Entwicklung einer Leistungskultur
„Leistungsmessung im Sprachlichen bedeutet nicht, dass eine große sprachliche Leistung da als erreicht konstatiert wird, wo keine Fehler gefunden werden. Sprachliche Leistung findet sich da, wo in einer Situation angemessenes sprachliches Verhalten gezeigt wird.“ 1
Die Grundschule ist einem pädagogischen Leistungsverständnis verpflichtet, das Leistungsanforderungen mit individueller Förderung verbindet. Jedes Kind bringt individuelle sprachliche Voraussetzungen mit. Auf dieser Grundlage entwickeln die Kinder ihre kommunikativen Fähigkeiten und Fertigkeiten in der englischen Sprache. Der Englischunterricht muss so gestaltet sein, dass er diesen unterschiedlichen Entwicklungsstufen Rechnung trägt und eine Bandbreite an vielfältigen Leistungen ermöglicht.
„Because learners differ, they need to be granted many different opportunities to show what they know and what they can do in the language.” 2
Grundlage für die Leistungsförderung und -bewertung bilden die im Lehrplan aufgeführten Kompetenzerwartungen.
Kompetenzen bündeln das Wissen und Können eines Lernenden, seine
Fähigkeiten und Fertigkeiten, ein Problem zu lösen, aber auch seine
Bereitschaft dazu.
Rezeptive und produktive Kompetenzen sind nicht auf dem gleichen Entwicklungsstand; denn das Sprachverstehen kommt vor der Produktion und spielt in den ersten Monaten eine intensivere Rolle; es bildet die Voraussetzung für die Entwicklung weiterer Kompetenzen.
Im Englischunterricht der Grundschule zeigen Kinder Leistung, indem sie
Hör- und Lesetexte verstehen und mündlich wie schriftlich mit anderen
kommunizieren. Leistungen beziehen sich jedoch nicht nur auf sichtbare
Ergebnisse, sondern auch auf Anstrengungen, Risikobereitschaft und
Lernfortschritte.
Diese Aspekte von Leistung bilden die Basis für jedes weitere
Fremdsprachenlernen und sind nur durch regelmäßige gezielte Beobachtung
zu erfassen.
Ermutigung, Unterstützung und Anerkennung von Leistung sind die Grundlage für ein positives Lern- und Leistungsklima, in dem das Vertrauen in die eigene Leistungsfähigkeit wachsen kann. Ein solches Klima wird in erster Linie durch eine angstfreie Atmosphäre geschaffen, in der sich die Kinder auf den zunehmend freien Umgang mit der neuen Sprache einlassen können. Dazu tragen vor allem Situationen bei, die ein hohes Maß an Vertrautheit bieten, und das Bewusstsein, dass Fehler keine Sanktionen nach sich ziehen und Korrekturen als Unterstützungsangebot dienen. Das erfordert aber auch, eine ausgewogene Balance herzustellen zwischen Vertrautem und neuen, notwendigen sprachlichen Herausforderungen, die es den Kindern erst ermöglichen, Leistungen zu zeigen.
Beispiele für ein positives Lern- und Leistungsklima finden sich unter:
- Spiele als Unterrichtsbeispiele für Situationen, in denen Kinder Leistung zeigen können
- Ein Unterrichtsarrangement zur Leistungsbeobachtung
- Ermunterung zum Gebrauch der englischen Sprache
Zum pädagogischen Leistungsverständnis gehört auch, dass Kinder zu ihren Anstrengungen und Leistungen Rückmeldungen erhalten, so dass sie zunehmend lernen, ihre eigenen Lernfortschritte wahrzunehmen ( Nothing succeeds like success!) und realistisch einzuschätzen.
Darum ist es wesentlich, die Kinder für ihre Anstrengungen und Erfolge zu loben und sie zu unterstützen, wenn etwas nicht gleich gelingt. Gemeinsam darüber nachzudenken, was helfen kann, Schwierigkeiten zu überwinden, ist Teil einer solchen Unterstützung.
1 Bleyhl, W. (2000): Fremdsprachen in der Grundschule – Grundlagen und Praxisbeispiele, Hannover: Schroedel, S. 97
2 Legutke, M. et al. (2009): Teaching English in the Primary School, Stuttgart: Klett, S. 124
