Peyton
