Projektkurs im Rahmen des gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeldes
Thema des Projektkurses:
Das Aufeinandertreffen zweier Welten: Die Varusschlacht 9 n. Chr.
Römisch-germanische Kulturgeschichte:
Vergleich - Untersuchung von wechselseitiger Beeinflussung, von Konfrontation und Konflikten - Rezeptionsgeschichte
Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld
Universitätsstr. 23
33615 Bielefeld
6.1.1. Formaler Projektrahmen
Der Projektkurs „Das Aufeinandertreffen zweier Welten: Die Varusschlacht 9 n. Chr.“ wurde am Oberstufen-Kolleg an der Universität Bielefeld im Rahmen des gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichts durchgeführt. Die beteiligten Lehrkräfte in der Planung und Auswertung waren Wolfgang Emer und Felix Rengstorf, durch letzteren erfolgte die unterrichtliche Durchführung. Die Gruppengröße lag bei 23 Kollegiatinnen und Kollegiaten. Die Durchführung des Kurses - auch unter den etwas anderen Bedingungen der Versuchsschule - erfolgte so, dass eine direkte Vergleichbarkeit zum Regelsystem besteht (z.B. ähnlicher zeitlicher Umfang von 72 Stunden).
Das Thema ist ausgewählt worden ausgehend von dem 2000-jährigen Jubiläum der Varusschlacht und den grundsätzlich starken regionalen Anbindungsmöglichkeiten. Das Referenzfach für diesen Kurs ist Geschichte, andere Fachorientierungen wie z.B. Sozialwissenschaften sind möglich.
6.1.2. Projektziele, Teilziele und Kompetenzen
Die Ziele ergeben sich aus den Besonderheiten der Unterrichtsform „Projektunterricht“ und dem fachlichen Zugang, in diesem Fall der Geschichtswissenschaft. Das Inhaltsfeld wird mit folgenden Schwerpunkten behandelt: Grundzüge der germanischen und römischen Geschichte, Konfrontationen und Konflikte zwischen Römern und Germanen, wechselseitige Beeinflussungen, Kulturgeschichte, Rezeptionsgeschichte.
Im Kurs wurden folgende Teilprojekte realisiert:
- Ist die Varusschlacht und die Rückeroberung Germaniens als Freiheitskampf anzusehen?
- Arminius heute
- Folgen der Varusschlacht - Wendepunkt der germanischen Geschichte? Neue Identität?
- Mythos oder Realität - Arminius ein Held?! (bezogen auf die NS-Zeit und heute)
- Die raetische Provinz - Romanisierung im Süddeutschen Raum
- Prinzip von überlegenen und unterlegenen Kulturen bezogen auf das Militärwesen zur Zeit der Varusschlacht: eine Karikatur
- Das Verhältnis zwischen Arminius und Varus als Spiegel für die römisch-germanischen Beziehungen
- Das Scheitern von Varus - Was waren die Gründe? - Das Heereswesen der Germanen und Römer im Vergleich
Verbindet man Inhalte mit Kompetenzen, so erhält man die folgenden inhaltsbezogenen Konkretisierungen.
Die Kompetenzbegrifflichkeit entspricht der des Kernlehrplans Geschichte NRW / Gymnasium G8. Im Gesamtrahmen des Projektkurses kann man den ganzen Korpus der aufgeführten Kompetenzen ansteuern. Welche jeweiligen konkreten Kompetenzen in den Einzelprojekten erworben werden, lässt sich nicht im vorhinein bestimmen.
Sachkompetenz
- charakterisieren die Epochen der Germanengeschichte,
- beschreiben die wichtigsten Etappen der Krise der römischen Republik und des Übergangs zum Kaiserreich,
- benennen einige zentrale Kennzeichen der germanischen Gesellschaftsstruktur,
- benennen einige zentrale Kennzeichen der römischen Gesellschaftsstruktur,
- beschreiben den Verlauf der Varusschlacht 9 n. Chr.,
- skizzieren die Biographien von Varus und Arminius,
- erläutern die politischen Hintergründe der Varusschlacht,
- erklären die ethnisch-kulturellen Ursprünge des deutschen Volkes: Germanen, Kelten, Slawen und Römer,
- zeigen die historische Bedeutung des römischen Reiches an einigen Aspekten auf,
- erläutern die Begriffe „Kultur“/„Kulturgeschichte“,
- entwickeln eine Deutung der Varusschlacht auf der Basis der antiken Quellen,
- entwickeln eine Deutung der Heldenverehrung von Arminius im 19. und 20. Jahrhundert,
- charakterisieren die heutige Verarbeitung der Varusschlacht.
Methodenkompetenz
- formulieren Forschungsfragen und verfolgen sie in der Geschichte,
- unterscheiden ereignis-/politikgeschichtliche, kulturgeschichtliche und auf „große Personen“ bezogene Fragestellungen,
- treffen unter Anleitung methodische Entscheidungen für eine selbständige historische Untersuchung,
- recherchieren Literatur,
- nehmen selbstständig Kontakte außerhalb der Schule auf (mit historischen Experten, Laien),
- recherchieren im Internet,
- nutzen Museen als Orte der historischen Information,
- erfassen das Spannungsfeld von Fiktion und Wirklichkeit in den römischen Quellen zur germanischen Geschichte und schätzen deren Aussagewert ein,
- erfassen die Perspektivik in den Quellen zur germanischen Geschichte,
- unterscheiden den Aussagewert der antiken Quellen nach der Perspektive ihrer Autoren,
- exzerpieren Sekundärliteratur,
- interpretieren Textquellen,
- vergleichen Informationen aus archäologischen und Textquellen zur Varusschlacht und stellen Zusammenhänge her,
- unterscheiden zwischen den konkreten Ursachen für den Aufstand des Arminius und den Wirkungen,
- verwenden Fachbegriffe (z.B. Kulturgeschichte, Romanisierung) zutreffend,
- kennzeichnen Textstellen aus Quellen als Zitate und nutzen adäquate Formulierungsweisen dafür (z.B. indirekte Rede),
- stellen das gewählte Projektthema problemorientiert und adressatengerecht medial dar.
Urteilskompetenz
- prüfen, ob nach erreichtem Wissensstand eine zureichende Urteilsbasis besteht für die Bestimmung des Ortes der Varusschlacht,
- analysieren das Handeln von Menschen (z.B. Arminius, Varus) im Kontext ihrer zeitgenössischen Wertvorstellungen,
- beurteilen die Rezeption des Arminius im Blick auf ihre ideologische Implikationen im 19. und 20. Jahrhundert,
- beurteilen die Deutungen der Varusschlacht nach ihrer historischen Triftigkeit.
Handlungskompetenz
- wenden erlernte Methoden im Projekt an, formulieren Deutungen zur Varusschlacht und bereiten sie für die Präsentation in der Schulöffentlichkeit vor.
6.1.3. Umsetzungsschritte / Durchführung
Arbeitsablauf:
(1 Block entspricht 2 Unterrichtsstunden, gesamt: 36 Blöcke)
A Überblick zum Ablauf der Projektarbeit und Gruppenherstellung (1 Block)
Die Kollegiaten und Kollegiatinnen bekommen hier einen allgemeinen Überblick über die Arbeitsweise des Projektkurses und die Struktur (Zeit etc.). Außerdem werden grundsätzliche Schritte zur Gruppenbildung gemacht (Namenlernen etc.) und organisatorische Fragen geklärt (Kopier- und Ausdruckmöglichkeiten, Emailverteiler etc.). Inhaltlich wird die Gruppe über erste Assoziationen zum Titel des Projektkurses gefestigt.
B Basis schaffen: inhaltlich, methodisch und fachwissenschaftlich orientierender Input (10 Blöcke)
In dieser Phase erfolgt eine erste Annäherung und fachwissenschaftliche Öffnung des Inhaltsfeldes, die der Lehrende stark steuert. Die Arbeitseinheiten gehen von Brainstorming und Materialienvorstellung über zur Behandlung einzelner konkreter Inhalte, die das Thema ausmachen, so dass die Kollegiaten und Kollegiatinnen eine Basis für die eigenständige Weiterarbeit haben. Je nach Vorwissen - sowohl unterrichtsmethodisch als auch vom fachwissenschaftlichen Wissen her - muss dieser Teil länger oder kürzer sein.
C Projektkriterien klären: Die Besonderheiten dieser Unterrichtsform (1 Block)
Am Beginn der selbständigen Arbeit steht die Klärung, was die Besonderheiten der Unterrichtsform „Projektunterricht“ ausmacht. Hier wird den Kollegiaten und Kollegiatinnen verdeutlicht, dass es sich nicht nur um einen Methodenwechsel handelt, sondern ein grundsätzlich differentes Unterrichtskonzept. Methodisch erfolgt dies durch eine Einheit mit dem Titel „Wie gelingt Projektarbeit?“. Der Lehrende erläutert an Aushangzetteln die Kriterien und methodischen Schritte und die Kollegiaten und Kollegiatinnen bearbeiten vertiefend einen Einführungstext zur Projektarbeit. Durch den Aushang kann in den laufenden Arbeitsprozessen immer wieder ein Abgleich zu den Kriterien und methodischen Schritten stattfinden.
D Themen finden und Gruppen bilden (1 Block)
Die Präzisierung des Themas und seiner Aspekte geschieht vor dem Hintergrund der Interessenszugänge, die die Teilnehmer - u.a. ermöglicht durch den obigen Input - äußern. Als methodische Arbeitshilfe dient hier ein „Ideenballon“. Auf einer Karteikarte formulieren die Kollegiaten und Kollegiatinnen zusätzlich eine zentrale Forschungsfrage. Über den Aushang der noch individuellen „Ballonideen“ und eine offene Austauschphase erfolgt die Gruppenbildung und Festlegung der Arbeitsschwerpunkte. Als weitere Hilfe und Anregung durch den Lehrenden wird ein Arbeitspapier eingebracht, das Hinweise zu Themenfeldern, möglichen inhaltlichen Themenformulierungen, eigenständigen Exkursionszielen und Produktformen gibt.
E Planungspapiere in den Einzelgruppen erstellen: Berücksichtigung aller Aspekte der Projektarbeit (1-2 Blöcke)
Nach der Gruppenfindung und ersten thematischen Festlegung werden die weiteren Planungsaspekte in den Blick genommen: Thema präzisieren, Rollen in der Gruppe bestimmen und übernehmen, Verlauf planen, Kontakte knüpfen, Produkt und Adressaten festlegen. Die Kollegiaten und Kollegiatinnen halten die Planungsergebnisse auf einem Arbeitsblatt fest, welches auch als Grundlage für die Beratung dient.
F Selbständige Arbeit in den Gruppen und Zwischenberichte im Plenum (17 Blöcke)
Jetzt findet vorrangig Einzelbetreuung der Gruppen zu vereinbarten Beratungsterminen statt. Der Lehrende stellt als weitere Materialgrundlage für die selbstständige Arbeit einen Buchapparat, der aus dem Bibliotheksbestand der Schule zusammengestellt wird, zur Verfügung. Kurze Zwischenberichte aus den Gruppen im Plenum bieten Gelegenheit zu gegenseitigem Austausch und Hilfestellung, außerdem dienen sie dem Zusammenhalt der Projektgruppe als Ganzer. Bei den Beratungsgesprächen führen sowohl der Lehrende als auch die Kollegiaten und Kollegiatinnen Protokoll.
G Produktpräsentationen (3 Blöcke)
Der Adressatenkreis ist primär die Kursgruppe und z.T. eine eingegrenzte Schulöffentlichkeit. Das angestrebte Produkt kann ein Endereignis in Form einer Präsentation sein, z.B. eine Ausstellung oder ein Textreader über alle Teilthemen. Es kann auch andere Formen haben, so z.B. die Organisation einer außerhalb der Schule stattfindenden Diskussionsrunde mit externen Experten, an der nur die Projektgruppe teilnimmt. In jedem Fall findet eine Dokumentation statt, und es wird in der Gesamtgruppe über das eventuell extern entstandene Produkt berichtet.
H Abschließende Reflexion und fachliche Auswertung (Kollegiaten- und Lehrendenebene) (1 Block)
Abschließend findet eine schriftliche Reflexion mit einem Fragebogen zur Projektarbeit insgesamt statt, der auch Grundlage für das Auswertungsgespräch ist. Speziell zum fachlichen Kompetenzerwerb bearbeiten die Kollegiaten und Kollegiatinnen ein (Selbst)Diagnose-Arbeitsblatt mit konkreten fachlichen Fragen und solchen nach der eigenen Einschätzung zum Kompetenzzuwachs in einzelnen Bereichen. Diese Papiere werden abgegeben, und die Kollegiaten und Kollegiatinnen erhalten sie dann mit einer schriftlichen Bewertung zurück.
6.1.4. Projektergebnisse: Produkte, Dokumentation
Aus der eigenständigen Planung der Kollegiaten und Kollegiatinnen haben sich letztlich acht einzelne Projekte ergeben. Die Tabelle zeigt die jeweiligen Titel, die sich die Gruppen gegeben haben, und deren erstellte Produkte.
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Nr. |
Titel |
Produkt |
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1. |
Ist die Varusschlacht und die Rückeroberung Germaniens als Freiheitskampf anzusehen? Kurzbericht zum VerlaufIn diesem Projekt sind zwei Untersuchungsebenen verknüpft worden. Zum einen wurden die historischen Hintergründe in den Blick genommen, aus welchen Motiven heraus sich der Angriff auf die römische Herrschaft im germanischen Bereich entwickelte. Zum anderen stand die gegenwärtige Wahrnehmung im Mittelpunkt. Das Flugblatt stellte Arminius als positive Heldenfigur in einem Freiheitskampf dar und regte Kollegiaten und Kollegiatinnen, die in der Schulpause damit konfrontiert wurden, zu unterschiedlichsten Kommentaren an. Im Projektkurs-Plenum berichtete die Gruppe dann noch einmal über die Resultate und die Reaktionen, die sich nicht in den schriftlichen Äußerungen wiederfanden. |
Provokantes Flugblatt, Kollegiatenreaktionen dazu auf einem Plakat |
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2. |
Arminius heute Kurzbericht zum VerlaufIn diesem Projekt war der Fokus ganz auf die gegenwärtige Wahrnehmung der historischen Ereignisse gerichtet. Aus Interviews am Hermannsdenkmal während einer selbstorganisierten Exkursion, die auch zu einer der drei großen Sonderausstellungen in Detmold führte, und selbstgesprochenen Textanteilen, wie z.B. einem fiktiven Experteninterview zu den historischen Hintergründen, ist dann ein achtminütiges Hörspiel-Feature entstanden. |
Hörspiel-Feature |
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3. |
Folgen der Varusschlacht - Wendepunkt der germanischen Geschichte? Neue Identität? Kurzbericht zum VerlaufIn diesem Projekt ging es um eine Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Varusschlacht. Das Produkt – eine Website zu dem Thema – folgte aber diesem selbst gewählten Fokus nur bedingt, sie wurde eher zu einer Sammlung von Aspekten zur Varusschlacht insgesamt. |
Website zum Thema |
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4. |
Mythos oder Realität - Arminius ein Held?! (bezogen auf die NS-Zeit und heute) Kurzbericht zum VerlaufDieses Projekt nahm sich die Rezeptionsgeschichte als Untersuchungsschwerpunkt. Wichtiger Bestandteil war eine selbstorganisierte Exkursion zur Sonderausstellung „Varusschlacht - Mythos“ in Detmold. Das Produkt war eine Infowand mit Abbildungen und Text zur Rezeption in der NS-Zeit und Texten zum Problemhintergrund „Helden in der Geschichte“ und der aktuellen Verarbeitung. |
Infowand mit medialer Unterstützung |
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5. |
Die raetische Provinz - Romanisierung im süddeutschen Raum Kurzbericht zum VerlaufIn diesem Projekt realisierten die Gruppenteilnehmer persönliche Interessen aufgrund ihrer privaten Bezüge zum süddeutschen Raum. Inhaltlicher Schwerpunkt waren hier die kulturellen Austauschprozesse. Vom Ablauf her war der Höhepunkt eine selbstorganisierte Exkursion zu einer „villa rustica“ mit kleinem Regionalmuseum und nach Augsburg mit Besuch des dortigen Römermuseums. Eine Website zu der inhaltlichen Arbeit stellte das Produkt dar. Geplante Hörinterviews wurden nicht realisiert, aber eine strukturierte Seite mit klarer Fokussierung auf das Forschungsziel, das sich die Gruppe gesetzt hatte. |
Website (Hörinterviews, Infotexte) |
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6. |
Prinzip von überlegenen und unterlegenen Kulturen, bezogen auf das Militärwesen zur Zeit der Varusschlacht: eine Karikatur Kurzbericht zum VerlaufIn diesem Projekt beschäftigte sich die Gruppe mit der historischen Grundfrage, inwieweit sich Kulturen in Kategorien von „höher-niedriger“ oder „besser-schlechter“ einteilen lassen. Fokus war dann der militärische Bereich und die Varusschlacht. Das Produkt bestand in einer selbst gefertigten Karikatur mit einem erläuternden Plakat. Das Zusammenführen der angestrebten Produktform und der inhaltlichen Arbeit stellte hier eine besondere Herausforderung dar. |
Karikatur mit Erläuterungsplakat |
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7. |
Das Verhältnis zwischen Arminius und Varus als Spiegel für die römisch-germanischen Beziehungen Kurzbericht zum VerlaufIn diesem Projekt versuchte die Gruppe einen biographischen Ansatz zur Annäherung an ihr Themenfeld. Als Produkt wurde ein Szenarium vorbereitet und dem Kurs vorgestellt. Die Wahl der Produktform passte hier optimal zu dem Themenfeld - Frage nach der Identität von Varus und Arminius. Die eigene Identifizierung mit den historischen Personen durch das szenische Spiel ermöglichte einen neuen Einblick in diese Problematik. |
Szenarium |
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8. |
Das Scheitern von Varus - Was waren die Gründe? - Das Heereswesen der Germanen und Römer im Vergleich Kurzbericht zum VerlaufDieses Projekt zielte, ähnlich wie Projekt Nr. 6, auch auf Aspekte des Kulturvergleichs, war allerdings stärker eingegrenzt auf die Kausalzusammenhänge speziell für das Scheitern von Varus 9 n. Chr. Das Produkt bestand in einem Infoplakat mit Vortrag. Insgesamt hatte die Arbeit der Gruppe hier mehr die Struktur einer Referatvorbereitung innerhalb eines Lehrgangs als die einer wirklich eigenständigen Projektarbeit. |
Infoplakat mit Vortrag |
6.1.5. Leistungsbewertung
Die Leistungsbewertung in dem Projektkurs erfolgt nur nach der Variante A. Die Bewertung nimmt die individuelle Leistung bezogen auf das Arbeiten in der Gruppe (Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten) als auch die persönlichen Einzelbeiträge in den Blick. Der Lehrende führt zu dem Beratungsprozess ein Projektprotokollbuch. Im Folgenden werden Messpunkte, Messinstrumente und Kriterien zur Leistungsmessung aufgeführt.
Sie sind jeweils geordnet
a) nach obligatorischen und fakultativen Bereichen,
b) nach den Bereichen „sonstige Mitarbeit“ und „Dokumentation“ und
c) Punkten individueller und gruppenbezogener Leistungen.
a) Obligatorische und fakultative Bereiche
Obligatorische Bereiche:
Dokumentation:
- Produktpräsentation (Beitrag zur fachlichen Qualität des Produktes, Darstellungsqualität: Vortragsweise, Motivation, Gestaltung etc.)
- Projektmappe – Dokumentation der Projektarbeit (fachlicher Ertrag von Exzerpten/Notizen, Konzeptpapieren, gesammelten Materialien etc. / Gestaltung: Deckblatt, Gliederung, Seitennummerierung etc. / Ausführlichkeit: Planungspapiere, eingebrachte Arbeitsanteile)
Unterrichtsbeiträge:
- Mündliche Beiträge in der Inputphase und den Beratungsgesprächen
Organisations- und Planungsleistungen:
- Planungs- und Beratungsgespräche mit dem Lehrenden (fachlicher Beitrag, Initiative, Konfliktlösung)
- Arbeitsprozess (Selbständige Themenfindung, Einbringen in die Arbeit der Gruppe, Durchführung fachlicher Arbeitsanteile, Kooperation mit dem Lehrenden / Aufnahme von Beratung)
Fakultative Bereiche und Instrumente:
- Test zum inhaltlichen Input (Qualität und Quantität der erworbenen Sach- und Methodenkompetenzen)
- Selbst(Diagnosebogen) zum Kompetenzlernen (Qualität und Quantität der Aussagen zur fachlichen Arbeit)
- c. Übergreifender individueller Reflexionsbogen zur Projektarbeit (Differenziertheit der Reflexion, Angemessenheit der Selbsteinschätzung, Grad der Beteiligung am Projektprozess)
b) Zuordnung der Leistungsanteile für die Kursabschlussnote zu den Feldern „Sonstige Mitarbeit“ und „Dokumentation“
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Sonstige Mitarbeit
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Dokumentation |
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Mündliche Beiträge in der Inputphase und den Beratungsgesprächen Test zum inhaltlichen Input Planungs- und Beratungsgespräche mit dem Lehrenden Arbeitsprozess Selbst(Diagnosebogen) zum Kompetenzlernen Übergreifender individueller Reflexionsbogen zur Projektarbeit |
Projektmappe - Dokumentation der Projektarbeit Produktpräsentation |
c)Tabellarischer Überblick individueller und gruppenbezogener Leistungsbereiche:
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Wo werden die Leistungen sichtbar? |
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Gruppenbezogene Leistungen |
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Individuelle Leistungen |
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Die Rückmeldung der Bewertung erfolgt in Form von individuellen, schriftlichen Leistungsrückmeldungen auf dem Reflexionsbogen und dem Blatt zur Selbstdiagnose zum Kompetenzlernen. Für besondere Leistungen wird ein Zertifikat ausgestellt, das als Beilage für Bewerbungen o.ä. gedacht ist.
6.1.6. Kursevaluation
Aus den Reflexionsbögen ergibt sich ein recht intensives Bild der Einschätzung des Projektkurses aus Sicht der Kollegiaten und Kollegiatinnen. Insgesamt lässt sich eine positive Wahrnehmung der Unterrichtsform deutlich feststellen. Dem steht gegenüber, dass die Projektarbeit Anforderungen stellt, die manches Mal als große Hürde empfunden werden und die es auch in der Realität sind. Im Mittelpunkt stehen hier Probleme bei der Zusammenarbeit in der Gruppe und das Finden einer Forschungsfrage sowie deren konkrete Verfolgung im Laufe der Arbeit. Gerade Letzteres - bedingt durch einen sehr hohen Grad an Heterogenität unter den Kollegiaten und Kollegiatinnen - hat die Notwendigkeit zu einem relativ ausführlichen Input zu Anfang bestätigt, wenn die Fachlichkeit der Projekte nicht zu niedrig sein soll.
Aus der Lehrendensicht lassen sich diese Wahrnehmungen bestätigen, und es zeigt sich, dass in weitem Maße ein der Realität entsprechendes Bewusstsein für das eigene Arbeiten und Handeln bei den Kursteilnehmern vorhanden ist. Die großen Probleme auf der Schülerebene, z.B. sich selbstbestimmt Forschungsfragen zu eigen zu machen, zeigt die Bedeutung dieser Unterrichtsform auf, denn neben dem Auftauchen dieser Probleme fällt auf, welche Förderungsmöglichkeiten für den Lehrenden im Bereich solcher komplexen Fähigkeiten liegen. Als unterrichtliche Schlüsselstellen - im Sinne gewinnbringenden Unterrichts - erweisen sich die Strukturierungshilfen bei der Planung und die Beratungsgespräche mit den von allen geführten Beratungsprotokollen.
6.1.7. Materialien
- Lernkulturen im Vergleich: Unterricht im Lehrgang und Projektunterricht (tabellarische Gegenüberstellung)
- Bereicherung der Lernkultur durch Projektunterricht: besonders geförderte Kompetenzen (tabellarischer Überblick)
- Arbeitseinheiten im inhaltlich, methodisch und fachwissenschaftlich orientierenden Input
- Aushangzettel „Kriterien der Projektarbeit“
- Literaturhinweise zum Einführungstext zur Projektarbeit für Schüler und Schülerinnen
- Ideenballon - Aushang für erste Projektideen
- Anregungen zu Themenfeldern, Themenformulierungen, Exkursionszielen und Produktformen
- Planungsergebnisse sichern – Dokumentationshilfe
- Reflexionsbericht - ausführliche Reflexion und Bewertung
- Selbst(Diagnosebogen)
- Test zur Inputphase
- Zertifikat für erfolgreiche Projektarbeit
- Literatur/Internetquellen/Filme
